Umfrage „BaWü-Check“
: Entscheidend ist auf dem Platz – das gilt auch für Schulen

Der neue BaWü-Check zur Bildungspolitik ist eine Ohrfeige: Während an Schulen Basics fehlen, war die Politik zu lange mit Ideologie befasst. Grün-Schwarz hat das erkannt, aber womöglich zu spät.
Kommentar von
Roland Müller
Ulm
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„Bildungsgipfel“ in Baden–Württemberg: 02.05.2024, Baden-Württemberg, Tübingen: Winfried Kretschmann (r, Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, gibt auf dem Gelände des Klosters Bebenhausen nach einem zweiten Bildungsgipfel der Landesregierung und der Opposition ein Statement ab. Links stehen Theresa Schopper (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerin von Baden-Württemberg, und Manuel Hagel, Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg. Nach dem zweiten Gespräch von Regierung und Opposition über mögliche gemeinsam getragene Bildungsreformen hat die Opposition die Gespräche für gescheitert erklärt. Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Bildungsgipfel sollte die Wende bringen: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (r, Grüne), mit Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) und CDU-Landeschef und Landtags-Fraktionschef Manuel Hagel.

Bernd Weißbrod/dpa

Was nutzt das beste pädagogische Konzept, wenn der Unterricht ausfällt? Was bringt der tollste Unterricht, wenn die Schülerinnen und Schüler kein Deutsch verstehen? Es sind Fragen wie diese, die die Menschen beim Thema Schule beschäftigen und umtreiben, das zeigt die neueste Umfrage des „BaWü-Checks“.

Die nächste Reform-Idee, der beste Weg zur theoretisch gerechtest-möglichen Schulstruktur: Mit Feuereifer haben Bildungspolitiker sich über Jahrzehnte in ideologische Fragen verrannt. Das Turbo-Abi G8 zum Beispiel befriedigte den neoliberalen Zeitgeist, die Gemeinschaftsschule hehre Gerechtigkeits- und Gleichheits-Ideen. All das, während an Schulen selbst zunehmend die Basics wegbrachen und sich neue Herausforderungen ballten. Der bekannte Fußballspruch „Grau ist alle Theorie, aber entscheidend ist auf dem Platz“, er gilt auch hier. Lehrermangel, veraltete Gebäude, fehlende Ausstattung, Digitalisierung, Integration und mitunter auch Gewalt sind heute die Probleme und setzen das System unter Stress.

Gesellschaftliche Konflikte prallen mit Wucht in den Schulen auf

Schon in der Corona-Pandemie prallten alle Widersprüche und ungelösten Probleme mit voller Wucht in den Schulen auf – Kinder und Jugendliche mussten es ausbaden. Mit den gesellschaftlichen Konflikten von heute – Krieg, Flucht, Extremismus, Kulturkämpfe – ist es genauso. Wer die Zukunft bewältigen will, muss die Schulen in die Lage versetzen, sich diesen neuen Problemen zu stellen. Das hat auch die grün-schwarze Regierung erkannt und – spät genug – mit dem Aus fürs Turbo-Abi, dem Fokus auf Spracherwerb und Frühförderung und der Hilfe für Brennpunktschulen richtige Weichen gestellt. Nun kommt es darauf an, genug Geld, Personal, Ausstattung und Weiterbildungen bereitzustellen, damit das alles nicht in der allgemeinen Mangelverwaltung versandet.

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