Grüne Kommunalpolitik: Frauen im Dialog über wichtige gesellschaftliche Themen

Sabrina Hipp, Sonja Allgaier, Christina Reif und Sophie Seng (von links) vom Beirat Soziales von Bündnis90/Die Grünen im Zollernalbkreis laden nächste Woche zum kommunalpolitischen Frauenabend ein.⇥
Vera BenderEs ist bereits eine Auftaktveranstaltung zur Kommunalwahl am 9. Juni 2024. „Frauen in die Kommunalpolitik“ lautet der Titel des Abends am 14. September ab 19 Uhr im Waldheim Ebingen deshalb auch. Bündnis 90/Die Grünen begeben sich nämlich bereits auf Kandidatensuche. Ihre Liste soll vielfältig werden, so Sophie Seng, welche im Kreisvorstand ist und wieder für den Kreistag antreten will. Vielfältig bedeutet für sie: bunt, divers, alt und jung, aus unterschiedlichen sozialen Schichten und gerne mit Migrationshintergrund. Also einfach ein Abbild unserer Gesellschaft.
Sabrina Hipp, Albstädter Gemeinderätin, betont, dass man keine Politik „gegen Männer“ machen will, sondern einfach Kommunalpolitik „für alle“. Was aber sind frauentypische Themen? Einfache Antwort der vier engagierten Frauen bei Vorstellung der Veranstaltung für nächste Woche: „Es gibt keine reinen Frauenthemen.“ Das weibliche Geschlecht ist in der Regel stärker sozial engagiert und kümmert sich mehrheitlich noch um die Kindererziehung, aber damit gehen auch andere Themen einher, verdeutlichen Sabrina Hipp, Sophie Seng, Sonja Allgaier und Christina Reif, die alle im Beirat Soziales von Bündnis 90/Die Grünen im Zollernalbkreis sind. Ein Beispiel verdeutlicht es: Bei Öffnungszeiten von Kindertagesstätten geht es auch um die Infrastruktur, weil man ja die Kinder irgendwie zum Hort bringen muss, es geht um Finanzen, da die Einrichtung Geld kostet, es geht um Personal, Ausstattung und vieles mehr.
Unterschiedliche Blickwinkel
Was Männer und Frauen in der Politik oft unterscheidet, das sind die verschiedenen Blickwinkel, die unterschiedlichen Betrachtungsweisen. Und das bereichere eben eine Diskussion und somit könne auch eine Beschlusslage verändert werden, merken die umtriebigen Frauen an. Sie wollen mit dem Abend nächsten Donnerstag im Waldheim Ebingen das sogenannte „schwache Geschlecht“ motivieren, sich für einen Sitz im Kommunalparlament aufstellen zu lassen. „Wir können alles - auch Kommunalpolitik“ lautet der Slogan der Veranstaltung.
Anna Peters referiert
Denn laut Sophie Seng ist hier im Kreis noch enorm Luft nach oben, was die Besetzung des Kreistags mit Frauen angeht. Und hier werden schließlich die Weichen gestellt für Berufsschulen, Frauenhäuser oder Bildung. Es laufe ja auch nicht unbedingt schlecht, erkennen Seng und Allgaier an. Aber etwas mehr Gestaltung als Verwaltung würde dem Geschehen guttun. Und manchmal könne man mit etwas mehr Kreativität besser vorankommen.
Natürlich sei jede von ihnen auch immer wieder bereit, die eigene Meinung zu überdenken. Stand Sophie Seng der Gartenschau in Balingen einst kritisch gegenüber, so muss sie heute dankbar anerkennen, dass sie ein großer Gewinn für die Stadt Balingen ist. „Hier wurde etwas für die Zukunft unserer Kinder getan. Mit viel Grün, schönen Flächen und einer Stadt zum Erleben“, so Seng, deren drei Kinder fünf, acht und zehn Jahre alt sind. „In fünfzehn Jahren“, so die Mutter, „werden die drei immer noch von den Ergebnissen der Gartenschau profitieren.“
Elena Seeger singt
„Was kann Kommunalpolitik leisten?“ Darüber wird am 14. September Anna Peters einen kurzen Vortrag halten. Die frauenpolitische Sprecherin im Landesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg wird zur Wahl fürs Europa-Parlament antreten und kann die Menschen mitreißen. Im Vorfeld gibt es einen internen Austausch für engagierte Parteimitglieder und nach dem Kurzvortrag tritt Anna Peters in einen Dialog mit Elena Seeger. Die Liedermacherin aus Stuttgart ist in unserer Region keine Unbekannte, stammt sie doch aus Hausen im Killertal. Vor drei Jahren hat sie den Sebastian-Blau-Preis gewonnen und ist bekannt für ihre bissigen, aber nie bösartigen Texte, die aus dem Leben gegriffen sind und „von Insekten, Einhörnern und anderem Gemüse“ erzählen.
Maximal 90 Minuten Programm versprechen die Organisatorinnen, die keine öde, sondern eine spritzige Veranstaltung wollen. Denn danach soll es Gelegenheit zum Austausch und zum Vernetzen geben. Eine große Stärke von Frauen, wie alle vier betonen. Sie wollen ihresgleichen Mut machen, sich für eine bunte und lebendige Demokratie zu engagieren – zunächst einmal unabhängig vom Parteibuch. Männer sind nicht zwangsläufig die besseren Politiker. Sie trauen sich einfach mehr zu, so Sonja Allgaier.
Kurz-Vita von Referentin Anna Peters
Anna Peters ist Jahrgang 1996 und hat ihr Abitur am Deutsch-Französischen Gymnasium in Freiburg gemacht. Im Jahr 2019 hat sie ihr Studium an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg mit dem Bacherlor of Science in Volkswirtschaftslehre abgeschlossen. Seit 2012 ist Peters Mitglied der Grünen Jugend und seit 2015 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Im November 2019 wurde sie zur Bundessprecherin der Grünen Jugend gewählt und ist frauenpolitische Sprecherin der Grünen in Baden-Württemberg. Anna Peters will am 9. Juni 2024 für das Europäische Parlament antreten.
