Nach dem Zugunglück von Riedlingen
: „Nichts war so, wie es sein sollte“ – Was eine Katastrophe mit Rettern macht

Früher klopfte man sich nach schweren Einsätzen auf die Schulter und trank ein Bier. Heute reden Feuerwehrleute offener über ihre Ängste. Einblicke in die Aufarbeitung der Katastrophe von Riedlingen.
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Von Nico Pointner, dpa
Biberach
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Kreisbrandmeisterin Charlotte Ziller steht neben einem Einsatzfahrzeug. Sie war am Abend eines Zugunglücks bei Riedlingen vor Ort. Bei der Entgleisung eines Regionalzugs mit drei Toten waren Hunderte Einsatzkräfte im Einsatz. Dutzende nahmen im Anschluss psychologische Hilfe in Anspruch.

Bernd Weißbrod/dpa
  • Zugunglück bei Riedlingen: Drei Tote, Dutzende Verletzte, Hunderte Einsatzkräfte vor Ort.
  • Einsatz belastet Retter schwer – psychologische Betreuung für rund 120 Helfer organisiert.
  • Feuerwehrleute sprechen heute offener über Ängste, Tränen und psychische Belastungen.
  • Notfallpsychologe: Hilfe früh suchen, um Langzeitfolgen wie Schlafstörungen zu vermeiden.
  • Über 90 % der Feuerwehrkräfte arbeiten ehrenamtlich – Betreuung ist entscheidend.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Kreisbrandmeisterin Charlotte Ziller hat schon viel gesehen: Verkehrsunfälle. Notlagen. Brände. Tote. Seit sie 16 Jahre alt ist engagiert sie sich bei der Feuerwehr. Aber der Abend des 27. Juli hat auch für sie eine ganz neue Qualität. „Das war so surreal“, erzählt die 40-Jährige heute. Die Zugwaggons hätten einfach durcheinander in der Böschung gelegen - wie in einem Kinderspiel. „Der gehört da so nicht hin“, habe sie damals gedacht. Als sie in das Gleisbett blickt, das verbeulte Wrack sieht, wird ihr klar, dass das kein absurdes Szenario eines Planspiels ist, sondern bittere Realität. „Nichts war so, wie es sein sollte.“

Genau vier Wochen ist es her, dass der Regionalzug der Linie RE 55 bei Riedlingen aus den Gleisen springt. Dutzende Fahrgäste werden bei dem Unglück verletzt, drei Menschen kommen ums Leben. Hunderte Einsatzkräfte eilen zum Unglücksort - blutjunge Ehrenamtliche, aber auch gestandene Feuerwehrmänner mit jahrzehntelanger Erfahrung. Für alle ist es eine Lage, wie sie sie noch nie erlebt haben. Die Katastrophe treibe die Feuerwehrleute noch immer um, erzählt Ziller. „Es ist nicht mehr Alltag - aber es ist immer noch da.“

Feuerwehrmann: „Es dürfen auch Tränen fließen“

„So was habe ich tatsächlich noch nie erlebt“, berichtet Feuerwehrmann Gerhard Blank, der seit 40 Jahren im Dienst ist. Die Bilder haben sich auch bei ihm für immer eingebrannt - nicht nur die vom Zugwrack und verunglückten Opfern, sondern auch von erschöpften, abgekämpften Helfern, die mit Fassung ringen.

Blank war am Abend des Unglücks vor Ort verantwortlich für die sogenannte psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte - sein Job ist es, bei Unfällen und Katastrophen den Helfern zu helfen. Denn auch an Feuerwehrleuten, Rettern und Polizisten geht ein solches Ereignis nicht spurlos vorbei. „Es hat bei diesem Einsatz, behaupte ich, jeder sein Päckchen abbekommen“, sagt Blank. Die Aufgabe der Seelsorger vor Ort sei in erster Linie, da zu sein - zuzuhören, Gespräche zu ermöglichen, auch einmal Schweigen auszuhalten.

