Begegnungsprojekt in Albstadt: Gemeinsam essen, miteinander sprechen – Vesperkirche lädt wieder ein

Laden ein zur vierten Auflage der Albstädter Vesperkirche (von links): Michael Weimer mit dem Vinz-Maskottchen, Achim Wicker, Doris Burgmann, Ilze Druvina, Petra Graf, Elvira Di Valentino, Uwe Stier, Patricia Seibert-Klöck und Micha Haasis.
Benjamin Roth- Vesperkirche in Albstadt öffnet vom 22. Februar bis 3. März im Marienheim Ebingen ihre Türen.
- Täglich von 11 bis 14 Uhr gibt es warmes Mittagessen, auch vegetarisch, nach dem Motto „Jeder gibt, was er kann“.
- Ehrenamtliche Helfer und Kuchenspenden werden noch gesucht; Infoabend am 28. Januar im Marienheim.
- Rahmenprogramm mit ökumenischem Gottesdienst, Kulturabend und Benefizkonzert geplant.
- Ziel: Begegnung von Menschen verschiedener sozialer Schichten und Abbau gesellschaftlicher Blasen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Als großes Begegnungsprojekt verschiedenster gesellschaftlicher Schichten hat sich die ökumenische Vesperkirche im katholischen Gemeindehaus Marienheim in Ebingen etabliert. Die inzwischen vierte Auflage beginnt am Sonntag, 22. Februar, und endet am Dienstag, 3. März. Träger der Vesperkirche sind neben der evangelischen Kirchengemeinde Ebingen, der Seelsorgeeinheit Ebingen-Lautlingen-Margrethausen und dem katholischen Dekanat Balingen, die Caritas Schwarzwald-Alb-Donau sowie die Diakonische Bezirksstelle Balingen. Schirmherr ist Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer.
Täglich von 11 bis 14 Uhr gibt es ein warmes Mittagessen, dazu Kaffee und Kuchen als Nachtisch. Selbstverständlich steht jeden Tag eine vegetarische Alternative zur Verfügung. Das Essen hat keinen festen Preis. „Jeder gibt so viel, wie er kann“, betont Achim Wicker, Dekanatsreferent im katholischen Dekanat Balingen. So solle es auch Menschen mit kleinem Geldbeutel ermöglicht werden, das Angebot der Vesperkirche wahrzunehmen. Ganz getreu dem Motto: „Miteinander. Essen. Reden. Leben.“ Jedoch freuen sich die Organisatoren natürlich auch, wenn wohlhabendere Gäste eine größere Spende hinterlassen.
Gestiegene Preise spürt auch Vesperkirche
Denn: Dass die Preise für Speisen und Getränke gestiegen sind, spüre auch die Vesperkirche. Ohne Sponsoren sei das Gemeinschaftsprojekt nicht möglich, macht Uwe Stier, Pfarrer in der Seelsorgeeinheit Ebingen-Lautlingen-Margrethausen, deutlich. Unter der Woche beliefert die Küche der Firma mey die Vesperkirche mit Gerichten wie Schnitzel, Maultaschen, Cevapcici oder Lasagne; am Wochenende wird das Essen aus dem Balinger Klinikum bezogen, wofür sich die Organisatoren sehr dankbar zeigen.
Genauso braucht es zahlreiche Ehrenamtliche, die die Vielzahl an verschiedenen Aufgaben erledigen. Bedienung, Essensausgabe, Spüldienst, persönlicher Empfang der Gäste und Gesprächspartner für die Besucher sein, nennt Albstadts Diakon Michael Weimer einige Tätigkeiten vor Ort. Die Dienste erstrecken sich von zirka 10.15 bis 15 Uhr. Wer sich vorstellen kann, mitzuhelfen, ist beim Informationsabend am Mittwoch, 28. Januar, ab 19.30 Uhr im Marienheim an der richtigen Stelle.
Dazu werden Kuchenspenden benötigt. Täglich gehen zehn bis zwölf Kuchen über die Theke, informieren die Veranstalter. Gesucht werden daher Kuchenbäcker, die durchgebackene Kuchen – keine Sahnetorten – für die Vesperkirche bereitstellen. Wer backen oder sich als ehrenamtlicher Helfer beteiligen möchte, meldet sich telefonisch im Sekretariat der Evangelischen Kirchengemeinde Ebingen unter der Nummer 07431/4774. Fest steht bereits, dass wieder einige Schüler der elften Klasse des Gymnasiums Ebingen mithelfen. „Es haben sich so viele Schüler wie noch nie gemeldet“, freut sich Stier. Das zeige, dass sich die Jugend nach wie vor ehrenamtlich beteilige.
Geistlicher Impuls begleitet Mittagessen
Neben dem Mittagessen, das täglich von einem geistlichen Impuls begleitet wird, gibt es auch wieder ein umfangreiches Rahmenprogramm. Auftakt ist am Sonntag, 22. Februar, ab 10.30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Martinskirche. Am Donnerstag, 26. Februar, findet ab 19 Uhr ein Kulturabend mit der schwäbisch-irischen Band „Finn Mc Cool“ bei freiem Eintritt statt. Die Band hat bereits im Vorjahr die Vesperkirche bereichert. Achim Wicker betont: „Die Resonanz war so gut, dass wir die Band gleich nochmal eingeladen haben.“ Dazu gibt es ein Benefizkonzert zugunsten der Vesperkirche am Sonntag, 1. März, ab 18 Uhr in der Kirche St. Josef mit dem Chor Effata unter der Leitung von Martin Wäschle.
Dass die Vesperkirche in Albstadt eine Erfolgsgeschichte ist, zeigen die Besucherzahlen aus den vergangenen Jahren. 2025 wurden 1248 Gäste verzeichnet, darunter auch 58 Kinder. Das mache deutlich, dass generationsübergreifend gemeinsam die Mittagszeit verbracht werde.
Gesellschaftliche Blasen auflösen
Unter die Gäste mischen sich erneut Vertreter der Diakonie sowie der Caritas. Aus den Erfahrungen der Vorjahre ist bekannt, dass Ratsuchende mit Sorgen jeglicher Art – seien es Geld-, Suchtprobleme oder Einsamkeit – dieses niederschwellige Angebot zu schätzen wissen. Einige Gesichter, die sie bei der Vesperkirche kennengelernt habe, sehe sie später in den Beratungszentren wieder, sagt Patricia Seibert-Klöck von der Diakonie. Dazu werden soziale Projekte wie das Kaufwaschcafé oder das Sozialkaufhaus vorgestellt.
Die Caritas ergänzt das Angebot beispielsweise mit Schwangerschaftsberatung sowie Integrationsmanagement. „Das Ziel ist es, die gesamte Gesellschaft abzubilden. Dass Menschen ins Gespräch kommen, die sich außerhalb der Vesperkirche privat nicht unterhalten würden“, hebt Achim Wicker nochmals hervor. Heißt: Gesellschaftliche Blasen, in denen sich die Menschen in ihrem Alltag bewegen, werden aufgelöst. „Viele Gäste kommen daher jeden Tag“, weiß Doris Burgmann von der evangelischen Kirche. So würden auch neue Freundschaften entstehen.
