Auto fährt in Menschenmenge: Zwei Tote in Mannheim – Polizei sieht kein politisches Motiv

Nach einem Vorfall mit einem Auto in der Mannheimer Innenstadt mit mindestens zwei Toten und mehreren Verletzten ist der mutmaßliche Fahrer nach Polizeiangaben festgenommen worden, das Fahrzeug wurde beschlagnahmt.
Boris Roessler/dpa- Großeinsatz der Polizei in Mannheim nach Vorfall am Paradeplatz.
- Bürger werden aufgefordert, die Innenstadt zu meiden.
- Verkehrsprobleme in der Innenstadt erwartet.
- Ein Auto raste durch die Stadt, Polizei bestätigt keine Details.
- Polizei und Rettungskräfte sind unterwegs.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am zentralen Paradeplatz in der Mannheimer Innenstadt ist am Montag um kurz nach 12 Uhr ein Auto in eine Menschenmenge gerast. Wie Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl inzwischen bestätigt hat, sind mindestens zwei Menschen gestorben, es gibt mehrere Verletzte. Nach Angaben aus Polizeikreisen handelt es sich dabei um fünf bis zehn Personen.
Fahrer des Wagens festgenommen
Wie die Polizei mitteilt, wurde der Fahrer des Wagens festgenommen. Nach aktuellen Informationen handelt es sich um einen 40-jährigen Deutschen aus Rheinland-Pfalz. Der Mann liegt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) verletzt im Krankenhaus. Am frühen Abend teilte die Polizei mit, dass sie kein politisches Motiv für die Tat sieht. „Zum jetzigen Stand der Ermittlungen wird nicht von einem politischen Hintergrund ausgegangen“, erklärte das Polizeipräsidium Mannheim. Nach Informationen des SWR soll der Mann in der Vergangenheit psychisch auffällig gewesen sein.
Zunächst konnte am Montag nicht ausgeschlossen werden, dass eine weitere Gefahrenlage bestand, weil es Hinweise auf einen zweiten Täter gegeben hatte. Ein Polizeisprecher rief die Bevölkerung auf, das Stadtgebiet zu meiden. Die Bürger sollten sich in geschlossenen Räumen aufhalten. Im Warndienst Katwarn wurde eine „lebensbedrohliche Einsatzlage“ vermeldet. Inzwischen steht nach Angaben der Mannheimer Polizei fest, dass der Mann allein handelte. Es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung.
Der Vorfall ereignete sich in der Fußgängerzone in der Nähe des Wasserturms am zentralen Paradeplatz. Dort fand ein Fastnachtsmarkt mit Imbissbuden und Fahrgeschäften statt. Das Polizeipräsidium Ulm teilte am Nachmittag mit, die Polizeipräsenz rund um Faschingsveranstaltungen und in Fußgängerzonen im Zuständigkeitsbereich zu erhöhen.
Drei Verletzte werden in Uniklinik behandelt
Bislang werden insgesamt drei betroffene Menschen in der Universitätsklinik behandelt. Die zwei Erwachsenen und das Kind seien mit hoher medizinischer Dringlichkeit eingestuft worden und würden akutmedizinisch versorgt, teilte die Klinik mit.
Im Klinikum sei nach Bekanntwerden des Vorfalls sofort der Katastrophen- und Einsatzplan umgesetzt worden, mit dem die Versorgung von Verletzen vorbereitet wird. Es seien insgesamt acht Traumateams bereitgestellt worden, sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. „Verschiebbare Operationen, die noch nicht begonnen hatten, wurden umgehend vom Operationsplan genommen, um zusätzliche Operationskapazitäten zu schaffen“, teilte die Uniklinik mit. Es seien auch die Kapazitäten auf den Intensivstationen verstärkt worden.
Kretschmann fährt nach Mannheim
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will sich vor Ort ein Bild der Lage verschaffen. Kretschmann habe sich auf dem Weg nach Mannheim gemacht, teilte ein Regierungssprecher mit.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat wegen der Ereignisse in Mannheim ihre Teilnahme am Rosenmontagszug in Köln vorzeitig abgebrochen. Die Ministerin werde laufend unterrichtet, teilte ein Sprecher mit. „Die Rettung von Menschenleben, Versorgung von Verletzten und die ersten Ermittlungen durch die Behörden in Mannheim stehen jetzt im Vordergrund“, fügte er hinzu.
In den vergangenen Wochen hatte es mehrere Anschläge gegeben, bei denen Fahrzeuge in eine Menschenmenge gefahren waren. Im Dezember kamen in Magdeburg sechs Menschen ums Leben, als ein inzwischen 50 Jahre alter Arzt über den Weihnachtsmarkt gerast war. Mitte Februar war ein Mann mit seinem Fahrzeug in eine Gruppe von Demonstranten in München gefahren. Dabei kamen eine junge Frau und ein Kind ums Leben.















