Unwetter in BW
: Festival abgebrochen, Blitzeinschlag – Unwetter trübt das Wochenende

Wegen erneuten Unwetters wurde das Festival „Flammende Sterne“ in Ostfildern (Kreis Esslingen) am Freitag vorzeitig beendet. In einem Wohnhaus in Salach schlug der Blitz ein.
Von
Daniel Wydra
Ostfildern
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Aufbruchstimmung statt Feierlaune: Das Festival „Flammende Sterne“ wurde am Freitag wegen gefährlicher Gewitter abgebrochen.

SDMG / Schulz

Die Menschen in Süddeutschland und vor allem im Süden Bayerns müssen sich erneut auf Unwetter einstellen. Am Nachmittag und Abend seien vom Hochrhein und von den Alpen bis in die östliche Mitte kräftige Gewitter zu erwarten, teilte der Deutsche Wetterdienst am Samstag (26.8.) mit. Vor allem im Süden Bayerns müsse mit Unwettern mit Starkregen von mehr als 25 Liter pro Quadratmeter sowie größeren Hagelkörnern, Sturm- oder Orkanböen gerechnet werden. Für den Nordwesten Deutschlands erwartet der DWD vereinzelte kurze Gewitter.

Auch in der Nacht zum Sonntag (27.8.) dürfte es im Südosten zunächst Gewitter geben, die in Stark- und Dauerregen übergehen. In der ersten Nachthälfte könnten stellenweise 40 Liter Regen pro Quadratmeter in weniger als sechs Stunden fallen, erwarteten die Meteorologen. Zum Ende der Nacht dürfte sich der Regen allmählich abschwächen. Dennoch dürfte der Dauerregen im Süden und Südosten mit wechselnder Intensität bis Dienstag anhalten. Gebietsweise könnten 40 bis 60 Liter Regen pro Quadratmeter in 48 bis 60 Stunden fallen, im Alpenvorland bis 80 Liter pro Quadratmeter, und in Staulagen an den Alpen seien stellenweise um 100 Liter pro Quadratmeter möglich.

Gewitter ab Freitagabend: Festival abgebrochen, Blitz in Haus eingeschlagen

Der Wetterwechsel begann schon in der Nacht von Freitag auf Samstag. Das Feuerwerksfestival „Flammende Sterne“ im Scharnhauser Park in Ostfildern (Kreis Esslingen) musste am Freitagabend (25.08.2023) aufgrund starker Gewitter erst unterbrochen und später dann für den ersten Veranstaltungstag komplett beendet werden. Seit 19 Jahren treffen sich bei dem internationalen Feuerwerksfestival laut Veranstalter die besten Pyrotechniker der Welt zum Wettkampf.

Nach Angaben der Polizei bat der Veranstalter gegen 21.50 Uhr die Besucher des Festivals, sich zu ihren Autos zu begeben oder anderweitig Schutz vor dem Unwetter zu suchen. Nach einer halbstündigen Unterbrechung wurde die Veranstaltung mit Feuerwerk und Lasershow fortgesetzt, doch dann zog erneut ein Unwetter auf.

„Flammende Sterne“: Programm bis Sonntag geplant

Daraufhin wurde der erste Abend des Festivals vorzeitig beendet, die Besucher wurden nach Hause geschickt. Betroffen waren rund 7000 Festivalgäste, teilt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen auf Nachfrage mit. Am Samstag soll das Programm wie geplant fortgeführt werden. Insgesamt rechnen die Veranstalter an den Festivaltagen mit rund 50.000 Besuchern.

Heftige Unwetter in der Nacht zu Freitag

Ansonsten kam es in der Region trotz Starkregen und Gewitter zwischen Freitagabend und Samstagmorgen zu keinen größeren Polizeieinsätzen wegen des Unwetters, heißt es aus den Polizeipräsidien. Ein Blitzeinschlag in einem Wohnhaus in Salach (Kreis Göppingen), nach dem die Feuerwehr ausrückte, ging glimpflich aus. Löscharbeiten waren nicht nötig, allerdings wurde die Fassade und die Elektrik des Hauses beschädigt.

Meteorologen hatten für Baden-Württemberg am Freitag vor Unwettern mit Stürmen, Starkregen und sogar Hagel gewarnt. Bereits am Donnerstagabend und in der Nacht zu Freitag hatte in der Region ein heftiges Gewitter getobt: Ein Mensch kam ums Leben. Blitzeinschläge, Unfälle, Verkehrsbehinderungen und enorme Schäden waren außerdem die Folge.

Gewitter auch am Samstag, Dauerregen am Sonntag

Auch am Samstag rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) spätestens ab dem Nachmittag mit turbulentem Wetter im Südwesten. Zwischen 13.31 und 17 Uhr gilt für die Stadt Ulm und den Alb-Donau-Kreis eine Warnung vor starkem Gewitter (Stufe 2 von 4). Vereinzelt können beispielsweise Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden. Außerdem können Blitze lebensgefährlich sein. Kommt es zu einem Platzregen, sind Verkehrsbehinderungen möglich.

Für den Kreis Neu-Ulm gilt eine „Vorabinformation vor schwerem Gewitter“, ab 14 Uhr können sich schwere Gewitter entwickeln. Dann kann es zu heftigem Starkregen um 30 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde kommen, dazu sind schwere Sturmböen bis hin zu orkanartigen Böen um 110 km/h und Hagel mit Korngrößen um drei Zentimeter möglich. Besonders gefährdet sind auch die Bodenseeregion sowie der westliche Alpenrand. Die Warnung gilt vorerst bis Mitternacht.

Am Sonntag soll das Wetter weiter gewitteranfällig bleiben, den Prognosen zufolge gibt es vor allem ergiebigen Dauerregen.

Unwetter: Feuerwehr stark gefordert

Hunderte Einsatzkräfte waren während der Unwetter in der Region stark gefordert. Im Kreis Göppingen etwa rief die Feuerwehr wegen der Gewitter den Führungsstab ein. Erdrutsch, umgefallene Strommasten, umgestürzte Bäume und weitere Ereignissen stellen eine Sonderlage dar.

Starkregen auch zum Wochenstart

Kühl und nass soll das Wetter auch nach dem Wochenende bleiben: Vor allem für den Südosten Baden-Württembergs warnt der DWD vor heftigem Regen.