Internationales Donaufest 2026: Denis Scheck verkostet in Ulm Kafkas Köstlichkeiten

Der Literaturkritiker Denis Scheck (im Bild) kredenzt im Café Aegis vegetarische Gerichte, die der Schriftsteller Franz Kaftka geschätzt und aufgezeichnet hat.
Jens Kalaene/dpa- Literaturprogramm beim 14. Internationalen Donaufest: vom 3. bis 12. Juni 2026 in Ulm/Neu-Ulm.
- Motto „Gegen den Strom. Dem Licht entgegen“ – 16 Autorinnen und Autoren aus Donauländern.
- Zehn Veranstaltungen an verschiedenen Orten, Eintritt frei und Fokus auf Übersetzungen.
- Denis Scheck moderiert am 9. Juli Robert Menasse und serviert am 10. Juli Kafkas Rezepte.
- Neu sind Formate für Kinder und Jugendliche, inklusive „Donau-Unke“ beim Buchpreis.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Gegen den Strom. Dem Licht entgegen“ lautet das Motto des Literaturprogramms im Rahmen des 14. Internationalen Donaufests, das vom 3. bis zum 12. Juni 2026 in Ulm und Neu-Ulm gefeiert wird. Olivera Stošić Rakić, seit 2024 künstlerische Leiterin des Literaturprogramms, hat dafür wieder hochkarätige Namen gewinnen können. „16 großartige zeitgenössische Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Donauländern, deren Texte auch auf Deutsch erschienen sind, werden sich bei zehn Veranstaltungen an verschiedenen Orten in der Doppelstadt präsentieren“, sagt die serbische Literaturwissenschaftlerin und Kulturmanagerin, die seit 2018 in Ulm lebt.
Sie beleuchten in ihren neu erschienenen Werken weniger bekannte Phänomene aus Vergangenheit und Gegenwart oder greifen den Fluss als zentrales Element auf ihres Erzählens auf. Auch Bücher mit dem Motiv des Aufbruchs und dem Phänomen der Migration sind im Programm vertreten. Außerdem gibt es Überraschendes über bedeutende Schriftsteller wie Taras Schewtschenko oder Franz Kafka zu erfahren – in ungewöhnlichen Formaten.
So stellt der deutsche Literaturkritiker Denis Scheck am 10. Juli, um 18.30 Uhr, im Aegis Café etwa vegetarische Rezepte von Kafka vor, die Scheck zusammen mit Eva Gritzmann unter dem Titel „Kafkas Kochbuch“ herausgegeben hat. Die Lesung ist mit einer Verkostung verbunden. Am Abend zuvor (9. Juli, 18.30 Uhr) moderiert Scheck ein Gespräch mit dem österreichischen Schriftsteller und politischem Essayisten Robert Menasse. Dieser widmet sich in seinen Texten den Herausforderungen der Europäischen Union als ein komplexes und ambivalentes Projekt und geht der Frage nach, wie sich die Wirklichkeit der EU literarisch überzeugend erzählen lässt.
Intime Momente der Solidarität und Hoffnung
Neben der Assoziation mit dem Fluss verweist das diesjährige Motto auch auf eine typische Haltung von Schriftstellerinnen und Schriftstellern: „Gegen den Strom zu schwimmen“ drückt das tiefe Bedürfnis aus, sowohl die persönliche als auch die kollektive Freiheit zu bewahren. Gerade in der heutigen Zeit, im ohrenbetäubenden Strom einer Welt, die ihrem Untergang entgegenzurasen scheint, sei diese Haltung von besonderer Bedeutung, findet Stošić Rakić. Obwohl sich viele Bücher mit der Entfremdung und den Ängsten des modernen Individuums befassten, eröffneten sie doch auch Raum für intime Momente der Hoffnung und Solidarität.
Ein Novum im diesjährigen Literaturprogramm sind Sonderveranstaltungen für Kinder und Jugendliche. Bei einer kreativen Flussreise im Kinderzelt (6. Juli, 10 Uhr) können Mädchen und Jungen, basierend auf dem Buch „Lau lacht wieder“ von Gabriela Costea, Iulia Iordan und Anca Smărăndache, die Donau entdecken. „Dabei werden ökologische und literarische Aspekte verschränkt“, erläutert Stošić Rakić. Schülerinnen und Schüler des Kepler-Gymnasiums diskutieren mit Sabine Zaplin über ihren Jugendroman „Die Wasserwandler“, der den Bogen vom Schicksal der Donauschwaben in die gegenwärtige Migrationsgeschichte schlägt. Außerdem wird es in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Ulmer Unke“ des Stadtjugendrings in diesem Jahr beim Kinder- und Jugendbuchpreis erstmals eine „Donau-Unke“ geben. Die Kinderjury liest und bewertet neben der Auswahl der besten Bücher also auch (übersetzte) Kinder- und Jugendbücher aus den Donauländern.
Ziel des Literaturprogramms beim Internationalen Donaufest sei es, Menschen aus verschiedenen Donauländern miteinander ins Gespräch zu bringen und die Übersetzung osteuropäischer Autorinnen und Autoren ins Deutsche zu fördern, sagt Olivera Stošić Rakić. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
Neben den bereits genannten Autorinnen und Autoren stellt das Donaufest vor: Ivana Sajko (Kroatien), Faruk Šehić (Bosnien und Herzegowina), Franziska Füchsl (Österreich), Michal Tallo, Anna Siedykh, Veronika Dianiskova (Slowakei), András Visky (Rumänien/Ungarn), Claudia Dathe (Deutschland), Alida Bremer (Deutschland/Kroatien), Lesja Ukrajinka und Mychajlo Semenko (Ukraine) sowie verschiedene Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus der Region Ulm/Neu-Ulm. Eine detaillierte Programmübersicht steht unter donaufest.de.
