Habeck als Kanzlerkandidat?
: Kretschmann legt sich fest – und lobt Özdemir

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält seine Meinung selten hinterm Berg. Seiner Partei empfiehlt er Robert Habeck als Spitzenkandidat - und wirbt für Schwarz-Grün.
Von
Roland Müller
Stuttgart
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Mögliche Wachablösung? Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Cem Özdemir (beide Grüne): Özdemir ginge laut BaWü-Check mit einem erklecklichen Vorsprung ins Rennen um die Gunst der Wähler bei der Landtagswahl 2026.

Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, und Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, sprechen auf der Stallwächterparty vor der Landesvertretung Baden-Württemberg. +++ dpa-Bildfunk +++

Oft auf einer Linie: Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bundesagrarminister Cem Özdemir.

Fabian Sommer/dpa
  • Kretschmann unterstützt Habeck als Grünen-Spitzenkandidat für 2025.
  • Habeck wurde wegen seiner schnellen Entscheidungen in der Energiekrise gelobt.
  • Kretschmann sieht Schwarz-Grün als realistische Option für 2025.
  • Özdemir wird als möglicher Nachfolger für Kretschmann gelobt.
  • Parteientscheidung zwischen Baerbock und Habeck steht bevor.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich für Vizekanzler Robert Habeck als Spitzenkandidat der Grünen für die Bundestagswahl 2025 ausgesprochen. "Ich würde es begrüßen, wenn Robert Habeck Spitzenkandidat wird", sagte Kretschmann jetzt im Interview mit dem "Spiegel". "In der Energiekrise hat er entschlossen gehandelt, er hat etwa schnell die LNG-Terminals durchgesetzt. Er ist ein begabter und tatkräftiger Politiker, einer, der dazulernt", sagte Kretschmann weiter.

Das umstrittene Heizungsgesetz aus Habecks Wirtschaftsministerium, das die Republik im vergangenen Jahr spaltete, sei kein Argument gegen eine Kandidatur: Es sei nie in Kraft getreten, sondern rechtzeitig überarbeitet und korrigiert worden. "Es waren nur Entwürfe, und die hat er korrigiert. Das vergisst man immer", erinnerte Kretschmann, der seit langem als Anhänger Habecks gilt - den Wirtschaftsminister in Sachen Heizungsgesetz aber auch schon heftig kritisiert hatte. Bereits vor der Bundestagswahl 2021 hatte sich Kretschmann für Habeck als Kanzlerkandidaten ausgesprochen.  Die Partei entschied sich damals allerdings für Annalena Baerbock - mit mäßigem Erfolg. Auch diesmal soll die Entscheidung um die Spitzenkandidatur zwischen Baerbock und Habeck fallen.

Klares Plädoyer für ein schwarz-grünes Bündnis

Die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg sieht Kretschmann zudem weiterhin als Modell für den Bund. "Schwarz-Grün ist 2025 eine realistische Option", sagte er mit Blick auf die Bundestagswahl. "Ich halte dieses Bündnis für einen aussichtsreichen Weg, um Ökonomie und Ökologie zu verflechten." Auch bei der Regierungsbildung in Baden-Württemberg im Jahr 2021 habe es heftige Widerstände gegen ein solches Bündnis gegeben. "Ein Jahr später haben mich alle umarmt, die damals die Ampel wollten." Das grün-schwarze Bündnis im Südwesten, das vor kurzem erst eine große Reform des Bildungssystems gemeinsam auf den Weg gebracht hat, arbeite erfolgreich. Viele Stimmen aus der Union gehen derzeit allerdings demonstrativ auf Distanz zu den Grünen.

Bei den bereits lange andauernden Debatten um seine Nachfolge beziehungsweise die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2026 fand Kretschmann Lob für den aktuellen Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, der seit langem als aussichtsreichster Kandidat gilt. "Cem Özdemir ist ein Politiker mit viel Erfahrung und Haltung", sagte Kretschmann, zudem mache er einen guten Job als Minister in Berlin. "Meine Partei wird eine gute Wahl treffen", sagte Kretschmann.