Zwei neue Insektenarten sind ab Dienstag, 24. Januar, in der EU im Essen zugelassen. Geht es nach dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann sollen Würmer, Heuschrecken und Grillen künftig eine wichtige Rolle bei der Lebensmittelversorgung der Gesellschaft spielen.

Insekten im Essen: Kretschmann „Künftig eine große Rolle“

„Von der Sache her ist es durchaus geboten“, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart. „Das wird eine große Rolle spielen in der Ernährung der Menschheit in Zukunft.“ Es sei ein „vernünftiger Weg“, der ökologisch sinnvoll sei, um an Proteine zu kommen. Ein erster Schritt dabei wäre aus seiner Sicht, aus Insekten Tierfutter herzustellen.
Der Regierungschef warnte allerdings vor hohen kulturellen Schranken in Europa, was das Essen von Insekten angehe. Diese Zurückhaltung dürfe nicht unterschätzt werden, aber der Weg müsse beschritten werden.

Kretschmann hat bereits Insekten probiert

Er selbst habe bereits Insekten probiert, berichtete Kretschmann - bei einer Feier in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin. Er könne sich nicht mehr genau erinnern, was er gegessen habe – es sei kein besonderes Geschmackserlebnis gewesen, aber schlecht habe es nicht geschmeckt, sagte er der dpa.
Von Dienstag an dürfen Hausgrillen in Lebensmitteln verwendet werden. Dann tritt ein neues EU-Gesetz in Kraft, wonach die auch als Heimchen bekannten Insekten gefroren, getrocknet oder als Pulver verwendet werden können. Zwei Tage später gilt das dann auch für Larven des Getreideschimmelkäfers. Ähnliche Regeln gibt es bereits für Wanderheuschrecken und Larven des Mehlkäfers.

Insekten essen in vielen Ländern üblich

Insekten gelten als nahrhaft und reich an Proteinen und zählen in vielen Ländern zur gewöhnlichen Küche. Sie können auch zu einer nachhaltigen Ernährung beitragen, da sie verhältnismäßig ressourcenschonend gezüchtet werden können.