Schmotziger Donnerstag: Hier haben die Narren den Südwesten bunt gefärbt

Die Mühlenhexen aus Mühlhausen im Täle treiben beim Fasnetsumzug in Deggingen im Kreis Göppingen ihr Unwesen. Der ganze Südwesten feiert ausgelassen die fünfte Jahreszeit.
Thomas MadelEs ist bunt, es ist laut – es ist Narrenzeit: In Ulm übernehmen die Narren die Oberhand, und auch in vielen kleineren Ortschaften im Südwesten haben Events stattgefunden, bei denen ausgelassen gefeiert wurde. Der Schmotzige Donnerstag ist einer der Höhepunkte der Fasnet – auch wenn das Wetter in diesem Jahr nicht so recht mitspielen wollte. Vom Rathaussturm bis zur Märchenstunde hatten die Vereine und Gruppen seit Monaten Programmpunkte geplant, um die fünfte Jahreszeit voll auszukosten. Ein Überblick über das Treiben in der Region:
Wahre Märchen beim Glombigen in Ehingen
Natürlich nichts als die Wahrheit wollten die Ehinger Büttel unters Volk bringen und veranstalteten am „Glombigen“ ein märchenhaftes Spektakel auf dem Marktplatz. Los ging es um 16 Uhr, nachdem die „Stadtpolizisten“ zuvor wieder ihre Dixi-Fahrzeuge beim Landratsamt des Alb-Donau-Kreises zur Zulassung vorgefahren hatten, um dem Finanzamt einen Besuch abzustatten. Um 14.30 Uhr ging die große Kinderfasnet in der Lindenhalle los. Um 17 Uhr startete das Traditionsprogramm.
Gompiger Donnerstag in Dietenheim mit 75-Meter-Bar
Nicht nur wegen der 75 Meter langen Bar kamen tausende Gäste zum Gompigen Donnerstag in die Narrenhochburg Dietenheim, die an Fasnet nachweislich seit 1935 Ranzenburg heißt. Nach Einbruch der Dunkelheit ging es los mit dem Fasnetsausgraben und dem Rathaussturm. Danach blieb in den Kneipen, auf dem Marktplatz, in der Narhalla oder in der berühmt-berüchtigten Gießenbar keine Kehle trocken.
Narren erobern Zollernalbkreis
In Hechingen ging am Auseliga (8. Februar) die Post ab. Auch am Lumpenmontag (12. Februar) wird ein Parkdeck zum Narrendorf. Neben einem Barzelt und zahlreichen weiteren Ständen wird ein DJ die Party am Parkdeck beschallen.
Nur knapp über 1000 Einwohner, aber bei der Fasnet ganz groß dabei: Nachdem am Sonntag bereits 30 Zünfte über Binsdorf hergefallen sind, ließ sich der Teilort von Geislingen im Zollernalbkreis auch den Schmotzigen Donnerstag nicht entgehen. Erst wurden Schüler und Kindergartenkinder befreit. Nach dem Sturm aufs Rathaus feierten die Narren abends eine Party.
Auch im Landratsamt des Zollernalbkreises war am Schmotzigen Donnerstag die Hölle los: Bisinger Nichthuldiger und Kirchamäus mit der Bisinger Lumpenkapelle haben dem Landrat Günther-Martin Pauli die Leviten gelesen. Im gesamten Zollernalbkreis treiben die Narren ihr Unwesen, das sind die Höhepunkte der Saison 2024:
Narrenwecken am frühen Morgen in Konstanz
In Konstanz am Bodensee wurde der „Schmotzige Dunschtig“ oder der „Gumpige“ Donnerstag mit Musik, Glocken und Rätschen eingeläutet. Dort hieß es schon um 6 Uhr: Narrenwecken. Bis in den Abend stehen Schulbefreiungen, das Narrenbaumstellen und Umzüge auf dem Programm. Mit einem lauten „Ho Narro!“ werden in Konstanz noch viele weitere Fasnachts-Ereignisse veranstaltet.

Seit den frühen Morgenstunden wecken hunderte Narren die Konstanzer Bevölkerung mit Musik, Glocken und Rätschen.
Felix Kästle/dpaBundesweit ist der Tag als Altweiberfastnacht bekannt. Sechs Tage lang – bis Aschermittwoch – übernehmen in den Hochburgen der schwäbisch-alemannischen Fastnacht die Narren das Regiment. Das Wort „Schmotziger“ stammt vom alemannischen Ausdruck für Fett oder Schmalz („Schmotz“). „An diesem Tag ist der Anfang des Verzehrens fetter Fastnachtsspeisen und Steigerung anderer Lustbarkeiten“, heißt es dazu beispielsweise im Glossar der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN).
Fasnetsumzug am Sonntag in Donzdorf
Die Feierlaune hält an, weitere Großereignisse stehen noch bevor, etwa der Fasnetsumzug am Sonntag (11.2.) in Donzdorf. Zigtausende Besucher, mehr als 3600 Teilnehmer in 42 Gruppen und auf 20 großen Motivwagen werden erwartet. In der Umgebung finden noch viele andere Umzüge, Partys und Events statt.
Die buntesten Fasnets-Events 2024
Schon seit Wochen halten Umzüge, Prunksitzungen und andere Fasnetsveranstaltungen die Menschen in der Region bei Laune. Das waren die buntesten Ereignisse:
- Die Narren erobern Ulm: 6000 Hästräger aus Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz machten den Ulmzug zum bunten Fasnet-Highlight. Auch in den kommenden Tagen ist in der Donaustadt und drumherum noch einiges geboten.
- Knapp 3000 Menschen strömten zu Hallia Venezia, dem spektakulären Aufmarsch der Masken in der Schwäbisch Haller Innenstadt. Die aufwendigen Kostüme reichen von edel bis rockig.
- Gutes Wetter, gute Stimmung haben die geschätzt 4000 Zuschauer am Samstag beim Fasnetsumzug in Deggingen (Kreis Göppingen) genossen. Etwa 2000 Hästräger trieben auf der Umzugsstrecke Schabernack.
- Beim Fackelumzug der Narrenzunft Balingen sind mehr als 2000 Hästräger dem Ruf in die Eyachstadt im Zollernalbkreis gefolgt. Die zahlreichen Zuschauer erlebten ein farbenprächtiges Spektakel.
- 3000 Masken- und Hästräger, Musikanten und andere Narren verwandelten Oberstetten auf der Schwäbischen Alb in eine Fasnethochburg.
- Auch der Nachtumzug in Allmendingen (Alb-Donau-Kreis) war ein Spektakel: Mehr als 100 Gruppen waren auf der Straße, mehr als 200 Helfer engagierten sich.
(mit Informationen von dpa)





