Burgnarren Straßberg
: Norbert Lins erhält Ritterschlag

Der Ritterschlag der Burgnarren zählt zu den Höhepunkten der Straßberger Fasnet. In diesem Jahr wird sich Norbert Lins in die illustre Liste der Würdenträger einreihen.
Von
Alexander Reimer
Straßberg
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80. Landesparteitag der CDU Baden–Württemberg: ARCHIV - 27.04.2024, Baden-Württemberg, Ludwigsburg: Der Europaabgeordnete Norbert Lins posiert beim Landesparteitag für ein Porträt. Mit dem Landesparteitag startet die CDU Baden-Württemberg in die heiße Phase der Kommunal- und Europawahl. (zu dpa: «Baden-Württemberg schickt neun Abgeordnete nach Brüssel») Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Dem Europaabgeordneten Norbert Lins wird in Straßberg eine besondere Ehre zuteil.

Jan-Philipp Strobel/dpa
  • Norbert Lins erhält am 27. Februar den Ritterschlag der Burgnarren in Straßberg.
  • Der Europaabgeordnete ist der 45. Würdenträger und ein Förderer des Ehrenamts.
  • Vorjahreskandidat Cem Özdemir erhielt den Ritterschlag wegen Bauernprotesten nicht.
  • Lins ist stellv. Vorsitzender des EU-Agrarausschusses.
  • Der Ritterschlag findet im Straßberger Rathaus um 17 Uhr statt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Kniefall zum Ritterschlag ist Jahr für Jahr ein großes Spektakel in Straßberg. Die Liste der Burgnarren-Würdenträger strotzt mittlerweile nur so vor Prominenz. In jüngsten Jahren wurde Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) oder Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) diese besondere Ehre zuteil. Blickt man noch weiter zurück, stößt man auf Namen wie Thomas Bareiß (CDU), Günther-Martin Pauli oder auch Martin Schaudt, der bei den olympischen Spielen im Dressurreiten zweimal Gold einfahren konnte (1996 und 2004).

In diesem Jahr erhält der Europaabgeordnete Norbert Lins (CDU) den Ritterschlag und wird somit zum 45. Ortsträger der Burgnarren. Der 47-jährige Lins ist in Ravensburg geboren und in Horgenzell-Danketsweiler (Kreis Ravensburg) aufgewachsen. Er lebt mittlerweile in Pfullendorf im Kreis Sigmaringen. Seit vergangenem Juli ist er stellvertretender Vorsitzender des Agrarausschusses des EU-Parlaments.

Was ist mit Özdemir?

Ein Agrarpolitiker, der von den Burgnarren in den Ritterstand erhoben wird? War da nicht was? Im vergangenen Jahr sollte Cem Özdemir (Grüne), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, in Straßberg seinen Adelstitel erhalten. Doch daraus wurde nichts. Landwirte machten damals ihrem Unmut gehörig Luft. Landauf, landab kam es zu Bauernprotesten. Als Reaktion auf den geplanten Ritterschlag Özdemirs sei sogar eine Großdemo in Straßberg angekündigt worden, erklärte damals Bürgermeister Markus Zeiser.

Alle Beteiligten hätten im gegenseitigen Einvernehmen daher beschlossen, den Ritterschlag abzusagen. Nagraszus drückt diesbezüglich sein Bedauern aus, unter anderen Umständen wäre es ein „würdiger Ritterschlag“ geworden. Zwischen Özdemir und den Burgnarren gebe es in keinster Weise Unstimmigkeiten. Aktuell bestehe aber kein Kontakt zum Büro Özdemirs. Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer wurde im vergangenen Jahr zum Ritter geschlagen.

Keine Wahlkampf-Plattform

Ein würdiger Ritterschlag wird es aber so oder so in diesem Jahr, wie der erste Burgvogt erklärt. Zum Hintergrund: Immer wieder stattete Lins in den vergangenen Jahren der Region und auch der Gemeinde Straßberg einen Besuch ab, um sich ein Bild von der Lage der Bürger zu machen oder um Vorträge zu halten. So auch im vergangenen Sommer, als er in Straßberg einen Impulsvortrag hielt. Dort sei auch der Kontakt zwischen dem Europaabgeordneten und den Burgnarren zustande gekommen, wie Daniel Nagraszus erklärt. „Anschließend wurde auf offiziellem Wege eine Nominierung ausgesprochen, welche auch seitens Herr Lins dankend angenommen wurde“, so Nagraszus weiter.

Bei der Nominierung spielten einige Faktoren eine Rolle. Denn die Burgnarren wollen nicht, dass die Fasnet zur Wahlkampf-Plattform wird. Zwar sei Lins Politiker, allerdings kandidiere er nicht für den Bundestag, der am 23. Februar gewählt wird. Doch das sei eher ein nachrangiges Argument für Norbert Lins gewesen. Denn der 47-Jährige sei „ein starker Förderer des Ehrenamts“ und „ein großer Gönner der schwäbisch-alemannischen Fasnet, weshalb er sich gut in die Liste der bereits ernannten Ritter einfügen wird“, erklärt der erste Burgvogt weiter. Ausschlaggebend sei also Lins' „Bindung zum Brauchtum und zur Straßberger Burgnarrenfasnet, weshalb wir einen ehrenvollen Ritter in den Burgnärrischen Adel aufnehmen dürfen“. Der Ritterschlag erfolgt am Schmotzigen, 27. Februar, im Straßberger Rathaus um 17 Uhr.