Mezzosopran aus Elchingen: Brigitta Ambs singt am Sonntag im Kölner „Tatort“

Brigitta Ambs bei einem Auftritt in der Oberelchinger Klosterkirche.
Klaus-Peter Berg- Mezzosopranistin Brigitta Ambs singt im „Tatort“ am Sonntag, 11. Januar 2026, im Ersten.
- Der Kölner Opernchor spielt sich selbst im Krimi „Die Schöpfung“.
- Dreharbeiten fanden 2024 statt, Ambs beschreibt sie als „aufregend“.
- Die Oper Köln bleibt Baustelle, der Chor probt weiter im Interimsquartier in Köln-Deutz.
- Elchinger Musiktage finden wieder Ende Juli/Anfang August statt, Programm hängt von Zuschüssen ab.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im „Tatort“ bekommt so ein Text eine ganz andere Bedeutung: „Verzweiflung, Wut und Schrecken begleiten ihren Sturz, und eine neue Welt entspringt auf Gottes Wort“, singt der Chor in Joseph Haydns „Die Schöpfung“. Das Oratorium gibt dem neuen Fall aus Köln, der am Sonntag (11. Januar 2026) im Ersten ausgestrahlt wird, auch den Namen. Aufmerksame Musikfreunde aus der Region werden gleich zu Beginn ein bekanntes Gesicht entdecken: Im „Tatort“-Chor singt Brigitta Ambs, die Intendantin der Elchinger Musiktage.
Eine Überraschung – aber eigentlich auch keine: Die Mezzosopranistin gehört seit 2022 dem Chor der Oper Köln an. Und der spielt in dem dort angesiedelten TV-Krimi sich selbst. „Das war aufregend“, sagt Ambs über die Dreharbeiten auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE. „Wir mussten deswegen sogar eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben.“
Normale Probenarbeit, nur mit Wiederholungen
Die Chormitglieder bekamen freilich von den Mordermittlungen des Ermittlerduos Ballauf und Schenk nur wenig mit. Wichtig sind die Szenen mit Ambs & Co. aber, weil die Verdächtige Valerie Schmitt (gespielt von Hannah Schiller), eine Sopranistin mit Alkoholproblem, im Film zum Chor gehört. „Die Schauspielerin saß in der Mitte und hat mitgesungen“, erinnert sich die Elchingerin an die Dreharbeiten im Sommer 2024. Sonst sei alles normale Probenarbeit gewesen, „abgesehen davon, dass wir die Passagen die ganze Zeit wiederholen mussten“.
Wobei „normal“ in Köln relativ ist: Das Stammhaus ist seit 2012 wegen Sanierung geschlossen, die Oper ist die wohl berüchtigtste Kultur-Baustelle Deutschlands. Der „Tatort“ hätte 2024 bereits im neuen alten Theaterbau gedreht werden sollen, das Drehbuch musste extra umgeschrieben werden. Eineinhalb Jahre später wird immer noch im Ausweichquartier in Köln-Deutz gespielt. Ambs: „Ich kenne als Sängerin die alte Oper gar nicht, ich habe im Interimsgebäude angefangen.“
Entsprechend spannend findet die Mezzosopranistin die Frage, ob es zur neuen Spielzeit 2026/27 klappt mit dem Umzug. Der lange unsichere Zeitplan verzögerte auch die Planung der nächsten Musiktage, Ambs kann ja nicht gleichzeitig in Köln und Elchingen sein. Jetzt steht der Intendantin zufolge fest, dass das Festival wieder Ende Juli/Anfang August über die Bühne gehen wird. Der Programm hänge davon ab, welche Zuschüsse man bekomme.
Immer wieder aufregend, so ein Leben als Festivalmacherin. Am Sonntag wird Brigitta Ambs aber erst einmal wie der Rest der Republik „Tatort“ gucken. Sie hat den fertigen Film noch nicht gesehen.

