Kein Ritterschlag in Straßberg: Burgnarren erteilen Cem Özdemir Absage – fürs Erste

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir wird dieses Jahr von den Straßberger Burgnarren nicht zum Ritter geschlagen.
IMAGO/Christian SpickerAm „Schmotzigen“ wäre es so weit gewesen. Bundesminister Cem Özdemir (Grüne) hätte im Straßberger Rathaus den begehrten Falkenorden erhalten – Ritterschlag inklusive. Bereits seit zwei Jahren standen die Narren mit dem Büro des Abgeordneten in Verbindung. Özdemir hatte vor rund einem Jahr zugesagt. Doch nun rudern die Beteiligten zurück.
Wie die Burgnarren mitteilen, traf man diese Entscheidung in enger Absprache mit der Gemeindeverwaltung. Als Grund wurde die „aktuelle politische Situation“ genannt. Straßbergs Bürgermeister Markus Zeiser erklärt auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE, wie es dazu gekommen ist.
Großdemo angekündigt
Angesichts der angespannten Stimmung in der Landwirtschaft und den andauernden Bauernprotesten habe man von einer Einladung des Bundesministers für Ernährung und Landwirtschaft abgesehen, erklärt der Schultes. So sei bereits eine Großdemo in Straßberg angekündigt worden, sollte es tatsächlich zum Ritterschlag Özdemirs kommen. Im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Abgeordneten haben sich alle Beteiligten daher entschlossen, die Ehrung abzusagen.
Der Zeitpunkt sei für solch einen symbolischen Akt auch ungeschickt, sagt Zeiser weiter. Kritik aus den Reihen der Landwirtschaft sei laut und der Ritterschlag als Zeichen fehlender Solidarität aufgefasst worden. Zeiser unterstreicht daher den Standpunkt der Gemeinde: „Wir sympathisieren mit der Landwirtschaft.“ Die Ehrung sei darüber hinaus – trotz Polit-Prominenz – kein politisches Event. „Es ist eine Fasnetsveranstaltung und das soll es auch bleiben.“
Ersatz ist gefunden
Auch wenn Özdemir vorerst einen Korb bekommen hat, könnte ihm diese besondere Ehrung doch noch zuteilwerden. „Er hat klargestellt, dass er sich über eine Einladung in den kommenden Jahren immer noch freuen würde“, verrät Markus Zeiser.
Ganz muss der Veranstaltung am Donnerstag, 8. Februar, aller Voraussicht nach nicht ausfallen. Mit Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer stehe der nächste Anwärter in den Startlöchern, wenngleich seine Teilnahme am Freitagmittag noch nicht endgültig feststand. Bereits in der Vergangenheit hätten Albstädter Oberbürgermeister in Straßberg ihren Ritterschlag erhalten, man Pflege eine gute Nachbarschaft. Tralmer einzuladen, sei die logische Schlussfolgerung gewesen, sagt Zeiser.
Die Veranstaltung der Straßberger Burgnarren hat mittlerweile weit über die Kreisgrenzen hinaus Bekanntheit erlangt. Die Polit-Prominenz folgt der Einladung nach Straßberg gerne. In den vergangenen Jahren wurde unter anderem Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) oder Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) diese Ehre zuteil.
