Hochwasser in der Region: Liveticker zum Nachlesen: Was für ein Wochenende!

Die Feuerwehr kämpft um das Umspannwerk Dellmensingen. Einer der Brennpunkte, an denen die Rettungskräfte beim Hochwasser am ersten Juni-Wochenende 2024 im Einsatz war.
Amrei OellermannWetterexperten sprechen von „Jahrhundert-Niederschlägen“: Das erste Juni-Wochenende 2024 wird vielen Menschen im Südwesten noch lange in Erinnerung bleiben. Dauerregen ließ die Pegel vieler Flüsse in Baden-Württembergs und Bayern massiv ansteigen.
- Am Freitag, 31.05. ging es los: Wetterdienste warnen vor massivem Hochwasser. Die Städte Ulm und Neu-Ulm packen ihren Hochwasser-Aktionsplan aus, der nach dem Pfingsthochwasser 1999 erarbeitet wurde. Der Pegel der Donau steigt langsam an, der Höchststand wird für den Samstag erwartet.
- Früh zeigt sich, dass vor allem kleinere Flüsse wie die Roth in Pfaffenhofen und Weißenhorn, oder die Günz und die Mindel in den benachbarten Landkreisen zum Problem werden. Nach tagelangen Regenfällen ist der Untergrund gesättigt, das Wasser kann nicht abfließen.
- Am Samstag, 1. Juni, gibt es viele Brennpunkte: Der Stehenbach in Unterstadion ist über die Ufer getreten, bei Schnürpflingen droht ein Damm zu brechen und auch in Erbach, Weißenhorn, Senden und vielen weiteren Orten sind die Feuerwehren im Einsatz. Auch in umliegenden Kreisen, wie in Göppingen, wird die Hochwasserlage zunehmend dramatisch
- In Ulm und Neu-Ulm blickt man bang auf die Donau. Gegen Mittag geben die Städte aber vorsichtig Entwarnung: Die Dämme werden halten, das Donau-Hochwasser ohne größere Schäden durchziehen.
- In der Nacht auf Sonntag, 2. Juni, entgleist nach einem Erdrutsch in Schwäbisch Gmünd auf der Strecke zwischen Stuttgart und Ulm ein ICE. Eine der am schlimmsten betroffenen Kommunen ist Weißenhorn, wo die Roth auch das Krankenhaus zu überfluten droht. Im Laufe des Sonntags wird es evakuiert.
- Ein weiterer Brennpunkt an diesem Wochenende ist das Umspannwerk in Dellmensingen, das 40.000 Haushalte mit Strom versorgt. Mit Tausenden Sandsäcken kämpft die Feuerwehr viele Stunden, um die Überflutung zu verhindern.
- Aufgrund des Hochwassers muss die Erstanlaufstelle für Geflüchtete in Nersingen evakuiert werden, im Silberwald in Neu-Ulm wird eine Spaziergängerin aus dem Unterallgäu vermisst und auch im Kreis Günzburg läuft eine Suchaktion: Ein Feuerwehrmann war von einem kenternden Boot in die Fluten gefallen.
- In der Nacht auf Montag, 3. Juni, gibt es neue Brennpunkte, etwa den Kreis Göppingen. Besonders betroffen sind Ebersbach und Uhingen, wo eine Lärmschutzwand und ein Damm brechen. Menschen werden mit Hubschraubern und Booten in Sicherheit gebracht.
- Nach schlimmen Regentagen und teils dramatischen Überflutungen klart der Himmel über Baden-Württemberg wieder auf. Die Wasserstände an den meisten Gewässern im Südwesten fallen der Hochwasservorhersagezentrale zufolge wieder.
Was passierte 1999 beim Jahrhunderthochwasser in Ulm und Neu-Ulm?
Wie schlimm war die Lage in Ulm und Neu-Ulm im Jahr 1999? Das Pfingsthochwasser sorgte vor 25 Jahren dafür, dass die Innenstädte von Neu-Ulm und Ulm teils komplett unter Wasser standen. In Neu-Ulm wurde damals sogar der Katastrophenalarm ausgerufen.
Ganze Keller wurden geflutet, das Wasser reichte sogar bis in die Eingangsbereiche mancher Häuser. In Ulm war damals vor allem die Straßen des Fischerviertels von zentimeterhohem Wasser betroffen. Die Donau verwandelte sich damals in einen gefährlichen, reißenden, braunen Strom.
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