Tipps für Ulm und Neu-Ulm: 10 Orte, die im Herbst verzaubern

Der Herbst – zumal in Ulm – zeigt sich nicht immer von seiner warmen Seite. Dicke Wolken, Nieselregen und kalter Wind sind die Kehrseite der melancholischen Jahreszeit. Doch auch bei ungemütlicher Wetterlage laden viele Orte zur Gemütlichkeit ein.
Thomas Warnack/dpaDer Herbst ist bei vielen nicht sonderlich beliebt, denn die Tage werden täglich kürzer und das wechselhafte Wetter droht oft mit nasskalten Umschwüngen und den ersten Takten des Herbst-Blues. Dabei verbindet der Herbst das Beste aus Sommer und Winter. Denn, wenn die Sonne die Natur umarmt und die süßlich-erdige Luft die Seele beruhigt, fällt die Hektik des Alltags wie Blätter von den Bäumen. Und, wenn dicke Wolken und Nieselregen das Grau der Straßen im Himmel spiegeln, wo lässt es sich gemütlicher verweilen als an einem warmen Ort, abseits des Trubels? Aber wo lässt es sich den Herbst – bei Sonne wie bei Regen – am besten genießen? Wir haben zehn Orte herausgesucht, an denen das gelingen kann.
1. Glacis-Park

Der Neu-Ulmer Glacis-Park ist die Grüne Lunge und Naherholungsgebiet zugleich. Vor allem im Herbst kann beim Flanieren das Farbenspiel der Natur bewundert werden. (Archivbild)
Franziska SeidlDer Glacis-Stadtpark, der 1980 als wichtiger Bestandteil der gemeinsamen Landesgartenschau von Ulm und Neu-Ulm seine Formen fand, lädt mit seinen schmalen, gewundenen Pfaden zum herbstlichen Lustwandeln ein. Jetzt, wo die Konzertbühne weder Theater noch Musik beherbergt, fällt der Fokus neben den eindrucksvollen Mauern der ehemaligen Burgfestung vor allem auf das Farbenspiel der städtischen Naturidylle. In den bewachsenen Lauben zur Ruhe kommen, warm eingepackt ein Buch lesen oder den Gedanken freien Lauf lassen: All das geht inmitten der grünen, oder zuweilen goldgelben Lunge Neu-Ulms.
2. Röstschmiede Neu-Ulm

Die Röstschmiede im Herzen Neu-Ulms produziert kleine Chargen Röstkaffee aus möglichst fair gehandeltem Rohkaffee.
Matthias KesslerWer sich nach dem erholsamen Spaziergang entlang des kleinen Flusses des Glacis-Parks aufwärmen möchte, für den wartet unweit der Anlagen, in der Hermann-Köhl-Straße 25, die Röstschmiede. In einer ehemaligen Schmiedewerkstatt, in der einst geschwitzt wurde – auch erkennbar am Werkstattboden, Schmiedezangen und verschiedenen charmanten Details – lässt es sich, heute umhüllt von aromatischem Kaffeeduft, leicht entspannen. Da die Rösterei gleichzeitig Café-Betrieb ist, werden die kalten Hände auch schnell wieder warm.
3. Alter Friedhof

Der Grabstein des Ulmers Johann Jakob Best (1792-1876) auf dem Alten Friedhof ist umgeben von herbstlichem Laub. Hier gibt es nicht nur Geschichtliches – viele Sitzmöglichkeiten laden zum Verweilen unter den alten Kastanien ein. (Archivbild)
Marc Hörger, Matthias KesslerZwischen der St. Georg Kirche auf der einen und der Pauluskirche auf der anderen Seite, liegt der Alte Friedhof. Die etwa vier Hektar große Anlage bietet mit ihren historischen Gräbern nicht nur Einblicke in verschiedene Jahrhunderte der Stadtgeschichte. Denn wer im Park zwischen Stadtmitte und Oststadt Ausschau nach Eichhörnchen halten möchte, der findet die Gelegenheit auf zahlreichen hölzernen Bänken unter den großen Kastanienbäumen. Trotz zentraler Lage ist der Alte Friedhof ein Ort der Ruhe, in dem an schönen Tagen die tief liegende Sonne mit den bunten Blättern der alten Bäume eine wohltuende Symbiose eingehen und die Baumkronen zum Leuchten bringen.
4. Donau-Ufer

