Schießereien im Raum Stuttgart: Drei Männer aus dem Alb-Donau-Kreis festgenommen

Drei Männer aus dem Alb-Donau-Kreis sind vom Landeskriminalamt festgenommen worden. Sie stehen in Verdacht am Bandenkrieg im Raum Stuttgart beteiligt zu sein (Symbolbild).
Carsten Rehder/dpaPlochingen, Altbach und Göppingen – immer wieder ist es im vergangenen Jahr im Raum Stuttgart zu Gewalttaten und Schüssen gekommen. Höhepunkt war ein Handgranatenwurf auf einer Trauerfeier. Im Rahmen der Ermittlungen wurden nun drei weitere Männer vom Landeskriminalamt (LKA) festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart zusammen mit der Polizei mitteilt. Im Alb-Donau-Kreis durchsuchten die Beamten demnach Wohnungen und stellten unter anderem zwei Schreckschusswaffen, scharfe Munition und mehrere Messer sicher. Auch die Festnahmen fanden im Alb-Donau-Kreis statt. Wo genau, teilt die Staatsanwaltschaft Stuttgart aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht mit.
Verdacht auf Handel mit Betäubungsmitteln
Die Männer, im Alter von 19 bis 21 Jahren, kamen in Untersuchungshaft. Sie werden verdächtigt, bewaffnet und gewerbsmäßig mit Betäubungsmitteln gehandelt zu haben. Die zwei älteren Männer gehören nach Informationen der Polizei vermutlich einer der rivalisierenden Gruppen an. Der 19-Jährige sei in diesem Zusammenhang bisher nicht aufgefallen.
Schüsse und Gewalttaten durch rivalisierende Gruppen?
Zwei rivalisierende Gruppen haben in der Vergangenheit immer wieder durch Gewalttaten auf sich aufmerksam gemacht. Auch auf Menschen wurde dabei geschossen. Vorfälle gab es unter anderem in Stuttgart-Zuffenhausen, in Asperg im Kreis Ludwigsburg und in Eislingen im Kreis Göppingen. Der Alb-Donau-Kreis ist kein Schwerpunkt der Auseinandersetzungen, erklärt die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage. Bislang gab es nach Angaben der Ermittler mehr als 50 Verhaftungen.
Bandenstrukturen seien bei den Gruppen „mit vielfältigem Migrationshintergrund“ nicht erkennbar. „Eine gewisse Hierarchie besteht“, heißt es aber von der Staatsanwaltschaft. Es agierten junge Männer, die über Social Media miteinander verbunden seien und „die ihre Anlaufpunkte haben, an denen sie zusammenkommen“. Etwaige Hintergründe der Tatmotivation seien aktuell Gegenstand von Hauptverhandlungen vor dem Landgericht Stuttgart wie auch von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart.
