Flut an Donau und Iller
: Mit dem Kajak durch Neu-Ulm - So verheerend war das Hochwasser von 1999

Ein „Jahrhunderthochwasser" überflutet an Pfingsten 1999 die Neu-Ulmer Innenstadt, Teile der Ulmer Altstadt und Gemeinden an Iller und Donau. Ein Rückblick in Bildern.
Von
Judith Conrady
Ulm
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Neu–Ulm, Donau, Hochwasser: Ein Kajakfahrer nutzt das Donauhochwasser zur Paddeltour durch die Stadt. Beachten: erschien am 26.05.1999 und 29.12.1999 im Ulmer Wochenblatt

Ein Kajakfahrer nutzt das Donauhochwasser zur Paddeltour durch Neu-Ulm. Dieses Bild zeigt die Schützenstraße.

Oliver Schulz

Der Pegel der Iller war am Pfingstsonntag 1999 an der Messstelle Wiblingen auf das Rekordhoch von 7,52 Meter gestiegen. Die Donau erreichte am Pfingstsonntag 1999 einen Pegel von 5,71 Metern. Infos zur aktuellen Hochwasserlage in Ulm und Neu-Ulm finden Sie hier.

Ulm, Donau, Hochwasser: Blick um etwa 7.30 Uhr von der Brücke auf die Donau.

Blick von der Herdbrücke in Ulm.

Oliver Schulz.

Die Wassermassen reichten bis an die Ulmer Stadtmauer: Das Foto oben zeigt den Blick von der Herdbrücke auf die Donau.

Ulm, Donau, Hochwasser: Ein Mann sitzt auf der Lehne einer Bank und betrachtet die Donau etwa 9:00 Uhr. Am Pfingstwochenende wurde Ulm / Neu-Ulm / Region von einem Hochwasser heimgesucht.

Der Blick vom Neu-Ulmer Donauufer.

Oliver Schulz

Auch auf der Neu-Ulmer Seite machten sich die Wassermassen breit. Stadt und Kreis Neu-Ulm traf das Hochwasser besonders. Die Fluten strömten in die Neu-Ulmer Innenstadt.

Neu–Ulm, Donau, Hochwasser: Eine Frau watet durch die überflutete Schützenstraße (beim Krankenhaus). Das Wasser steht kniehoch in der Stadt.

In der Neu-Ulmer Innenstadt stand das Wasser kniehoch.

Oliver Schulz

Im Zentrum von Neu-Ulm stand das Wasser kniehoch. Diese Frau watete durch die überflutete Schützenstraße.

Neu–Ulm, Donau, Hochwasser: Die Neu-Ulmer Innenstadt war am Sonntag nur noch mit geländegängigen Bundeswehrfahrzeugen zu erreichen.

Ein Bundeswehrfahrzeug fährt durch die Neu-Ulmer Innenstadt.

Oliver Schulz

Außer per Boot war die Neu-Ulmer Innenstadt am Pfingstsonntag nur noch mit geländegängigen Bundeswehrfahrzeugen zu erreichen.

Wiblingen, Hochwasser: Im Ostermahdweg stand am Pfingstsonntag kniehoch das Wasser. Ein Vorwärtskommen gab es nur noch mit dem Schlauchboot.

Im Ostermahdweg in Wiblingen stand am Pfingstsonntag das Wasser kniehoch. Ein Vorwärtskommen gab es nur noch mit dem Schlauchboot.

Oliver Schulz

Mit dem Schlauchboot durch Wiblingen: Der Ulmer Stadtteil wurde von der Flut ebenfalls schwer getroffen.

Neu–Ulm, Hochwasser, Sandsäcke: Männer sind dabei, eine Wand von Sandsäcken aufzubauen. Das hat ein Überschwappen des Wassers auf den Petrusplatz und in die Hermann-Köhl-Straße verhindert.