Das Donau-Ufer ist auf beiden Seiten der Doppelstadt ein beliebtes Ziel für sportliche und gemütliche Gemüter. Wenn das Wetter stimmt, lohnt es sich hier dem Rauschen der Donau zu lauschen und sich ein Getränk zu gönnen. (Archivbild)
Lars SchwerdtfegerDas Donau-Ufer, auf beiden Seiten der Doppelstadt, ist im Herbst längst nicht so gut besucht, wie das zur Frühlings- und Sommerzeit der Fall ist. Der grüne Streifen, eingerahmt zwischen Fluss und Stadtmauer (zumindest auf der Ulmer Seite) bietet dennoch auch im Herbst tolle Möglichkeiten zum Geräusch der fließenden Donau die Seele baumeln zu lassen. Denn wenn die Frequenz an Joggern, Radfahrern und Inlineskatern allmählich abflacht, gestaltet sich das Flanieren zum einen wesentlich entschleunigender. Andererseits bieten auf beiden Seiten des Ufers – je nach Witterung – die jeweiligen Uferbars Gelegenheit, auf den Feierabend anzustoßen. Und wenn es dann doch etwas kühler werden sollte, ist mit einer warmen Decke schnell für Abhilfe gesorgt.
5. Das Mephisto-Kino

Die Fassade des Mephisto Kinos. Hier lässt es sich bei Regen aushalten.
Michl-Felix BierlDas zentral gelegene Mephisto in der Rosengasse 15 ist ein Ort, der zwar zu jeder Jahreszeit zum Verweilen einlädt, doch vor allem in den kalten Monaten an Priorität gewinnt. Das kleine, gemütliche Arthouse-Kino bietet mit seinen zwei Kinosälen eine Auswahl an Independent- und Dokumentarfilmen, jenseits der Welt der zuweilen reizüberflutenden Blockbustern. So lässt sich ein verregneter Abend in der Doppelstadt mit etwas Popcorn schnell versüßen, frei nach dem Motto: „romanticize your life“. In der Lichtburg, dem Ulmer Traditionskino, gingen in diesem Jahr leider die Lichter aus. Gut, dass uns das Mephisto bleibt.
6. Friedrichsau

Bunte Bäume und immer wieder abtauchende Enten sind die perfekte Kulisse für einen ausgedehnten Herbstspaziergang. (Archivbild)
privatIm Jahr 1811 spendierte Friedrich I. insgesamt 2.000 Gulden für einen neuen „Spaziergang“ in Ulm. Über zwei Jahrhunderte später stehen in der Friedrichsau rund 1.300 Bäume und ganze 60 verschiedene Baumarten, die zur Herbstzeit ein Meer an Farben bieten. Das Rascheln der gefallenen Blätter unter den flanierenden Füßen sowie der erdige Geruch des Herbstes machen hier den Alltag schnell vergessen. Natürlich tragen auch die im Park ansässigen Enten zum Herbstglück bei, denn ihnen beim Tauchgang auf der Suche nach Nahrung zuzuschauen, vertreibt jeden grauen Gedanken. Und wenn die Sonne sich dann doch mal zeigt, schreit die Dianawiese förmlich nach Picknick. Also: „Auf en d'Au!“
7. Stadtbibliothek Ulm

