„Rheingold“ in Bayreuth 2025
: Die Zwillingsbrüder Wotan und Albrecht werden bejubelt

Bayreuther Festspiele Ein letztes Mal steht der von Valentin Schwarz inszenierte „Ring“ auf dem Spielplan. Gab es Buhs?
Von
Jürgen Kanold
Bayreuth
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Bayreuther Festspiele 2024 - Ring des Nibelungen „Das Rheingold“: HANDOUT - 27.07.2024, Bayern, Bayreuth: Dieses von den Bayreuther Festspielen zur Verfügung gestellte Foto zeigt Evelin Novak (Woglinde), Natalia Skrycka (Wellgunde), Marie Henriette Reinhold (Floßhilde), Olafur Sigurdarson (Alberich) und Statisten der Bayreuther Festspiele in der I. Szene, "Morgendämmerung", von "Das Rheingold" aus der Inszenierung "Der Ring des Nibelungen" von 2024. Foto: Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits - Verwendung im Internet nur bei max. Größe 1000 x 1000 Pixel +++ dpa-Bildfunk +++

Alberich (Olafur Sigurdarson) und die Rheintöchter.

Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele/dpa
  • Bayreuther Festspiele 2025 starten mit dem „Rheingold“ von Valentin Schwarz – letzter Sommer der Inszenierung.
  • Publikum feiert Sänger wie Tomasz Konieczny (Wotan) und Olaf Sigurdarson (Alberich).
  • Schwarz interpretiert den „Ring“ als düstere Familiengeschichte mit komplexer Figurenkonstellation.
  • Simone Young dirigiert im zweiten Jahr – farbenreiches Vorspiel, zurückhaltende Begleitung des Dramas.
  • 2026 Jubiläums-„Ring“ angekündigt: Christian Thielemann dirigiert, Inszenierung mit KI-Elementen geplant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Kiosk gegenüber dem Festspielhaus verkaufen sie schon das „Wagnermania“-Package für 2026. Die Bayreuther Festspiele feiern dann Jubiläum mit einem neuen „Ring des Nibelungen“, den Publikumsliebling Christian Thielemann dirigieren wird – aber die Leute rätseln immer noch, was das szenisch werden soll: Angekündigt ist ungefähr eine Bilderflut aus Aufführungen der vergangenen 150 Jahre, zusammengerührt mit Künstlicher Intelligenz, und die Sängerinnen und Sänger werden dazu auf der Bühne „positioniert“? Also wer mehr Regie möchte, kann sich ja noch einmal den aktuellen „Ring“ von Valentin Schwarz anschauen, der nun im vierten Sommer läuft und am Samstag (26. Juli 2025) mit dem „Rheingold“ gestartet ist.

Bejubelte Sängerschar

Was ist der Österreicher ausgebuht und öffentlich verbal verdroschen worden! Aber jetzt lief das alles friedlich bis euphorisch ab – beim Bayreuther „Ring“ erscheint ein Regisseur ja erst am Ende, nach der „Götterdämmerung“. Und das Publikum bejubelte die Sängerschar: Tomasz Konieczny mit dröhnendem Bassbariton als aggressiv-cholerischer Wotan, Olaf Sigurdarson als koboldhaft-dramatisch leidender Alberich, Daniel Behle als Loge; großartig Anna Kissjudit als warnend weise Erda mit Ehrfurcht gebietendem, strahlendem Alt.

Schwarz behauptet, das Libretto als Assoziations-Steinbruch nutzend, eine böse Familiengeschichte. Alberich ist der verstoßene Zwillingsbruder von Wotan und rächt sich. Er kidnappt am Swimmingpool der Götter-Villa einen Jungen: Die Kinder sind das Rheingold, der Knabe der Ring, der ewige Macht verleiht – das heißt, Alberich zieht ihn auf als seinen Sohn Hagen, der später Siegfried ermorden wird. Mime arbeitet im Nibelungenhort als Erzieher im Kinderhort, in dem auch schon Walküren heranwachsen. Echt kompliziert. In den neuen „Meistersingern“ von Matthias Davids kann einem das nicht passieren. Doch, die „Rheingold“-Erzählung von Schwarz ist durchdacht, interessant– aber es mangelt dieser Inszenierung an Konsequenz und Handwerk.

Simone Young ist im zweiten Jahr die „Ring“-Dirigentin. Das „Rheingold“-Vorspiel: ungemein farbenreich dahinfließend. Dann zieht sich die Australierin sehr dienend zurück aufs Musikdrama. Romantisches Klangspektakel ist ihre Sache nicht.