Stalker-Kuh und nackte Diebin
: Die Top 10 der komischsten Polizeigeschichten 2024

Im Jahr 2024 ist die Polizei in der Region zu vielen kuriosen und seltsamen Einsätzen gerufen worden. Hier haben wir die interessantesten davon in eine Rangliste gepackt.
Von
Nico Pannewitz
Stuttgart
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Einige aufsehenerregende Einsätze haben die Polizei und Feuerwehr im Jahr 2024 in BW auf Trab gehalten – darunter auch einige tierische.

Eine Kuh verfolgt einen Fahrradfahrer bis zu seinem Haus, ein vermeintliches Schäferstündchen im Freien entpuppt sich als seltsamer Betrug, ein Besuch der Toilette endet in einem Feuerwehreinsatz und eine Polizistin wird zur besten Freundin eines entlaufenen Hunderudels: 2024 ist im SWP-Land Einiges passiert.

Klaus Breisinger, olly/fotolia.com, Feuerwehr Nersingen, Polizei Ulm
  • Skurrile Polizeieinsätze 2024: Top 10 kuriose Fälle aus BW.
  • Platz 10: Autofahrerin verursacht Totalschaden wegen Kartoffelsalat.
  • Platz 9: Pannen am Stuttgarter Flughafen sorgen für Verspätungen und Ausfälle.
  • Platz 4: Kuh "Lupi" verfolgt Fahrradfahrer bis in dessen Keller.
  • Platz 1: Mann wird nach Schäferstündchen nackt im Gebüsch zurückgelassen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

2024 neigt sich dem Ende zu – und es war auch im SWP-Land wieder ein Jahr voller schockierender Verbrechen und Polizeieinsätze. Von der Geiselnahme in Ulm zu Jahresbeginn über die tödlichen Schüsse in Göppingen und die blutige Familientragödie in Albstadt bis hin zurück nach Ulm und dem dortigen Bombenfund im November gab es viele aufsehenerregende Schlagzeilen. Doch abseits der großen Tragödien oder Bedrohungslagen sorgten auch viele kleinere und oft harmlosere Polizeianekdoten für Fassungslosigkeit, Verwunderung oder gar ein Schmunzeln.

Zehn dieser Stories präsentieren wir Ihnen hier in einem Ranking. Von „Ne, oder?“ bis „Waaaaaaas?“: Diese Geschichten haben das Jahr 2024 in BW „bunt“ gemacht.

Platz 10: Kartoffelsalat verursacht Totalschaden

Im Auto herrscht Gurtpflicht – allerdings nur für Lebewesen. Rückblickend hätte eine 62-jährige Autofahrerin im September im Rhein-Neckar-Kreis aber besser auch ihre Schüssel mit Kartoffelsalat angurten sollen. Denn als sie auf der Fahrt auf einem Autobahnzubringer sah, dass die Schüssel auf der Rückbank zu kippen drohte, griff sie ein – und baute deshalb einen Unfall. Zwar kam die Frau unverletzt mit einem Schrecken davon, glücklich wird sie trotzdem nicht gewesen sein: Ihr Auto hatte einen Totalschaden und auch ihr Ziel, den Kartoffelsalat zu retten, konnte sie nicht erreichen – er wurde bei dem Crash durch das Wageninnere geschleudert.

Platz 9: Pannen am Flughafen verbreiten schlechte Laune

Das Stressigste an einer Reise ist oft nicht einmal der Aufenthalt in einem fremden Land, sondern überhaupt dort anzukommen. Umso nerviger ist es, wenn es am Flughafen nicht so läuft wie es soll. Auch abseits von Streiks und Wetter gab es am Stuttgarter Airport 2024 einige Pannen und Defekte, die zu zahlreichen Verspätungen oder gestrichenen Flügen führten – und zu mieser Laune bei den betroffenen Fluggästen. Mitte Februar musste eine Boeing-Maschine nach einem Riss im Cockpit-Fenster notlanden, im Juni wurde ein Airbus aufgrund eines Defektes kurz vor dem Start evakuiert.

Ein besonders kurioser Vorfall ereignete sich dann im Juli: Der Pilot eines Reutlinger Hagelfliegers wollte seine Maschine auf dem Flughafen landen – und bemerkte erst beim Aufsetzen auf der Landebahn, dass er sein Fahrwerk nicht ausgefahren hatte. Zwar wurde er bei der Bruchlandung nicht verletzt, die aufwendige Bergung des mehrere hundert Meter über den Boden geschlitterten Flugzeugs verursachte aber einen beträchtlichen Schaden und sorgte allerdings stundenlang für Ausfälle im Flugverkehr.