Die Glaspyramide in der Innenstadt ist Hauptstelle der Stadtbibliothek Ulm. Vor allem bei Regen ein Ort zum Verweilen.
Stephan Puchner/dpaWo gelingt die Introspektive, das entspannte Lesen oder das in Gedankenschwelgen besser, als in einem warmen Raum, in dem von außen leise aber stetig die Tropfen an die Fensterscheiben trommeln? Ob mit oder ohne Bibliotheksausweis lohnt sich der Besuch im 5. Stock des Gebäudes, dort ist nämlich das Lesecafé der Stadtbibliothek beheimatet, das nicht nur für Erfrischung und ausreichend Lesestoff sorgt, sondern auch einen schönen Ausblick bietet.
8. Eselsberg

Herbstlicher Sonnenaufgang am Eselsberg: Von hier kann das Münster in seiner vollen Pracht bewundert werden.
Thomas LungOb bei Sonne oder bei Regen, ein kleiner Ausflug aus der Stadt hinauf auf den hiesigen Berg hat noch nie jemandem geschadet! Und wer Glück hat, den erwartet bei knapp über 150 Metern über Ulm im Stadtteil Eselsberg eine Aussicht, die frohlocken lässt. Die Stadt Ulm beschreibt auf ihrer Website zusätzlich insgesamt fünf Spazierwege rund um den Eselsberg, die mit Weitblick, frischer Luft und herbstlicher Gemütlichkeit auftrumpfen. So zum Beispiel der Rundweg vom Bürgerzentrum zum Hasenkopf, in dessen Verlauf auch die eindrucksvollen Plastiken des Ulmer Kunstpfads einen der Höhepunkte bildet. Auch für geschichtlich Interessierte ist am Eselsberg einiges zu sehen: das schön gelegene Außenfort der Bundesfestung am unteren Eselsberg zum Beispiel.
9. Stadthaus Ulm

Das von dem New Yorker Architekt Meier entworfene Stadthaus in Ulm bietet abgesehen von wechselnden Ausstellungen und Veranstaltungen auch eine schöne Perspektive aufs Münster. (Archivbild)
Karl-Josef Hildenbrand/dpaDas moderne Stadthaus bietet nicht nur an verregneten Tagen interessante Perspektiven. Denn, wenn die Sonne scheint, lohnt sich ein Besuch der kleinen Terrasse, die über eine Wendeltreppe erreicht werden kann. Von dort ist der uneingeschränkte Blick auf das Ulmer Münster jenseits des geschäftigen Geschehens auf dem Münsterplatz möglich und lässt die Herzen der Ulmer und Ulmerinnen höher schlagen.
Falls das Wetter den Gang auf die Terrasse verunmöglicht, bleibt noch immer die sehenswerte Ausstellung „Home Again“, die bis zum 15. Januar zahlreiche Positionen zeitgenössischer Fotografie darbietet und dabei die menschliche Anpassungsfähigkeit einer sich rasant wandelnden Gesellschaft verhandelt. Also, ob bei herbstlicher Sonne oder nasskaltem Wetter, das Ulmer Stadthaus ist ein Besuch allemal wert.
10. Das Aegis Café

Der Tresen des Aegis Cafés. Links im Bild ist einer der historischen tragenden Balken zu sehen, die dem Café einen ganz besonderen Charme verleihen.
Michl-Felix BierlNicht weit entfernt vom Ulmer Stadthaus liegt das Aegis Café in der Hafengasse 19, das direkt an die gleichnamige und dazugehörige Buchhandlung angrenzt. Da ein verregneter Herbsttag in guter Gesellschaft oder mit guter Literatur zu geistiger Beflügelung einlädt, ist das Aegis Café definitiv einer unserer Herbst-Tipps. Von Kaffee über Alkoholisches, bietet das gemütlich eingerichtete Café unter gewölbten Decken alles nötige, um in süßer Melancholie zu schwelgen oder – etwas weniger pathetisch – sich nach einem Bummel in der Stadt aufzuwärmen.


