Nach Großeinsatz in Vaihingen
: Im Fläschchen „Polonium 210“ befand sich kein Polonium 210

Bei der Ostereiersuche finden zwei Männer am Ostersonntag in einem Vorgarten ein Fläschchen mit „Polonium 210“-Aufschrift. Einige Tage später gibt das Umweltministerium Entwarnung. Wie geht es weiter?
Von
dpa
Vaihingen an der Enz
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Mit der radioaktiven Substanz Polonium 210 wurde der russische Ex-Geheimagent Litwinenko am 1. November 2006 in London vergiftet und ist drei Wochen später an den Folgen verstorben.

Kay Nietfeld/dpa
  • Entwarnung nach Fund in Vaihingen an der Enz: Im Fläschchen war kein Polonium 210.
  • Analyse ergab eine gelbliche Flüssigkeit mit weißem Granulat – keine Radioaktivität.
  • Weitere Elementanalyse prüft Bleispuren, um frühere Polonium-Präsenz auszuschließen.
  • Fläschchen wurde am Ostersonntag in einem Vorgarten entdeckt, Polizei ermittelt die Herkunft.
  • Polonium 210 ist hoch radiotoxisch – bekannt durch den Fall Litwinenko in London.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem Fund eines Fläschchens mit der Aufschrift „Polonium 210“ in einem Garten in Baden-Württemberg hat das Landes-Umweltministerium endgültig Entwarnung gegeben. „Das Behältnis, das am Ostersonntag in einem Garten gefunden wurde, enthält kein radioaktives Polonium-210“, hieß es in einer Mitteilung. Das habe die Analyse des Inhalts des Fläschchens ergeben, das in Vaihingen an der Enz gefunden worden war. Es sei eine gelbliche Flüssigkeit mit weißem Granulat gewesen.

War früher Polonium im Fläschchen?

Zusätzlich werde aktuell noch eine weitere Messung durchgeführt, eine Elementanalyse. Damit werde geprüft, ob in dem Fläschchen Spuren von Blei enthalten seien, hieß es weiter in der Mitteilung. Das könne Rückschlüsse darauf ermöglichen, ob in dem Behältnis früher Polonium 210 gewesen sei. 

Polonium 210 habe eine Halbwertszeit von etwa 138 Tagen. Bei einer sehr alten Probe wäre der Stoff bereits komplett zu stabilem Blei 206 zerfallen, teilte das Ministerium mit. Sollte es auch keine Hinweise auf Blei geben, würden die Sicherheitsbehörden die weiteren Untersuchungen des Fläschchens übernehmen, sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Einsatzkräfte der Feuerwehr waren wegen des Funds einer Flasche mit der Aufschrift „Polonium 210“ am Ostersonntag in Schutzanzügen in einem Vaihinger Wohngebiet im Einsatz.

Karsten Schmalz/KS-Images.de/dpa

Fund bei Ostereiersuche 

Zwei Männer hatten das Fläschchen nach Angaben der Polizei bei der Ostereiersuche in einem privaten Vorgarten nordöstlich von Stuttgart gefunden und sofort den Notruf verständigt. Die Polizei ermittelt, wie das Behältnis in den Garten gelangen konnte.

Polonium ist ein chemisches Element mit hoher Radiotoxizität und deshalb sehr gesundheitsschädlich. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist der Stoff vor allem dann gefährlich, wenn er eingeatmet oder aufgrund offener Wunden über die Haut aufgenommen wird. Schon ein Millionstel Gramm Polonium 210 kann einen Menschen töten – laut BfS innerhalb weniger Tage. Der Putin-Kritiker und frühere Geheimdienstoffizier Alexander Litwinenko etwa starb 2006 in London nach einem Anschlag mit Polonium 210.