Platz 8: Polizei soll Hausstand von zerstrittenem Paar aufteilen

Zum Ende einer Beziehung gehört auch die Trennung des Hausstands. Doch wer was mitnehmen darf, darüber sind sich die Ex-Partner oft nicht gleich einig. In Illertissen artete ein solcher „Rosenkrieg“ im Juni gleich dermaßen aus, dass die beiden Streithähne die Polizei zu Hilfe riefen: Die Ordnungshüter sollten entscheiden, wer was bekommt. Doch mit dem Urteil der Beamten war die Frau wiederum auch nicht zufrieden: Als eine Polizistin ihr einige Gegenstände zum Mitnehmen auf den Rücksitz ihres Autos gepackt hatte, legte diese plötzlich den Rückwärtsgang ein, gab Gas und verletzte die Polizeibeamtin mit der offenen Beifahrertür am Bein. Neben den Gegenständen durfte die aggressive Fahrerin letztlich also auch eine Anzeige gegen sich mitnehmen.

Platz 7: Busfahrerin fesselt Popler an seinen Sitz

Viele tun es heimlich, denn ein schöner Anblick ist es nicht: in der Nase bohren. Zwar muss manchmal eben erst etwas Kruste entfernt werden, bevor man frei durchatmen kann, andere Leute damit belästigen oder gar das Resultat des Ganzen auf das Eigentum anderer zu schmieren, ist aber nicht okay. Nichtsdestotrotz kann man das, was eine Busfahrerin im Juli in Neu-Ulm tat, als sie einen zehnjährigen Schüler beim Popeln ertappte, nur als absolute Überreaktion werten: Sie fesselte ihn mit einem Spanngurt an den Sitz und fixierte seine Hände. Gegen sie wurde deshalb wegen gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung ermittelt – nachdem der Junge seiner Mutter von der überaus seltsamen Busfahrt erzählt hatte.

Platz 6: Ulmer Polizistin wird zur Hundeflüsterin

So, nachdem die bisherigen Geschichten nicht wirklich positive Vibes verbreiteten, hat diese Story, die sich im Juli in Ulm ereignete, ein geradezu putziges Happy End. Ein Rudel Hunde war aus einem Stadtteil ausgebüxt und ließ sich in seinem Freiheitstrieb zunächst auch von der Polizei nicht wieder einfangen. Nachdem die Tiere vorerst entkommen waren, wurden sie später wieder gesichtet – und dieses Mal hatten die Ordnungshüterin eine ganz besondere Waffe in petto: eine besonders tierliebe Kollegin, die ihrerseits mit schmackhaften Leckerlis ausgestattet war. Dieser Versuchung konnten die gutmütigen Wuffis dann letztlich auch nicht mehr widerstehen und setzten sich für ein Vesper mit dem Frauchen von der Polizei zusammen – von wo aus sie zusammengehalten und unbeschadet ihrem Besitzer übergeben werden konnten. Schön!

Platz 5: Männer rollen Leiche in Teppich ein

Eigentlich liegt Ansbach schon ein bisschen außerhalb der Grenzen des SWP-Landes, aber was sich dort im Juni ereignet hat, war doch schon so kurios, dass es in diese Liste gehört. Da bekam eine Frau einen ganz großen Schreck, als sie zwei Männer dabei beobachtete, wie sie eine Frauenleiche, eingerollt in einen Teppich, aus einem Haus transportierten. War sie Zeugin eines Verbrechens geworden? Wollten sich Mafiosi einer ungeliebten Person entledigen?

Wie die Polizei nach dem Anruf der geschockten Zeugin herausfand: Weder noch. Tatsächlich war die Tote, eine Seniorin, tags zuvor einen natürlichen Tod gestorben. Ein auswärtiges Bestattungsunternehmen wollte sie abholen, vor Ort war aber kein anderes Transportmittel als ein Teppich verfügbar gewesen. Also gab es keinen Mord – aber durchaus bestattungsrechtliche Verstöße, die Ermittlungen der Polizei auslösten.

Platz 4: „Stalker-Kuh“ verfolgt Fahrradfahrer

„Lupi“: So heißt ein Rind, das am 7. Juni bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Der Grund? Das Jungtier war in Balingen von einer Weide ausgebüxt – soweit noch nicht sonderlich außergewöhnlich. Was danach passierte, aber schon: Die Kuh „verschoss“ sich bei ihrer freiheitlichen Entdeckungstour in einen vorbeifahrenden Fahrradfahrer und wurde kurzerhand zur Stalkerin. Sie verfolgte ihn bis auf sein Grundstück und schlüpfte sogar in seinen Keller hinein. Die verständigten Einsatzkräfte und die Eigentümer konnten Lupi schließlich aber doch davon überzeugen, das Abenteuer zu beenden und zum Essen wieder nach Hause zurückzukehren.

