Geiselnahme in Ulmer Starbucks: Ex-Soldat zu sechs Jahren Freiheitsstrafe verurteilt

Im Januar hatte der 44-jährige Angeklagte im Ulmer Starbucks mehrere Geiseln genommen. Das Landgericht Ulm verurteilte den Mann nun.
Matthias KesslerDas Landgericht Ulm hat den 44-jährigen Starbucks-Geiselnehmer vom Januar zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt, zudem wird er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Das Gericht folgte dem Gutachter, der den Ex-Soldaten als vermindert schuldfähig angesehen hat: aufgrund seiner komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung in Folge seiner Afghanistan-Einsätze.
Der Mann war aufgrund seiner Erkrankung nach seinen Auslandseinsätzen in eine Abwärtsspirale geraten, war alkoholsüchtig geworden, auch die Gründung einer eigenen Familie hatte zu weiteren Problemen geführt. In seiner Depression entschloss er sich, seinem Leben ein Ende zu setzen – und so verfiel er auf den Plan, sich erschießen zu lassen.
44-Jähriger gesteht die Tat
Dazu nahm er am 26. Januar in Ulmer Starbucks-Café Geiseln, mit nicht echten, aber täuschend real aussehenden Waffen. Die meisten Geiseln ließ er nach und nach gehen, mit einer letzten Geisel, der Geschäftsführerin des Betriebs, ging er schließlich vor die Tür – und das SEK schoss auf ihn, wobei er massive Verletzungen im Gesicht erlitt. Der 44-Jährige war vor Gericht vollumfänglich geständig, aber in dem Prozess wurde auch deutlich, wie stark traumatisiert die Geiseln von seiner Tat wurden.