Männer bauen in der Neu-Ulmer Innenstadt eine Wand aus Sandsäcken auf.

Oliver Schulz

Anwohner und freiwillige Helfer kämpften gemeinsam mit den Einsatzkräften gegen die Wassermassen. Diese Wand aus Sandsäcken sollte verhindern, dass das Wasser auf den Neu-Ulmer Petrusplatz und in die Hermann-Köhl-Straße überschwappt.

Neu–Ulm, Freizeitbad Atlantis, Reinigung: Drei Frauen stehen mit Gummistiefeln in einem Außenbecken und holen den Dreck mit Hochdruck aus den Fugen. Spektakulär war das Atlantis an Pfingsten in den Fluten versunken - am 03.07.1999, auf den Tag genau sechs Wochen nach der Flut, öffnet das Atlantis, das 5,7 Millionen Mark Schaden verzeichnete, wieder die Pforten.

Helfer säubern das Freizeitbad Atlantis von den Hinterlassenschaften der Flut.

Reiner Wolf

Erst im Dezember 1998 war das Freizeitbad Atlantis (heute Donaubad) am Donauufer eröffnet worden. Auch ein Ein-Meter-Wall aus Sandsäcken konnte die Wassermassen nicht aufhalten - die Neu-Ulmer Feuerwehr musste das Bad aufgeben. Der Schaden allein am Atlantis wurde auf umgerechnet 2,5 bis 3 Millionen Euro geschätzt. Dieses Bild zeigt die Aufräumarbeiten einige Wochen nach dem Hochwasser.

Neu–Ulm, Freizeitbad Atlantis, Hochwasser, Aufräumarbeiten: Ein Mitarbeiter des Erlebnisschwimmbades Atlantis in Neu-Ulm beseitigt am Montag (24.05.1999) angeschwemmten Unrat. Waehrend des Pfingsthochwassers war auch das Erlebnisschwimmbad ueberflutet worden. dpa/lby

Ein Mitarbeiter des Atlantis in Neu-Ulm beseitigt angeschwemmten Unrat.

dpa

Das gesamte Bad war mit Unrat übersät - dieses Bild zeigt einen Mitarbeiter bei Aufräumarbeiten.

Neu–Ulm, Donau, Hochwasser, Luftbild: Die Eislaufanlage in Neu-Ulm ist am Sonntag, den 23 Mai 1999, vom Hochwasser der Donau ueberflutet worden. Die Hochwasserwelle, die am Samstag fuer grosse Ueberschwemmungen in Oberbayern sorgte, hat das Gebiet Schwaben erreicht. (AP PHOTO/POOL)

Luftbild der überfluteten Neu-Ulmer Eislaufanlage.

AP

Die Neu-Ulmer Eislaufanlage wurde ebenfalls überflutet.

Neu–Ulm, Eislaufanlage, Hochwasserschäden, Reinigungsaktion: Freiwillige Helfer beseitigten den Schlamm im Eisstadion.

Freiwillige Helfer beseitigten Schlamm im Neu-Ulmer Eisstadion.

Volkmar Könneke

Auch dort war ein massiver Aufräum-Einsatz nötig. Das Bild zeigt Helfer, die Schlamm im Innenraum der Anlage abtragen.

Neu–Ulm, Hochwasser, Krankenhaus: Die Patienten des Krankenhauses Neu-Ulm werden evakuiert. Am Pfingstwochenende wurde die Region von einem Hochwasser heimgesucht.

Patienten des Krankenhauses Neu-Ulm wurden evakuiert.

Oliver Schulz

Dramatische Stunden erlebten Patienten und Personal des Neu-Ulmer Krankenhauses, das direkt am Donauufer liegt. Patienten wurden in Sicherheit gebracht.

Neu–Ulm, Donau, Hochwasser: Bundeswehr-Soldaten im Einsatz: Auf der Augsburger Straße vor dem Landratsamt wurden die Sandsäcke gefüllt.

