Flüchtlinge im Zollernalbkreis: Das Landratsamt stellt Container auf dem Thalia-Parkplatz auf

Die Landkreisverwaltung wird, in enger Absprache mit der Stadt Albstadt, auf dem Parkplatz des Thalia Theaters in Tailfingen Wohncontainer für geflüchtete Menschen aufstellen. Der Bezug ist für Februar geplant.⇥
LandratsamtDie Entscheidung ist getroffen: Die Landkreisverwaltung wird, in enger Absprache mit der Stadt Albstadt, auf dem Parkplatz des Thalia Theaters in Tailfingen Wohncontainer für geflüchtete Menschen aufstellen. Der Bezug ist für Februar geplant. Erste Arbeiten erfolgen ab kommender Woche.
Damit ist die Suche nach Alternativen für die Belegung der Kreissporthalle in Albstadt zumindest vorläufig beendet. Auf der freistehenden Fläche, die dem Landkreis von der Stadt Albstadt zur Verfügung gestellt wird, sollen bis Februar 2024 Holz-Container für 80 bis maximal 100 Personen errichtet werden. Diese werden direkt im Zollernalbkreis aus regionalem Holz produziert. Ab Montag, 27. November, finden erste Vorarbeiten beim Thalia statt. Hierzu zählt das Fundament zum Aufstellen der Container. Das Landratsamt wird über das Projekt weiter informieren. Außerdem ist ein Bürgerdialog geplant.
„Der Aufbau dieser vorläufigen Unterbringung ist notwendig, um die große Zahl der Flüchtlinge aufnehmen zu können, die uns monatlich zugewiesen werden – zwischen 80 und 120 Personen“, erklärt Landrat Günther-Martin Pauli. Um weiterhin die Zweckentfremdung von Hallen zu vermeiden, prüft das Landratsamt an mehreren Stellen im gesamten Kreisgebiet Unterbringungsmöglichkeiten. Weitere Standorte für Container entstehen auf dem Firmengelände von Trigema in Burladingen und am Zentrum am Fürstengarten in Hechingen (wir berichteten).
Fordert Kommunen aufs Äußerste
Die anhaltend hohen Flüchtlingszuweisungen fordert die Landkreise sowie Städte und Gemeinden aufs Äußerste. Als untere Aufnahmebehörde ist der Zollernalbkreis gesetzlich verpflichtet, zugewiesene Menschen aus den Landeserstaufnahmen vorläufig unterzubringen, bis deren Aufenthaltsstatus geklärt ist.
Mitte Oktober hatte das Landratsamt Zollernalbkreis verkündet, es müsse die Kreissporthalle in Ebingen vorübergehend als Flüchtlingsunterkunft nutzen. Das sorgte für Demonstrationen, an denen sich unter anderem die AfD beteiligte. Allerdings war es für Vereine und Schulen, allen voran der Walther-Groz-Schule, ein Schock auf die Halle für unbekannte Zeit verzichten zu müssen.
Der Schock saß nicht lange, denn Ende Oktober gab das Landratsamt bekannt, die Kreissporthalle ist raus. Albstadt jedoch nicht. Unter Hochdruck wurden nach Alternativen gesucht. Eben auch am Parkplatz des Theaters Thalia, das derzeit nur von „Albstadt hilft“ genutzt wird. Eine Organisation, die regelmäßig Spenden für Flüchtlinge sammelt. Die ehemalige Gaststätte Grüne Au in Ebingen wurde ebenfalls vom Landratsamt besichtigt. In Anbetracht der steigenden Flüchtlingszahlen, könnte die Gaststätte trotz Container-Lösung in Burladingen und am Thalia noch nicht vom Tisch sein.
Die aktuellen Flüchtlingszahlen im Landkreis
Der Zustrom an Geflüchteten lässt nicht nach. Allein im Oktober sind bereits 5528 Geflüchtete nach Baden-Württemberg gekommen. „Ein Plus von 50 Prozent im Vergleich zu 2022“, sagt Sozialdezernent Georg Link. Und diese Zunahme merkt man auch im Zollernalbkreis: 681 Asylbewerber wurden von Januar bis November zugewiesen, 494 davon untergebracht. Das Aufnahmedefizit liegt also bei knapp 190 Geflüchteten. Zumal, das zeigen Prognosen und Hochrechnungen, in den nächsten zwei bis drei Monaten weiter mit Zugängen von 200 bis 300 Geflüchteten zu rechnen ist. Die Kreisverwaltung rechnet damit, dass allein im ersten Halbjahr 2024 um die 500 weitere Menschen Schutz im Kreis suchen respektive zugewiesen werden.