Früher habe man sich nach einem schweren Einsatz bei der Feuerwehr auf die Schultern geklopft, noch ein Bier getrunken und sei nach Hause gegangen, erzählt Blank. Das sei Vergangenheit. Man gehe heute professioneller, sensibler mit solchen Katastrophen um. „Die Kameraden sprechen wirklich offen über die Sache - und es dürfen auch Tränen fließen.“

Katastrophe kann Urinstinkte wecken

Als Notfallpsychologe ordnet Robert Hohl vom DRK-Kreisverband Biberach ein, was in solchen Situationen im Kopf passiert: „In einer völlig unvorbereiteten Situation kommen die Urinstinkte durch: Ich flüchte, ich starre oder ich fange an zu kämpfen. Man kann nicht mehr klar denken.“ Das könne zu kompletter Handlungsunfähigkeit führen. Einsatzkräfte, die sich etwa wegen einer längeren Anfahrt mental etwas auf das Geschehen vorbereiten konnten, hätten sich leichter getan mit den schrecklichen Eindrücken.

  • Die Waggons des Zuges, der bei Riedlingen verunfallt ist, werden geborgen und abtransportiert.

    Die Waggons des Zuges, der bei Riedlingen verunfallt ist, werden geborgen und abtransportiert.

    Björn Hossfeld; Jason Tschepljakow, Thomas Warnack, dpa
  • Unfallstelle Zugunglück Riedlingen

    Rund einen Monat nach dem Tod dreier Menschen an der Bahnstrecke stehen in der Nähe des Unglücksorts Gedenkkerzen.

    Bernd Weißbrod/dpa
  • Unfallstelle Zugunglück Riedlingen

    Die Unfallstelle nach der Bergung des verunglückten Zugs.

    Bernd Weißbrod/dpa
  • Nach dem Zugunglück in Oberschwaben

    Der Bergezug ist an der Unfallstelle ibei Riedlingen in Position gebracht und bereit für seinen Einsatz.

    Jason Tschepljakow/dpa
  • Nach dem Zugunglück in Oberschwaben

    Nach und nach werden die verunfallten Waggons geborgen.

    Thomas Warnack/dpa
  • A crane lifts a damaged railway wagon pictured near Riedlingen near Biberach an der Riss on July 28, 2025. Three people were killed and several others injured when a regional passenger train derailed in a wooded area on July 27, 2025, police said. About 100 passengers were aboard the train. (Photo by Karl-Josef Hildenbrand / AFP)

    Sicher am Haken des Krans auf Schienen hebt sich der Waggon langsam in die Höhe.

    KARL-JOSEF HILDENBRAND/AFP
  • Nach dem Zugunglück in Oberschwaben: 29.07.2025, Baden-Württemberg, Riedlingen: Ein verladener Zug Wagon steht an der Unfallstelle, an der ein Regionalzug entgleist ist. Foto: Jason Tschepljakow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Einer der Waggons des verunglückten Zugs ist auf einem Lkw verladen.

    Jason Tschepljakow/dpa
  • Nach dem Zugunglück in Oberschwaben: 29.07.2025, Baden-Württemberg, Riedlingen: Ein verladener Zug Wagon steht an der Unfallstelle, an der ein Regionalzug entgleist ist. Foto: Jason Tschepljakow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Die Schäden sind deutlich zu sehen - der Waggon ist stark deformiert.

    Jason Tschepljakow/dpa
  • Nach dem Zugunglück in Oberschwaben: 29.07.2025, Baden-Württemberg, Riedlingen: Ein verladener Zug Wagon steht an der Unfallstelle, an der ein Regionalzug entgleist ist. Foto: Jason Tschepljakow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Der verladene Unfall-Waggon ist bereit für den Abtransport.

