Verkehr im Kreis Göppingen: Unfälle im Minutentakt, Stau auf der A8 - angespannte Verkehrslage im Kreis

Die starken Schneefälle bergen Risiken im Straßenverkehr. Die Polizei mahnt zur Vorsicht.
Giacinto CarlucciMinustemperaturen, Schneefälle, glatte Straßen. Zu vielen Unfällen kam es am Freitag im Kreis Göppingen aufgrund der Wetterlage. So sorgte am Freitagnachmittag und - abend ein Auffahrunfall mit, nach ersten Informationen der Polizei, vier beteiligten Fahrzeugen auf der Autobahn für Staus und Wartezeiten. Dort hat es um kurz vor 15 Uhr gekracht. Zunächst wurde nur ein Fahrstreifen gesperrt, später dann ein weiterer. Der Stau wuchs am Abend laut SWR-Verkehrsmelder auf eine Länge von bis 14 Kilometer, Autofahrer mussten eine Verzögerung von rund eineinhalb Stunden in Kauf nehmen. Da viele die B10 als Ausweichstrecke nutzten, staute es sich auch dort, vor allem im Bereich zwischen Süßen und Geislingen. Gegen 19 Uhr beruhigte sich offenbar die Lage, der Stau löste sich nach und nach auf.
Unfall auf der A8 bei Gruibingen
Viele weitere Unfälle mit Sachschäden beschäftigen die Beamten, während es vielerorts ununterbrochen schneit – wie beispielsweise in Kuchen oder Drackenstein. „Es kommen minütlich neue Unfallmeldungen rein, alle Streifen sind unterwegs“, teilt ein Pressesprecher der Polizei mit. Vorausschauendes und umsichtiges Fahren seien jetzt das Wichtigste. Dabei die Geschwindigkeit den Straßen- und Wetterverhältnissen anpassen, einen großen Abstand zu Vorausfahrenden halten und mit Bedacht reagieren.
Ein 25-jähriger Audi-Fahrer war am Morgen in Bad Ditzenbach bei Schneeglätte zu schnell unterwegs. Gegen 7.30 Uhr geriet der Audi in der Kirchstraße ins Rutschen und stieß gegen einen geparkten BMW. Den schob es wiederum auf einen geparkten Seat. Der Unfallverursacher blieb unverletzt. Der Sachschaden beträgt jedoch mehrere tausend Euro.
Schnee und Glatteis bergen Gefahren
Die Polizei mahnt: Besonders Glatteis birgt große Risiken. Die Gefahr für glatte Straßen besteht an schattigen Orten, etwa bei Wäldern oder Tunnelausfahrten, ebenso wie auf Brücken. Eben überall dort, wo die Straße der Witterung besonders stark ausgesetzt ist. Nicht überall weisen Schilder auf die Gefahr hin. Auch Temperaturen oberhalb der Null-Grad-Grenze sind kein Garant für eine ungefährliche Fahrbahn, weil der Boden im Winter stark ausgekühlt ist. Kritisch sind auch Tage mit schwankenden Temperaturen um den Gefrierpunkt. Hier kann sich die Beschaffenheit der Fahrbahn durch das wechselnde Tauen und Frieren ständig ändern.
Auch festgefahrener Schnee, Schneematsch und Reif führen zu Straßenglätte. Glatteis führt immer wieder zu massiven Behinderungen des Straßenverkehrs. Besonders gefährlich ist Blitzeis. Das entsteht, wenn Regen oder Sprühregen auf gefrorenen Boden fällt. Bei Blitzeis kommt es besonders häufig zu schweren Unfällen. Die Autofahrer werden von der spiegelglatten Fahrbahn überrascht. „Da helfen auch Winterreifen, Antiblockiersystem (ABS), elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) oder selbst Ketten nichts mehr“, schreibt die Polizei in einer Mitteilung. Bei Blitzeis oder Eisregen sollte man also am besten unnötige Fahrten vermeiden.
Winterreifen: Sonst wird es teuer
Bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf nicht mit Sommerreifen gefahren werden. Erlaubt sind nur noch wintertaugliche Reifen, die mit der Schneeflocke gekennzeichnet sind. Diese Regelung ist nicht an eine bestimmte Jahreszeit oder an bestimmte Monate gebunden, sondern gilt situativ. Ein Verstoß wird mit einer Geldbuße in Höhe von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet. Bei einer Behinderung des Verkehrs aufgrund falscher Reifen bei winterlichen Wetterverhältnissen erhöht sich das Bußgeld auf 80 Euro und einen Punkt. Noch teurer wird es bei Gefährdungen und Unfällen.
