Hochwasser in Ulm
: Überschwemmungen: Wie verhalte ich mich bei Hochwasser?

Der Dauerregen lässt in Baden-Württemberg und Bayern derzeit die Flüsse über die Ufer treten, an vielen Orten droht Hochwasser. Wie schützt man sich und andere in so einem Fall?
Von
Leonie Maschke
Ulm
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Donau-Hochwasser 2024

In Ulm und Neu-Ulm bereitet man sich auf Hochwasser vor.

Yasmin Nalbantoglu

Angesichts der ab Freitag in weiten Teilen Süd- und Ostdeutschlands erwarteten extremen Starkregenfälle haben Meteorologen und Behörden ihre Unwetterwarnungen nochmals bekräftigt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sprach am Donnerstag in Offenbach von der Gefahr „großräumiger Überschwemmungen“ in einem Gebiet von Baden-Württemberg sowie Bayern bis nach Thüringen und Sachsen.

Erst vor knapp zwei Wochen hatten Starkregenfälle zu Überschwemmungen im Saarland und in Teilen von Rheinland-Pfalz geführt und zahlreiche Schäden angerichtet. Auch in Ulm und Neu-Ulm bereitet man sich auf den schlimmsten Fall vor. Es besteht die Befürchtung, dass sich das Hochwasser von Pfingsten 1999 wiederholen könnte. Die Einsatzkräfte sind in Alarmbereitschaft.

Doch was tun, wenn es so weit ist? Wie schützt man sich und andere? Wir haben eine Übersicht mit den wichtigsten Punkten zusammengestellt.

Überschwemmungsgefahr: So schützen Sie Ihr Haus

  • Bereiche im Haus, die überschwemmt werden könnten, sollten rechtzeitig ausgeräumt werden. Strom oder Sicherungen sollten vorsichtshalber ganz ausgeschaltet werden.
  • Wertvolle Gegenstände, zum Beispiel Computer oder andere technische Geräte, sollten sicher verstaut werden. Auch gefährliche Chemikalien, Lacke oder Farbe sollten in Sicherheit gebracht werden.
  • Fenster, Türen und Abflussöffnungen gut abdichten.
  • Bei drohender/bereits bestehender Überflutung untere Geschosse sofort verlassen und höher gelegene Orte aufsuchen
  • Auf Netzausfälle vorbereiten (z.B. Strom, Mobilfunk)
  • Die Entwicklung der Gefährdungslage in Radio, Fernsehen, Internet etc. verfolgen

Unterwegs mit dem Auto: Was vermieden werden muss

  • Generell: Fahrten unbedingt vermeiden
  • Auf erhebliche Beeinträchtigungen auf allen Verkehrswegen bis hin zu Sperrungen/Schließungen einstellen
  • Das Auto rechtzeitig aus Garagen oder von Parkplätzen fahren, die betroffen sein können.
  • Nicht mit dem Auto durch überflutete Straßen fahren! Das Wasser kann tiefer und die Strömung stärker sein als gedacht, teilt der Deutsche Feuerwehrverband mit. Der Wagen kann aufschwimmen und Insassen können sich nicht mehr in Sicherheit bringen.
  • Zudem kann das Wasser großen Schaden im Motorraum anrichten. Laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenschutz kann der Katalysator mit einer Betriebstemperatur von 700 Grad Celsius bei plötzlicher Abkühlung zerspringen.
  • Wenn das Auto schon bis über alle Räder im Wasser steht: Abschleppen lassen.

Hochwasser: Eigenes Leben schützen

  • Besonders gefährdete Menschen wie Kinder, hilfebedürftige Personen oder auch Haustiere müssen rechtzeitig aus dem Gefahrenbereich gebracht werden.
  • Helfen Sie Ihren Mitmenschen, bringen Sie sich aber nicht selbst in Gefahr!
  • Keine bereits überfluteten Keller betreten! Diese können zur tödlichen Falle werden. Wasser kann die Türen blockieren. Zudem besteht Stromschlaggefahr durch elektronische Geräte im Keller.
  • Wälder, Hanglagen und Uferbereiche sollten gemieden werden, da Bäume umstürzen können und die Gefahr von Abbrüchen und Unterspülungen besteht. Ebenso sollten Hochwasserschutzanlagen gemieden werden.
  • Auch wenn es im ersten Moment wie eine lustige Idee klingt: Nicht mit einem Boot oder ähnlichen Gefährten durch Hochwassergebiet fahren. Das kann aufgrund der Wellenbildung und nicht sichtbaren Gefahren unter Wasser gefährlich werden.
  • Beachten Sie die Anweisungen und Absperrungen der Einsatzkräfte.
  • Informiert bleiben: Die Lage über Internet, Radio oder Fernsehen im Blick behalten. Die Webseite www.hochwasserzentralen.de bietet eine Übersicht über die aktuelle Situation.

Quellen: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Mit Material von dpa

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