„Tatort“ aus Köln: Ein Krimi, aber auch das Drama einer Opern-Generalsanierung

Im September 2026 soll die Kölner Oper endlich wiedereröffnet werden.
Henning Kaiser/dpa- Der Kölner „Tatort“ „Die Schöpfung“ spielte in der Oper und im Interim „Staatenhaus“.
- Die Sanierung der Kölner Oper begann 2012 und dauert bis zur geplanten Wiedereröffnung 2026.
- Die Generalsanierung kostet inklusive Zinsen und Interim rund 1,5 Milliarden Euro.
- Das Opernhaus, Schauspielhaus und drei weitere Spielstätten sollen ab September 2026 öffnen.
- Fehlplanungen, Pannen und Kostenexplosionen machen die Baustelle zur teuersten Kulturbaustelle Deutschlands.
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„Wenn der nächste Eröffnungstermin auch nicht gehalten wird, stehen wir auf der Straße!“, klagt der Intendant. „Das ist jetzt nicht unser Problem“, entgegnet der Hauptkommissar genervt. „Aber meins, Herr Ballauf, aber meins.“ Sehenswert war er durchaus, der am Sonntag (11. Januar 2026) ausgestrahlte „Tatort“ mit dem Titel „Die Schöpfung“, der in der Kölner Oper spielt – und einer mit sehr realistischen Dialogen. Denn filmreif ist auch die Generalsanierung der Städtischen Bühnen der Rheinmetropole: als Tragödie. Oder als Stoff für einen Gesellschafts- und Wirtschaftskrimi.
Denn am Kölner Offenbachplatz steht die teuerste Kulturbaustelle Deutschlands. Schon 2012 begannen dort die Arbeiten: Das Opernhaus von Wilhelm Riphahn von 1957, ein Riesenklotz der Nachkriegsmoderne, wird generalsaniert. Aber auch das Schauspielhaus. Zudem entstehen eine Kinderoper und eine vierte Spielstätte, das Kleine Haus.
Ein 1,5-Milliarden-Euro-Fiasko
Fehlplanungen, Pech, Pannen, Chaos, die üblichen Preissteigerungen, ein mehrfach verschobener Wiedereinzug: macht allein 800 Millionen Euro an Baukosten. Aber es ist ein 1,5-Milliarden-Fiasko, denn die Zinsen und die Finanzierung der Darlehen müssen hinzugerechnet werden. Und die Kosten für das Interim, das „Staatenhaus“ auf der anderen Rheinseite, bei der Messe in Deutz: Auch der „Tatort“ spielt an beiden Orten.
Eigentlich hätten Ballauf und Schenk 2024 schon im generalsanierten Opernhaus ermitteln, gewissermaßen mit einem „Tatort“ den neuen Glanz auch hinter den Kulissen einem großen TV-Publikum zeigen sollen. Aber war halt mal wieder nix gewesen: Das Drehbuch musste extra umgeschrieben werden. Kommissar Schenk durfte sich aber immer noch als Fan des Musiktheaters outen, mit Sätzen wie: „Ein Opernsänger ist ein Mensch, der singt, statt zu bluten, wenn man ihm einen Dolch ins Herz stößt.“
Das Kölner Ermittler-Duo löste die Mordfälle in der Kölner Oper routiniert. Und ja, zur Spielzeit 2026/27 sollen Opernhaus, Schauspielhaus, Kinderoper und Kleines Haus gemeinsam für das Publikum öffnen: Der feierliche Festakt ist für den 24. September 2026 geplant. Was man am realen Tatort dann alles spielen könnte? Nicht Mozarts „Così fan tutte“. So machen es alle? Hoffentlich nur die Kölner.