    Jason Tschepljakow/dpa
  • Bei einem Zugunglück in Baden-Württemberg sterben am Sonntag drei Menschen, mindesten 41 weitere werden teils schwer verletzt.

    Bei einem Zugunglück in Baden-Württemberg sterben am Sonntag drei Menschen, mindestens 41 weitere werden teils schwer verletzt.

    Martin Tröster; Björn Hossfeld
  • Personenzug entgleist in Oberschwaben: 27.07.2025, Baden-Württemberg, Zwiefaltendorf: Rettungskräfte suchen in einem entgleisten Zug nach Fahrgästen. Der Personenzug ist im Kreis Biberach zwischen den Ortsteilen Zweifaltendorf und Zell entgleist. Foto: Thomas Warnack/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Riedlingen: Rettungskräfte suchen im entgleisten Zug nach Fahrgästen.

    Thomas Warnack/dpa
  • Dieser Hangrutsch könnte die Ursache für den Zugunfall gewesen sein.

    Dieser Hangrutsch könnte die Ursache für den Zugunfall gewesen sein.

    Matthias Stelzer
  • Die Stelle des Hangrutschs ist bereits markiert worden.

    Die Stelle des Hangrutschs ist bereits markiert worden.

    Matthias Stelzer
  • Hier sind die verzogenen Schienen zu sehen.

    Hier sind die verzogenen Schienen zu sehen.

    Matthias Stelzer
  • Für die Bergung rückt schweres Gerät an.

    Für die Bergung rückt noch am Sonntagabend schweres Gerät an.

    Matthias Stelzer
  • Die Rettungshundestaffel war ebenfalls bei dem Zugunglück bei Riedlingen im Einsatz.

    Die Rettungshundestaffel war ebenfalls bei dem Zugunglück bei Riedlingen im Einsatz.

    Feuerwehr Ulm
  • Regierungspräsident Klaus Tappeser am Unfallort.

    Regierungspräsident Klaus Tappeser ist direkt am Abend des Unglücks am Unfallort.

    Matthias Stelzer
  • Das Einsatzgebiet ist groß. Überall verstreut liegen Zugteile.

    Das Einsatzgebiet ist groß. Überall verstreut liegen Zugteile.

    Matthias Stelzer
  • Weil überall noch Dinge herumliegen, auch persönliche von Fahrgästen, wird eine strenge Fotolinie verfolgt.

    Weil überall noch Dinge herumliegen, auch persönliche von Fahrgästen, wird eine strenge Fotolinie verfolgt.

    Matthias Stelzer
  • Dieses Zugteil wurde von der Strecke gut 10 bis 15 Meter hoch an den Begleitweg der Bahntrasse geschleudert.

    Dieses Zugteil wurde von der Strecke gut 10 bis 15 Meter hoch an den Begleitweg der Bahntrasse geschleudert.

    Matthias Stelzer
  • Personenzug entgleist in Oberschwaben: 27.07.2025, Baden-Württemberg, Riedlingen: Rettungskräfte suchen in einem entgleisten Zug nach Fahrgästen. Der Personenzug ist im Kreis Biberach zwischen den Ortsteilen Zweifaltendorf und Zell entgleist. Foto: Thomas Warnack/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Rettungskräfte suchen im entgleisten Zug nach Fahrgästen. Der Personenzug ist im Kreis Biberach zwischen den Ortsteilen Zweifaltendorf und Zell entgleist.

    Thomas Warnack/dpa
  • Personenzug entgleist in Oberschwaben: 27.07.2025, Baden-Württemberg, Riedlingen: Rettungskräfte suchen in einem entgleisten Zug nach Fahrgästen. Der Personenzug ist im Kreis Biberach zwischen den Ortsteilen Zweifaltendorf und Zell entgleist. Foto: Thomas Warnack/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Riedlingen: Rettungskräfte suchen im entgleisten Zug nach Fahrgästen.

