Winterreifen: Ist der Reifenwechsel in Deutschland Pflicht?

Bei falscher Bereifung im Winter kann nicht nur die Sicherheit leiden, sondern auch der Geldbeutel.
Armin Weigel/dpaDie Winter werden immer milder, da könnte man auf die Idee kommen, auf die Winterreifen einfach zu verzichten. Doch das kann teuer werden. Was Sie beachten müssen.
Sicherer ist das Fahren mit Winterreifen im Winter allemal, doch wie ist die rechtliche Lage?
In Deutschland gilt die „situative Winterreifenpflicht„. Sie ist geregelt in § 2 (3a) der Straßenverkehrs-Ordnung und besagt, dass ein Kraftfahrzeug bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte nur gefahren werden darf, wenn geeignete Reifen benutzt werden, Winterreifen sind dann also Pflicht. Laut ADAC gilt die Winterreifenpflicht als erfüllt, wenn auf allen vier Rädern Winterreifen montiert sind. Zudem empfiehlt der Automobilclub eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern, gesetzlich vorgeschrieben sind nur 1,6 Millimeter. Auch zu harte Reifen seien ungeeignet, weshalb ein Austausch nach spätestens sechs Jahren empfohlen wird.
Welche Strafe bekommt man für das Fahren ohne Winterreifen?
Wer trotz winterlichen Wetterverhältnissen mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert nicht nur die eigene Sicherheit und die von anderen, sondern auch eine saftige Strafe.
Die Bußgelder für falsche Bereifung variieren laut Bußgeldkatalog. Wenn Sie mit Reifen fahren, die nicht den Wetterverhältnissen angepasst sind, gibt es ein Bußgeld von 60 Euro und einen Punkt in Flensburg. Stellen Sie dabei eine Behinderung dar, erhöht sich das Bußgeld auf 80 Euro, bei Gefährdung auf 100 Euro, bei Unfallfolge auf 120 Euro, der Punkt bleibt. Auch dem Halter droht eine Strafe. Brisant kann es auch beim Versicherungsschutz zugehen, wenn ein Unfall mit Sommerreifen passiert. Eventuell wird dem Fahrer dann Fahrlässigkeit und Mitverschulden vorgeworfen, informiert der ADAC.
Woran Sie zulässige Winterreifen erkennen und wo der Unterschied zu Sommerreifen liegt, lesen Sie hier:
