Es war kurz vor 9.30 Uhr am Freitag, 16. Dezember, vergangenes Jahr, als mehrere Anrufer bei den Leitstellen von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei anriefen und einen Brand meldeten. Die Rede war von starker Rauchentwicklung aufgrund eines Brands in einem Mehrfamilienhaus in der Straße Im Raidental in Ebingen. Als die Einsatzkräfte eintrafen, schlugen bereits Flammen aus dem Dach.
Um wie viel Uhr Stefan Broch von dem Brand erfahren hat, weiß er nicht mehr, aber es war noch so früh, dass als der Geschäftsführer der as-Wohnbau am Ort des Geschehens ankam, die Einsatzkräfte noch mit der Löschung beschäftigt waren. „Es war die Hölle los“, beschreibt Broch das für den Laien wild aussehende Gewusel und die Lärmkulisse. „Es wirkte wie ein riesiges Durcheinander, aber der Einsatz ist aus meiner Sicht sehr gut gelaufen.“ Die Einsatzkräfte waren schnell vor Ort und haben den Brand schnell unter Kontrolle bekommen, so Broch. „Dafür sind wir sehr dankbar.“
Seit 17 Jahren ist Stefan Broch bei der as-Wohnbau, der kommunalen Wohnbaugesellschaft der Stadt Albstadt. Der Gesellschaft gehört das Wohnhaus, das im Dezember brannte. In diesen 17 Jahren habe es zwar schon Brände in Wohnungen oder Kellern gegeben, im Dachboden allerdings noch nicht.
„Dieser Brand gehört sicherlich zur schlimmeren Kategorie, weil die Gebäude, in denen es bisher brannte, in den meisten Fällen wieder nutzbar waren“, erklärt Broch. Das ist in Im Raidental allerdings nicht der Fall: „Dadurch, dass der Brand im Dachboden war und das Löschwasser durch das ganze Haus gelaufen ist, ist es nicht mehr bewohnbar.“ Bei einem Keller- oder Wohnungsbrand lasse sich das Haus größtenteils nach gutem Durchlüften wieder nutzen, so der Geschäftsführer. Doch nicht in diesem Fall.

Das Zuhause verloren

Kurz vor Weihnachten verloren die Bewohner ihr Zuhause, ihr Hab und Gut und damit auch unersetzbare Erinnerungsstücke. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. „Trotzdem ist es ein schlimmer Brand, allein schon aufgrund der Folgen.“
In dem Mehrfamilienhaus gab es sechs Wohnungen, eine war zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht vermietet. Stefan Broch und drei weitere Mitarbeiter waren beim Brand vor Ort, um die Bewohner zu betreuen, Fragen der Einsatzkräfte zum Gebäude zu beantworten und parallel nach Ersatzwohnungen zu suchen. „Das war nicht so einfach und nur durch immensen Einsatz der Mitarbeiter letztendlich gut gelungen“ – und das nur eine Woche vor Weihnachten.

Mieter in Ferienwohnungen untergebracht

Zwar gibt es Notfallwohnungen bei der Stadt, doch auf die musste as-Wohnbau nicht zurückgreifen. „Einige Mieter sind bei Angehörigen untergekommen.“ Die restlichen drei Mietparteien wurden in einer zu sanierenden Wohnung und Ferienwohnungen untergebracht. „Wichtig war zunächst, die Bewohner übers Wochenende unterzubringen und in der Folge dann in Ferienwohnungen mit angemessenem Mobiliar und Küchen.“ Das sei gelungen, so Broch. So verbrachten die Bewohner die Feiertage.
Doch was passiert nun mit dem Haus? „Wir sind gerade fleißig am Planen und Koordinieren.“ Ein Architekt war ebenfalls bereits da. Momentan sei jedoch die Brandschadenbeseitigung das Hauptaugenmerk. Die verbrannten Teile müssen ausgebaut werden und das Gebäude getrocknet, nennt der Geschäftsführer einige Beispiele. „Parallel laufen die Vorbereitungen für die Sanierung des Gebäudes. Zudem haben wir eine Mitarbeiterin, die dauerhafte Ersatzwohnungen organisiert.“ Drei Mieter seien selbst fündig geworden und zwei weitere haben von der Wohnbau Bestandswohnungen angeboten bekommen. „Da geht es nur noch um Detailfragen und dann können die Mieter dort einziehen.“

Ersatzwohnungen gefunden

Aus diesen Wohnungen müssen die Mieter nicht wieder ausziehen, wenn das Haus saniert ist. „Eine Mieterin hat angekündigt, dass sie zurückmöchte und das ermöglichen wir natürlich.“
Das könnte allerdings noch einige Zeit dauern. Wie lange, kann Broch noch nicht sagen, soweit sind die Planungen noch nicht. „Ich kann mir allerdings kaum vorstellen, dass die Sanierung vor Herbst fertig sein wird.“ Dabei geht es auch um die Frage, was über den Brandschaden hinaus gemacht wird, nachdem das Gebäude inzwischen komplett leer ist. „Wir können noch nicht sagen, wie hoch der Schaden ist, aber es wird ein deutlich sechsstelliger Betrag sein.“
Das Haus stammt aus den späten 1950er-/frühen 1960er-Jahren, wurde allerdings zur Jahrtausendwende saniert, so Broch. „Wir befassen uns ständig mit unserer Bestandsentwicklung und haben die große Aufgabe Klimaschutz.“ So sei es durchaus denkbar, die Situation zu nutzen, um die Heizung- und Warmwasseranlagen zu sanieren und modernisieren. „Das wird bei vielen unserer Bestandsgebäude kommen.“ Das Brandgebäude gehört mit dazu, war aber auf der Prioritätenliste nicht ganz oben, so der Geschäftsführer.

Brandursache noch nicht geklärt

Wie es bei Bränden üblich ist, hat das Polizeirevier Albstadt mit Unterstützung von Spurensicherungsexperten der Kriminalpolizei die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. „Das Gutachten des Sachverständigen ist noch nicht da“, sagt Stefan Broch. Zwar sei der Gutachter noch vor Weihnachten vor Ort gewesen, doch gerade über die Feiertage wird das Ergebnis noch ein bisschen auf sich Warten lassen.