    Thomas Warnack/dpa
  • Da der Bahndamm und die Hänge total durchnässt sind, müssen die Einsatzkräfte immer wieder ihre Stiefel reinigen.

    Da der Bahndamm und die Hänge total durchnässt sind, müssen die Einsatzkräfte immer wieder ihre Stiefel reinigen.

    Matthias Stelzer
  • Sven Vrancken, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit am Unfallort.

    Sven Vrancken, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit am Abend des Unglücks am Unfallort.

    Matthias Stelzer
  • Es machen sich immer mehr Rettungskräfte auf den Weg zum Unfallort. Neben Rettungswägen sind auch Hubschrauber im Einsatz.

    Es machen sich immer mehr Rettungskräfte auf den Weg zum Unfallort. Neben Rettungswägen sind auch Hubschrauber im Einsatz.

    Björn Hossfeld
  • Ein Großaufgebot an Einsatzkräften ist vor Ort.

    Ein Großaufgebot an Einsatzkräften ist vor Ort. Für Angehörige wurde eine Sammelstelle am Haldenrain in Riedlingen eingerichtet.

    Matthias Stelzer
  • Zugunglück Riedlingen

    Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks, der Feuerwehr, Polizei und des DRK arbeiten am Unfallort.

    Matthias Stelzer
  • Trümmer der entgleisten Waggons am Unfallort.

    Trümmer der entgleisten Waggons.

    Matthias Stelzer
  • Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) kam am Abend zur Unfallstelle.

    Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) kam am Abend zur Unfallstelle.

    Matthias Stelzer
  • Die Rettungskräfte werden vor Ort versorgt.

    Die Rettungskräfte werden vor Ort versorgt.

    Matthias Stelzer
  • Die Einsatzkräfte versuchen, die schweren Waggons zu bergen.

    Die Einsatzkräfte versuchen, die schweren Waggons zu bergen.

    Matthias Stelzer
  • Zug entgleist

    Mindestens zwei Waggons sind umgekippt. Etwa 100 Menschen befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls an Bord des Zugs.

    Björn Hossfeld
  • Auch das Gebüsch am Bahndamm wird in der Nacht noch abgesucht.

    Auch das Gebüsch am Bahndamm wird in der Nacht noch abgesucht.

    Matthias Stelzer
  • Personenzug entgleist in Oberschwaben: 27.07.2025, Baden-Württemberg, Riedlingen: Rettungskräfte suchen in einem entgleisten Zug nach Fahrgästen. Der Personenzug ist im Kreis Biberach zwischen den Ortsteilen Zweifaltendorf und Zell entgleist. Foto: Thomas Warnack/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Riedlingen: Rettungskräfte suchen im entgleisten Zug nach Fahrgästen.

    Thomas Warnack/dpa
  • Personenzug entgleist in Oberschwaben: 27.07.2025, Baden-Württemberg, Riedlingen: Rettungskräfte suchen in einem entgleisten Zug nach Fahrgästen. Der Personenzug ist im Kreis Biberach zwischen den Ortsteilen Zweifaltendorf und Zell entgleist. Foto: Thomas Warnack/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Riedlingen: Rettungskräfte suchen im entgleisten Zug nach Fahrgästen.

    Thomas Warnack/dpa
  • Personenzug entgleist in Oberschwaben: 27.07.2025, Baden-Württemberg, Riedlingen: Rettungskräfte suchen in einem entgleisten Zug nach Fahrgästen. Der Personenzug ist im Kreis Biberach zwischen den Ortsteilen Zweifaltendorf und Zell entgleist. Foto: Thomas Warnack/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Der Personenzug ist im Kreis Biberach zwischen den Ortsteilen Zweifaltendorf und Zell entgleist.

    Thomas Warnack/dpa
  • Personenzug entgleist in Oberschwaben: 27.07.2025, Baden-Württemberg, Riedlingen: Rettungskräfte suchen in einem entgleisten Zug nach Fahrgästen. Der Personenzug ist im Kreis Biberach zwischen den Ortsteilen Zweifaltendorf und Zell entgleist. Foto: Thomas Warnack/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Riedlingen: Rettungskräfte suchen im entgleisten Zug nach Fahrgästen.

