Der Käsekessel muss erhitzt, die Milch anschließend gekühlt werden, die Melkmaschine frisst reichlich Strom – um Käse zu produzieren, wird viel Energie benötigt. „Die Tiere müssen versorgt und das Getreide geerntet werden, was viel Diesel erfordert. Da ist klar, dass Käse teurer geworden ist“, sagt Carolin Dietz. Sie betreibt mit ihrer Familie die Ziegenhütte in Harthausen und musste ihre Preise erhöhen. 30 Prozent teurer ist der Bio-Käse aus Winterlingen geworden, damit befindet sich die mehrfach ausgezeichnete Hofkäserei unter der marktüblichen Steigerung.

Preissteigerung um 39,7 Prozent bei Käse

Denn Milchprodukte sind deutlich teurer geworden. Laut Statistischem Bundesamt kostet Milch 37,5 Prozent mehr als im Vorjahr (Stand Dezember 2022) Käse und Quark 39,7 Prozent mehr – und Butter gar 72,2 Prozent. „Aber auch wir werden wohl nochmals etwas aufschlagen müssen“, sagt Dietz im Gespräch mit unserer Zeitung. Viele Kosten, beziehungsweise Gründe für die Preissteigerung, sieht man nicht auf den ersten Blick. Beispielsweise die Gläser, in denen die Hofkäserei ihre Produkte anbietet, sind deutlich teurer geworden. Ebenso die Etiketten. Kleinigkeiten, die sich aber spürbar auswirken.
Hinzu kommt: Viele der 120 Ziegen des Familienbetriebs sind gerade trächtig, nur wenige werden gemolken. Sinkt die Produktionsmenge, steigt der Preis. Sorgen, dass dies Kundinnen und Kunden abschrecken könnte, macht sich Dietz aber nur bedingt. „Natürlich müssen die Menschen gerade auf ihre Ausgaben schauen. Aber gleichzeitig ist auch ein Bewusstsein dafür da, dass Lebensmittel regional, tier- und umweltgerecht produziert werden.“

In der Hofkäserei wird alles selbst hergestellt

Und genau das ist die große Stärke des Familienbetriebs. Die Bio-Landwirtschaft in Harthausen produziert alles selbst nach höchsten ökologischen und tiergerechten Ansprüchen – vom Futter für die Ziegen bis zum fertigen Bio-Käse, der ausschließlich aus der Milch der heimischen Tiere hergestellt wird. Einen Teil des Stroms erzeugt der Betrieb selbst durch Sonnenkollektoren auf dem Ziegenstall.
Die 120 Hektar Landwirtschaft bewirtet die Familie Dietz komplett ohne chemische Pflanzenschutz- und Düngemittel. Kräuter und Öle zum Verfeinern, wie für den preisgekrönten Ziegenfrischkäse, stammen ebenfalls aus der Region. „Im Gegensatz zu anderen sind wir als kleinbäuerlicher Betrieb dadurch unabhängiger von den Märkten“, sagt Carolin Dietz.

Hoher Umsatz während Corona

Bestes Beispiel: Das Futter. Dieses importieren die meisten Milchviehhalter – zu aktuell sehr hohen Preisen, die sie wiederum an Käseproduzenten weitergeben. In Harthausen wird alles aus einer Hand hergestellt. Die Entwicklungen auf dem Markt stärken folglich den Weg, den Carolin und Alexander Dietz vor zehn Jahren eingeschlagen haben. „Aber für uns war es immer der richtige Weg, weil wir davon überzeugt sind, dass Lebensmittel bewusst und regional produziert werden müssen.“
Dass mehr Menschen diese Einstellung teilen, hat sich vor allem während der Corona-Pandemie gezeigt. Weil die Leute mehr Zeit für Kulinarik und Kochen hatten – und zudem viele andere Freizeitgestaltungen nicht möglich waren –, gaben sie mehr Geld für gute Lebensmittel aus. Auch für den Käse der Familie Dietz: „Die Nachfrage war verrückt. Das hat uns an die Grenzen der Produktion gebracht“, sagt Carolin Dietz.

Bio-Käse wird in mehr als 25 Läden verkauft

„Regional, natürlich, lecker – das sind unsere Werte und der Kern unserer Arbeit“, wirbt der Familienbetrieb Dietz auf seiner Homepage. Mit dem Bio-Ziegenkäse haben Carolin und Alexander Dietz mehrfach den Deutschen Käsepreis gewonnen. Die Familie Dietz betreibt die Bio-Landwirtschaft, einen Hofladen und die Hofkäserei. Der Bio-Ziegenkäse wird in mehr als 25 Verkaufsstellen angeboten.
Wie viel der Bio-Käse im Handel kostet, bestimmt die Hofkäserei. „Die Verkaufsstellen könnten dann nochmal eine Spanne drauflegen, aber die meisten halten sich daran“, sagt Carolin Dietz.