Nach Todesfahrt in Mannheim
: War der Amokfahrer Rechtsextremist? – aktuelle Infos im Liveticker

LiveDie Polizei geht von einer psychischen Erkrankung des Täters aus. Doch Recherchen weisen auch auf rechtsextreme Kontakte hin. Die Details im Liveticker.
Von
Laura Mensch,
dpa
Mannheim
Polizeieinsatz in Mannheim

Die Ermittlungen der Polizei und Staatsanwaltschaft laufen nach der Todesfahrt in Mannheim auf Hochtouren.

Rene Priebe/dpa

Das Entsetzen in Mannheim und in ganz Deutschland ist groß. In der Innenstadt ist am Montag ein Mann mit dem Auto in eine Menschenmenge gerast und hat zwei Personen getötet. Mehrere weitere Menschen sind verletzt worden.

Täter soll vernommen werden – alle Infos im Liveticker

Der Täter wurde kurze Zeit später festgenommen und zunächst in eine Klinik gebracht, nachdem er sich mit einer Schreckschusswaffe in den Mund geschossen hatte. Es handelt sich um einen 40-jährigen Deutschen aus Rheinland-Pfalz. Nach aktuellen Informationen gehen die Ermittler davon aus, dass der Täter psychisch krank ist. Das Motiv ist unklar, der Verdächtige schweigt, aber Recherchen weisen auf Kontakte ins rechtsextreme Milieu hin. Alle aktuellen Informationen hier im Liveticker.

Hatte der Amokfahrer ein rechtsextremes Motiv?

Staatsanwaltschaft und LKA gehen beim mutmaßlichen Amokfahrer von Mannheim, Alexander S. (40) weiterhin von keinem politischen oder extremistischen Motiv aus. Allerdings prüfen sie auch Spuren ins rechtsextreme Milieu: Wie die antifaschistische Recherche-Plattform "Exif" veröffentlichte, taucht Alexander S. auf der Mitgliederliste eines Neonazi-Vereins namens "Ring Bund" auf, der auch im Umfeld illegalen Waffenhandels aktenkundig ist. Außerdem gibt es Fotos, die S. 2018 bei einer rechtsextremen Demo in Berlin zeigen. Die Ermittler kennen diese Spuren, gehen aber derzeit weiter eher von einer psychischen Erkrankung als Ursache der Tat aus. Der Verdächtige schweigt.

„Ich bin kein Held. Ich bin ein Muslim.“ Das sagt der Mannheimer Taxifahrer A. Muhammad, der den Amokfahrer von Mannheim nach dessen Tat verfolgt und mit seinem Wagen gestoppt hat. Von Oberbürgermeister Christian Specht wurde Muhammad am Mittwochabend zu einem Gespräch empfangen. Der OB dankte ihm im Namen der Stadtgesellschaft. „Das war so geistesgegenwärtig und mutig.“ Der aus Pakistan stammende Muhammad lebt seit 15 Jahren in Mannheim, ist seit 2017 deutscher Staatsbürger. Er wolle sich mit seinem Statement dafür einsetzen, dass Mannheim Offenheit und Toleranz bewahre, sagte er.

OB Specht dankt Taxifahrer

Der Mannheimer Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) hat einem pakistanisch-stämmigen Taxifahrer gedankt, der den flüchtigen Todesfahrer in Mannheim gestoppt haben soll. Der Mann habe eine ganz herausragende Rolle gespielt, sagte der Politiker beim Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer. „Der sich so mutig verhielt, dem Täter hinterherfuhr und schließlich dessen Fahrzeug blockierte, um weiteren Schaden abzuwenden.»

Der Taxifahrer lebe seit 15 Jahren in Deutschland und sei Mitglied der Ahmadiyya-Muslimgemeinde. „Er, so wurde mir berichtet, sagt, er habe als Muslim und als Staatsbürger so mutig gehandelt.“ Am Mittwoch will sich Specht mit dem Mann treffen.

Haftbefehl gegen den Autofahrer erlassen

Nach der Todesfahrt von Mannheim ist Haftbefehl wegen zweifachen Mordes und mehrfachen versuchten Mordes gegen den 40 Jahre alten Autofahrer erlassen worden. Bei seiner Vorführung beim Haftrichter habe er keine Angaben gemacht, so dass sein Motiv für die Tat weiterhin unklar sei, teilten die Staatsanwaltschaft Mannheim und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mit.