Heftige Unfälle: Zahlreiche Einsätze – Mega-Stau auf A8 in Richtung Ulm

Zwischen Donnerstag und Freitag gab es zahlreiche Einsätze bei starkem Schneefall wie hier bei Riedlingen auf der Schwäbischen Alb.
Thomas Warnack/dpaAuf den Straßen Baden-Württembergs haben sich in der Nacht zum Freitag mehrere Unfälle mit zahlreichen Verletzten ereignet. Fünf Schwerverletzte, ein Dutzend Leichtverletzte, darunter ein Kind, ein Teenager und zwei Polizisten war die erste Bilanz der Unfälle.
Auto kracht in Leitplanke
Bei einem Unfall auf der Autobahn 81 bei Mundelsheim (Landkreis Ludwigsburg) gab es insgesamt sieben Verletzte, davon vier Schwerverletzte. Ein 33 Jahre alter Autofahrer hatte die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war mehrmals in die Mittelschutzplanke gekracht. Daraufhin wurden drei Autos ebenfalls in den Unfall verwickelt. Es entstand ein geschätzter Schaden von 130 000 Euro.
Kind und Jugendliche verletzt
Auf der Bundesstraße 28 nahe Rottenburg am Neckar (Kreis Tübingen) kam es zu einem Unfall mit sechs Verletzten. Eine Frau erlitt schwere Verletzungen, unter den fünf Leichtverletzten waren auch eine Siebenjährige und eine 16-Jährige. Der Schaden belief sich hier auf etwa 30 000 Euro.
Mit Lastwagen kollidiert
Zu einem heftigen Verkehrsunfall kam es am Freitagmorgen auch bei Bisingen im Zollernalbkreis: Ein 21-jähriger Autofahrer kollidierte mit einem Lkw und wurde dabei schwer verletzt.
Nach Crash in Pkw eingeklemmt
Ein weiterer Autofahrer ist am Donnerstag auf einer Bundesstraße bei Tettnang (Bodenseekreis) in einen Lastwagen gekracht und dabei lebensbedrohlich verletzt worden. Die Feuerwehr musste den eingeklemmten 38-Jährigen aus dem Auto befreien.
Lkw rauscht in Unfallstelle – Polizisten verletzt
Auf der Autobahn 5 bei Bruchsal (Kreis Karlsruhe) kam es am Freitagmorgen zu einem Folgeunfall. Dabei wurden zwei Polizisten und zwei Lastwagenfahrer leicht verletzt. Die Polizisten hatten gerade einen Unfall zwischen den Lastwagen aufgenommen, als ein dritter Laster in die Unfallstelle fuhr.
Gefahren auf A8
Zahlreiche brenzlige Situationen gab es am Donnerstagabend auf der Autobahn 8 bei Rutesheim (Kreis Böblingen). Eine verlorene Auffahrrampe eines Lasters lag auf der Fahrbahn. 18 Autos fuhren darüber und wurden größtenteils an den Reifen beschädigt. Es entstand ein Schaden von geschätzt 50 000 Euro.
Im Raum Ulm hauptsächlich Blechschäden
Im Raum Ulm blieb es größtenteils bei Blechschäden und Leichtverletzten, wie das Polizeipräsidium Ulm am Freitagnachmittag mitteilte. Zwischen 4 Uhr und 12 Uhr wurden 66 Unfälle registriert, die größtenteils auf die winterlichen Straßenverhältnisse zurückzuführen waren. Am häufigsten krachte es im Landkreis Heidenheim (17 Unfälle), 16 Unfälle ereigneten sich im Alb-Donau-Kreis, 15 im Landkreis Biberach – unter anderem auf der B312 bei Riedlingen – und 13 Unfälle im Landkreis Göppingen; im Stadtkreis Ulm kam es zu fünf witterungsbedingten Unfällen:
- Auf der B30 in Richtung Ulm verlor ein 44-Jähriger bei Maselheim die Kontrolle über sein Auto, weil er auf schneeglatter Fahrbahn zu schnell fuhr. Zwischen den Anschlussstellen Biberach-Nord und Laupheim-Süd prallte der Audi an einer Leitplanke ab und stieß dann mit einem Laster zusammen, der in die gleiche Richtung fuhr. Verletzt wurde niemand, doch der Audi war Schrott und musste abgeschleppt werden.
- Auch bei Laichingen kam es zum Crash mit 12.000 Euro Sachschaden, als am Donnerstagabend eine 74-jährige VW Polo Fahrerin auf Sommerreifen von Berghülen in Richtung Machtolsheim fuhr. Als der vor ihr fahrende ebenfalls 74-Jährige mit seinem Opel nach links in Richtung Campingplatz abbiegen wollte, drehte sich der Polo auf rutschiger Fahrbahn und kollidierte mit dem Opel. Beide Unfallbeteiligten blieben unverletzt.
- Sein überhöhtes Tempo wurde einem 25-jährigen Audifahrer zum Verhängnis, als er in Bad Ditzenbach auf glatter Straße ins Rutschen kam und gegen einen geparkten BMW stieß. Den schob es wiederum auf einen geparkten Seat. Der Unfallverursacher blieb unverletzt. Der Sachschaden beträgt mehrere tausend Euro.
Stau auf A8 in Richtung Ulm
Am Freitagabend spitzte sich die Lage auf der A8 in Richtung Ulm zu: Wegen eines Unfalls staute sich der Verkehr erst im Kreis Göppingen zwischen Aichelberg und Mühlhausen. Der Stau wuchs am Abend auf eine Länge von bis zu 14 Kilometern, Autofahrer mussten mit einer Verzögerung von rund eineinhalb Stunden rechnen. Auch auf der B10 als Ausweichstrecke staute es sich, insbesondere im Raum Geislingen an der Steige.
Dann ereignete sich am Abend noch ein weiterer Unfall auf der A8 in Richtung Ulm: Zwischen Merklingen und Ulm-West bildete sich gegen 19 Uhr ein 8 Kilometer langer Stau, die Fahrt dauerte laut Verkehrsmelder des SWR bis zu 30 Minuten länger. Kurz vor 20 Uhr kehrte auch in diesem Bereich wieder Ruhe ein, der Verkehr floss wieder.
Polizei: Bei starkem Schneefall anhalten
Obwohl noch nicht abschließend geklärt werden konnte, ob Schneefall und mögliche Glätte sich auf alle genannten Unfälle ausgewirkt hatten, riet die Polizei allgemein zur Vorsicht. Ein Polizei-Sprecher sagte: „Wenn man merkt, das Wetter wird zu schlecht, sollte man gegebenenfalls auch einfach mal am Rasthof raus fahren und abwarten.“ (mit dpa)