Bundeswehr-Soldaten im Einsatz: Auf der Augsburger Straße vor dem Landratsamt wurden die Sandsäcke gefüllt.

Oliver Schulz

Zur Unterstützung rückte die Bundeswehr an: Soldaten füllten an der Augsburger Straße vor dem Neu-Ulmer Landratsamt Sandsäcke.

Senden, Oberkirchberg, Iller, Hochwasser: Blick von oben auf die gesperrte Illerbrücke zwischen Senden und Oberkirchberg. Im Vordergrund die Illersäge. Beachten: Veröffentlicht am 09.07.1999 in der Gemeinde-Beilage "Sendener Anzeiger spezial".

Blick von oben auf die gesperrte Illerbrücke zwischen Senden und Oberkirchberg. Im Vordergrund die Illersäge.

Matthias Kessler

Auch im Landkreis Neu-Ulm löste das Hochwasser verheerende Schäden aus. Dieses Foto zeigt die Illerbrücke zwischen Senden-Ay und Oberkirchberg, die wegen der Flut gesperrt werden musste.

Illerauen bei Vöhringen, Hochwasserschäden: Die Wassermassen der Iller haben sich ihren eigenen Weg durch die Auwälder gesucht.

Hochwaserschäden in den Illerauen bei Vöhringen.

Ingrid Weichsberger

Die Illerauen bei Vöhringen: Die Wassermassen der Iller hatten sich ihren eigenen Weg durch die Auwälder gesucht und dabei große Schäden hinterlassen.

Neu–Ulm, Hochwasser, Aufräumen: Lydia Stresemann (r.) aus dem Neu-Ulmer Villenviertel mit einer anderen Frau beim Aufräumen im Keller der Wohnung. Das Hochwasser hat dort alles kaputt gemacht.

Lydia Stresemann (r.) aus dem Neu-Ulmer Villenviertel mit einer anderen Frau beim Aufräumen im Keller der Wohnung. Das Hochwasser hat dort alles kaputt gemacht.

Matthias Kessler

Viele Privatleute kämpften mit immensen Hochwasser-Schäden. Diese zwei Frauen räumten einen Keller im Neu-Ulmer Villenviertel auf.

Neu–Ulm, Hochwasser, Sperrmüll: durch das Hochwasser unbrauchbar gewordener Hausrat türmt sich vor dem Haus von Lydia Stresemann (re. mit Besen) im Neu-Ulmer Villenviertel

Durch das Hochwasser unbrauchbar gewordener Hausrat türmte sich vor dem Haus von Lydia Stresemann im Neu-Ulmer Villenviertel.

Matthias Kessler

Noch vor wenigen Tagen eine gemütliche Einrichtung, jetzt Sperrmüll: In den Wochen nach dem Hochwasser mussten massenhaft unbrauchbar gewordene Möbel abtransportiert werden.

Neu–Ulm, Hochwasser–Helfer–Fest: Gut besucht war das Zelt bei der Helfer-Feier am Freitagabend, 24.09.1999 - entsprechend prächtig war denn auch die Stimmung. Knapp 1000 Männer und Frauen waren der Einladung der Stadt Neu-Ulm gefolgt und in das Bierzelt vor dem Eishockey-Stadion gekommen. Dort wurden die freiwilligen Helfer der Hochwasser-Katastrophe, von der Neu-Ulm an Pfingsten heimgesucht wurde, bewirtet.

Freiwillige Helfer feiern an der Eissporthalle in Neu-Ulm. Die Stadt hatte sie als Dankeschön für ihren Einsatz eingeladen.

Maria Müssig

Viele packten mit an, halfen ihren Nachbarn und völlig Fremden im Kampf mit den Wassermassen und ihren Folgen. Im September 1999 lud die Stadt Neu-Ulm Helfer als Dankeschön für ihren Einsatz zu einer Feier ins Bierzelt vor der Eissporthalle ein.