    Thomas Warnack/dpa
  • Personenzug entgleist in Oberschwaben: 27.07.2025, Baden-Württemberg, Zwiefaltendorf: Rettungskräfte suchen in einem entgleisten Zug nach Fahrgästen. Der Personenzug ist im Kreis Biberach entgleist. Foto: Thomas Warnack/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Riedlingen: Rettungskräfte suchen im entgleisten Zug nach Fahrgästen.

    Thomas Warnack/dpa
  • Personenzug entgleist in Oberschwaben: 27.07.2025, Baden-Württemberg, Zwiefaltendorf: Rettungskräfte suchen in einem entgleisten Zug nach Fahrgästen. Der Personenzug ist im Kreis Biberach entgleist. Foto: Thomas Warnack/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Der Personenzug ist im Kreis Biberach zwischen den Ortsteilen Zweifaltendorf und Zell entgleist.

    Thomas Warnack/dpa
  • Personenzug entgleist in Oberschwaben: 27.07.2025, Baden-Württemberg, Zwiefaltendorf: Rettungskräfte suchen in einem entgleisten Zug nach Fahrgästen. Im Kreis Biberach ist ein Personenzug entgleist. Foto: Thomas Warnack/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Riedlingen: Rettungskräfte suchen im entgleisten Zug nach Fahrgästen.

    Thomas Warnack/dpa
  • Die genaue Unfallstelle des tödlichen Zugunglücks bei Riedlingen.

    Die genaue Unfallstelle des tödlichen Zugunglücks bei Riedlingen.

    Björn Hossfeld; GoogleMaps
  • Mindestens drei Menschen sind bei dem Zugunglück nahe Riedlingen gestorben.

    Mindestens drei Menschen sind bei dem Zugunglück nahe Riedlingen gestorben.

    Björn Hossfeld
  • Mindestens drei Menschen sterben bei einem tödlichen Zugunglück auf der Bahnstrecke von Sigmaringen nach Ulm am Sonntag, dem 27. Juli 2025.

    300 Meter Luftlinie entfernt haben sich Vertreter überregionaler Medien auf der Brücke im Dorf Zell versammelt.

    Martin Tröster
  • Mindestens drei Menschen sterben bei einem tödlichen Zugunglück auf der Bahnstrecke von Sigmaringen nach Ulm am Sonntag, dem 27. Juli 2025.

    Von dort aus gibt es einen Blick auf den Unfallzug – näher darf derzeit niemand heran.

    Martin Tröster
  • Nach dem Zugunglück in Oberschwaben: 28.07.2025, Baden-Württemberg, Riedlingen: Askin Bingöl (v.l.) der Polizeivizepräsident Präsidium Ulm, Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), Bahnchef Richard Lutz und Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen), Verkehrsminister von Baden-Württemberg, geben an der Unglücksstelle eines Zugunglücks ein Statement ab, umringt von Journalisten und Kamerateams. Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Askin Bingöl (v.l.) der Polizeivizepräsident Präsidium Ulm, Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), Bahnchef Richard Lutz und Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen), Verkehrsminister von Baden-Württemberg, geben am Montagvormittag an der Unglücksstelle eines Zugunglücks ein Statement ab, umringt von Journalisten und Kamerateams.

    Bernd Weißbrod/dpa
  • Mindestens drei Menschen sterben bei einem tödlichen Zugunglück auf der Bahnstrecke von Sigmaringen nach Ulm am Sonntag, dem 27. Juli 2025.

    Nachdem die Verletzen in den Krankenhäusern untergebracht sind, ist es am Montagmorgen Zeit für Experten der Bahn, die Unfallstelle zu begehen und die Bergung des Unglückszugs vorzubereiten.

