Kaninchenzuchtverein in Albstadt: Das Hasenheim ist verkauft

Das Hasenheim in Onstmettingen war einst ein Wohnhaus. Später fanden Versammlungen des Kleintierzuchtvereins dort statt. Nun ist es Domizil eines Albstädter Pflegedienstes.⇥
Horst SchweizerOb Einheimische oder Auswärtige, wer erinnert sich nicht an die traditionellen und beliebten Hasenbörsen vom Kaninchenzuchtverein Onstmettingen in dessen vereinseigenem Hasenheim in der Andreasstraße. Diese Veranstaltungen gehören längst der Vergangenheit an, und sie wird es auch nie wieder geben.
Der Grund ist einfach, denn der Verein hat sich im Dezember 2022 in einer Mitgliederversammlung aufgelöst. Bereits im April 2020 verstarb der erste Vorsitzende Günther Schien. Dann kam Corona und ließ die Vorhaben nach einem Nachfolger scheitern. Auch der zweite Vorsitzende habe sich nicht mit der Führungsaufgabe befasst, erläuterte Ortsvorsteher Jürgen Kurz das Ergebnis jener eigens dafür einberufenen Mitgliederversammlung.
Da sich dort niemand bereit erklärte, das Führungsamt zu übernehmen, beschlossen die Anwesenden die Auflösung des Kaninchenzuchtvereins. Der Eintrag der Auflösung erfolgte beim Amtsgericht.
„Zusammen mit meinem Vorgänger Siegfried Schott und Hans–Peter Knecht haben wir uns zuvor schon länger Gedanken über eine Vorstandschaft gemacht“, sagt Jürgen Kurz. Dies sei auch Thema im Ortschaftsrat gewesen. Letztendlich war die Sache insofern klar, da der Kaninchenzuchtverein ohne Vorstand keine Zukunft mehr haben kann.
Keinen Vorstand gefunden
Nach der beschlossenen Auflösung wählten die damals anwesenden Mitglieder Ortsvorsteher Jürgen Kurz und Ortschaftsrat Uli Metzger zu Liquidatoren. Ihnen wurde die Aufgabe übertragen, Forderungen und Verbindlichkeiten zu erfassen und das Vermögen festzustellen. Ebenso die weitere Abwicklung des Hasenheims, welches sich im Besitz des Vereins befand. Dieses war einst ein Wohnhaus, dann wurde daraus das Vereinsheim mit Gaststätte für Versammlungen und sonstigen Treffen des Vereins — das Hasenheim war deren Heimat.
Großes Interesse am Gebäude
Recht schnell konnte geklärt werden, dass die Stadt, welche selbst viele Gebäude im Besitz hat, kein Interesse an einem Kauf hat. Das Gebäude kam im Frühjahr über einen Makler auf den freien Markt. Für mögliche Interessenten gab es einen Tag der offenen Tür, um ein Angebot abzugeben. „Es waren überraschend viele Leute da und schauten sich das Hasenheim an“, so Jürgen Kurz. Letztendlich erwarb ein Albstädter Pflegedienst das Gebäude, der bereits einige Umbauarbeiten ausgeführt hatte. Auf Nachfrage meinte der neue Eigentümer lediglich, dass er einen Standortwechsel von der Königsstraße in Tailfingen nach Onstmettingen vollziehe.
In der Satzung des Kaninchenzuchtvereins ist festgelegt, dass nach einer Auflösung das gesamte Vermögen an die Stadt geht, um dieses im Stadtteil Onstmettingen für einen gemeinnützigen Zweck zu verwenden und einzusetzen. „Der Ortschaftsrat wird sich darüber entsprechende Gedanken machen“, so Ortsvorsteher Jürgen Kurz.
Ein Jahr nach der Auflösung soll in einer Mitgliederversammlung die Schlussbilanz gezogen werden.
