Gesundheit
: Das hilft gegen die Erkältung

Ein verräterisches Kratzen im Hals, die laufende Nase, es ist kalt und das Schlucken schmerzt. Viele sind zurzeit erkältet. Was hilft jetzt wirklich?
Von
Zoe Fleckenstein
Ulm
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Wer sich eine Erkältung eingefangen hat, möchte sie möglichst schnell wieder los werden.

Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Eine böse Vorahnung macht sich breit, wenn die ersten Symptome einer Erkältung auftauchen. Muss man sich seinem Schicksal ergeben, oder kann man doch noch dagegen steuern?

Wer ein erstes Kratzen im Hals bemerkt, sollte sich selbstverständlich schonen. Wenn sich eine Erkältung anbahnt, „dann sollte man versuchen, sich warm zu halten und ausreichend zu schlafen„, rät Uwe Popert im Gespräch mit der Deutschen Presseagentur (dpa). Er ist Sektionssprecher Hausärztliche Praxis der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Wer im Kampf gegen die Krankheit versucht, möglichst viele Vitamine zu sich zu nehmen, sollte auf eine ausgewogene Ernährung mit Obst und Gemüse setzen. Und was ist mit Nahrungsergänzungsmitteln? „Ob eine Menge an Vitamin C hilft, darüber gibt es verschiedene Studienaussagen“, sagt Popert. Hoch dosierte Tabletten sind laut dem Experten jedoch „nicht förderlich“.

Auch die meisten Medikamente lindern nur die Symptome, wie Hals– und Gliederschmerzen. Letztlich muss man die Krankheit akzeptieren, auch wenn es gerade nicht günstig ist. Denn der Verlauf der Krankheit könne nicht durch eingenommene Mittel verkürzt werden, sagt Hausarzt Ivo Grebe der dpa: „All die Mittel, die es gegen Erkältungen gibt, dienen am Ende nur dazu, die subjektiven Symptome und Beeinträchtigungen zu lindern“

Was hilft am besten gegen Erkältungssymptome?

Das Offensichtliche zuerst: viel Trinken kann helfen, den Infekt zu bekämpfen. Ob Tee oder etwas anderes, ist dabei zweitrangig, obgleich viele auf das Heißgetränk schwören. Warum Flüssigkeit bei einer Erkältung so wichtig ist, erklärt Hausarzt Grebe der dpa: „Das reduziert die Viruslast im Nasen–Rachen–Raum. Außerdem ist der Körper nun stärker gefordert und setzt mehr Flüssigkeit um.“ Bei Gliederschmerzen kann man zu Schmerzmitteln greifen. Aber Vorsicht: Bei Magenbeschwerden, verzichtet man besser auf Schmerzmittel wie Ibuprofen oder ASS (Acetylsalicylsäure). „Paracetamol belastet den Magen weniger“, sagt Uwe Popert der dpa. Auch Inhalieren kann das Wohlbefinden steigern, wobei die Zusätze von den persönlichen Vorlieben abhängen. Für die Nase empfiehlt Popert ein Kinder–Nasenspray, da es niedriger dosiert sei und somit weniger Schäden an der Nasenschleimhaut verursache. Auch eine Nasenspülung mit Kochsalz kann helfen. Hier warnt der Experte: „Wenn man die selber herstellt — bitte nicht salziger machen, als Meerwasser wäre. Denn das kann Nasenbluten verursachen.“ Wer ein bis zwei gestrichene Teelöffel Kochsalz in einem Liter Wasser auflöst, ist auf der sicheren Seite. Gegen Husten könne heiße Milch mit Honig helfen.

Nur eine Erkältung, Grippe oder doch Corona?

Woher kommen die Beschwerden, wenn man sich schlecht fühlt? Ist es wirklich „nur“ eine Erkältung, eine handfeste Grippe oder eigentlich eine Corona–Infektion? Eine klare Unterscheidung ist anhand der Symptome kaum möglich. Doch es gibt Anhaltspunkte. Magen–Darm–Beschwerden und Kopfschmerzen können auf die Coronavirus–Variante Pirola hinweisen, „Und wenn ein schlagartiger Beginn da ist — mit hohem Fieber, starker Abgeschlagenheit -, kann das eine beginnende Influenza–Infektion sein“, sagt Uwe Popert. Die Grippe spielt derzeit — Ende November — im Infektionsgeschehen aber noch keine große Rolle. In aller Regel setzt die Grippewelle im Januar ein.

Kann man sich vor Infekten schützen?

Einen hundertprozentigen Schutz vor Infekten gibt es wohl nicht, aber die Immunabwehr kann man durchaus unterstützen. Spaziergänge an der frischen Luft und eine ausgewogene Ernährung helfen. „Wer es nicht schafft, so viel Obst und Gemüse zu essen, kann gerne auch mal eine Multivitamin–Tablette in Wasser auflösen“, sagt Ivo Grebe der dpa. Der Mediziner rät zudem, eine Grippeschutzimpfung in Betracht zu ziehen, sie schütze vor einem schweren Grippe–Verlauf.

Mit Material der dpa