    Martin Tröster
  • Mindestens drei Menschen sterben bei einem tödlichen Zugunglück auf der Bahnstrecke von Sigmaringen nach Ulm am Sonntag, dem 27. Juli 2025.

    Das Bürgerhaus Zell-Bechingen ist Versorgungsstation für die Rettungs- und Bergungsleute – Zell gehört zur Stadt Riedlingen.

    Martin Tröster
  • Bei Tageslicht will sich die Spurensicherung nun am Montag ein weiteres Bild von der Unfallstelle machen.

    Bei Tageslicht will sich die Spurensicherung nun am Montag ein weiteres Bild von der Unfallstelle machen.

    Martin Tröster
  • Die Strecke am Unfallort des tödlichen Zugunglücks am Sonntag bei Riedlingen wird noch einmal genau inspiziert.

    Die Strecke am Unfallort des tödlichen Zugunglücks am Sonntag bei Riedlingen wird noch einmal genau inspiziert.

    Karin Mitschang
  • Die Strecke am Unfallort des tödlichen Zugunglücks am Sonntag bei Riedlingen wird noch einmal genau inspiziert.

    Die Strecke am Unfallort des tödlichen Zugunglücks am Sonntag bei Riedlingen wird noch einmal genau inspiziert.

    Karin Mitschang
  • Zugunglück bei Riedlingen - Teile des Zuges liegen an der Unfallstelle verstreut

    Zugunglück bei Riedlingen – Teile des Zuges liegen an der Unfallstelle verstreut.

    Karin Mitschang
  • Nach dem Zugunglück in Oberschwaben: 28.07.2025, Baden-Württemberg, Riedlingen: Trümmer sind an der Unfallstelle zu sehen. Der Regionalexpress RE55 war im Kreis Biberach zwischen den Ortsteilen Zwiefaltendorf und Zell entgleist. Bei dem Zugunglück im Südosten Baden-Württembergs sind mehrere Menschen ums Leben gekommen, es gab viele Verletzte. Foto: Nico Pointner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Trümmer sind an der Unfallstelle nach dem tödlichen Zugunglück bei Riedlingen zu sehen. Der Regionalexpress RE55 war im Kreis Biberach zwischen den Ortsteilen Zwiefaltendorf und Zell entgleist.

    Nico Pointner/dpa
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Auch im Nachgang seien Gespräche noch wichtig, sagt Hohl. Gerade wenn die Bilder nicht mehr aus dem Kopf gingen, wenn Schlafstörungen aufträten oder emotionale Taubheit. Vier Gruppengespräche habe man nach dem Zugunglück durchgeführt, rund 120 Einsatzkräfte hätten teilgenommen, so Hohl. Kameradinnen und Kameraden kämen dabei zusammen, jeder könne erzählen, was er erlebt habe. „Da geht es darum, den Einsatz zum Abschluss zu bringen.“ Die Gemeinschaft sei dabei wichtig.

Psychologe: Früh Hilfe holen

In den meisten Fällen gelinge es der Psyche, diese Eindrücke innerhalb der ersten Wochen nach dem Unglück zu verarbeiten, so der Psychologe. Andernfalls müsse man sich Hilfe holen, so Hohl. „Je früher, desto besser. Wenn ich früh anfange, mir auch professionelle Hilfe und Unterstützung zu holen, dann hält das weniger lang an.“

Für Charlotte Ziller ist klar: Die psychosoziale Betreuung ist unwahrscheinlich wichtig. Denn: „Nach dem Einsatz fängt es erst an, im Kopf zu rotieren.“ Die Hilfe sei auch wichtig, weil die meisten Einsatzkräfte im Land ehrenamtlich unterwegs seien. „Über 90 Prozent unserer Feuerwehrleute machen das freiwillig. Die sehen Bilder, die andere höchstens im Kino sehen - und da halten sich viele schon die Augen zu.“