Platz 3: Toiletten werden zum Gefängnis

Im September rückte die Nersinger Feuerwehr zu einer Tankstelle an der A7 aus. Statt eines Brands oder Autounfalls wartete dort aber eine ungewöhnliche Aufgabe auf die Einsatzkräfte. Eine Reisegruppe von Schülern und Lehrern aus einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen hatte dort auf dem Weg zum Gardasee Halt gemacht, um den Busfahrern eine Pause zu gönnen. Dabei war ein 16-Jähriger auf die Toilette gegangen, konnte aber danach die Tür des Raums nicht mehr öffnen. Seine Mitschüler bekamen dies mit und riefen nach Hilfe. Die „Rettung“ gestaltete sich etwas spektakulär, die Feuerwehrleute mussten die Scharniere der Klo-Türe abflexen. Letztendlich konnte der Schüler aber unverletzt verlassen und die Reise konnte weitergehen – vermutlich mit einer lustigen Anekdote.

Ganze 20 Stunden hingegen musste ein Mann im November gezwungenermaßen auf einer Toilette in Neu-Ulm verbringen. Der Arme konnte aufgrund eines technischen Defekts die Klo-Tür seiner Arbeitsstelle nicht mehr öffnen. Da sich an dem Tag außer ihm niemand im Gebäude aufhielt und er auch sein Handy nicht mit auf die Toilette genommen hatte, blieb ihm nichts anderes übrig als auf Rettung zu warten. Diese traf ein, nachdem Angehörige den Mann als vermisst gemeldet hatten.

Platz 2: Paar macht bei Hochzeit makabren Fund

Es soll der „schönste Tag des Lebens“ werden: Das erhoffen sich viele Paare von ihrer Hochzeit. Einem frischen Ehepaar aus Ulm wird der Tag seiner Trauung allerdings leider wohl vor allem auch wegen eines grausigen Ereignisses im Gedächtnis bleiben. Bei der Hochzeitsfeier im Juli  in der Friedrichsau schipperten Braut und Bräutigam auf einer Gondel über den Unteren Ausee. Dort waren sie aber nicht alleine: Bei der romantischen Bootstour stießen sie auf eine Wasserleiche. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um einen ungarischen Staatsbürger, der in einem Ulmer Unternehmen arbeitete und nach einem alkoholreichen Besuch des Ulmer Volksfests verschwunden war – ein tragisches Unglück. Da der Bräutigam selbst Polizist ist, waren die Einsatzkräfte schnell verständigt, und die Feier konnte nichtsdestotrotz weitergehen.

Platz 1: Frau lässt Mann nackt im Gebüsch zurück

Die Gefahr, erwischt zu werden: Manche Pärchen suchen den besonderen Kick beim Sex und begeben sich dafür nicht nur ins Freie, sondern unerlaubterweise sogar in die Nähe anderer unwissender Menschen. In Kempten beispielweise hatten zwei Turteltauben im Juni mitten am Tag auf einem Sportplatz Geschlechtsverkehr. Statt des Höhepunkts erreichten sie damit aber lediglich ein Ermittlungsverfahren wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses – mehrere Passanten waren auf das Schauspiel aufmerksam geworden und hatten die Polizei verständigt.

Wesentlich krasser als das ist aber eine ähnliche Geschichte, die sich im April in Göppingen ereignet hat. Ein Mann verabredete sich über ein Kleinanzeigenportal im Internet mit einer jungen Frau zu einem Schäferstündchen in einem dortigen Industriegebiet. Bei ihrem Treffen zogen sich beide komplett aus und legten ihre Kleidungsstücke sowie alle Wertgegenstände im Auto der Frau ab.

Dann nahm der Sex-Kontakt aber eine irre Wendung: Die nackte Frau behauptete, das Fahrzeug noch für einen besseren Sichtschutz kurz umparken zu wollen. Stattdessen fuhr sie glatt davon – und ließ ihre männliche Bekanntschaft ebenso splitterfasernackt, ohne Kleidung, Handy, Geld und sonstige Gegenstände im Freien zurück. Dem verdutzten Mann blieb also nichts anderes übrig, als sich zunächst mal in einem Gebüsch zu verstecken und von dort aus einer erstaunten Spaziergängerin seine Lage zu erklären. Die Polizei konnte die nackte Diebin Tage später aufspüren – von der Kleidung und sonstigem Besitz des Mannes fehlte aber weiter jede Spur.