Eis-Chaos in Ulm und BW
: So ist die Lage in den Regionen

Gefährlicher Eisregen und Blitzeis sorgen in Ulm und den Regionen für zahlreiche Unfälle. Der DWD empfiehlt, zu Hause zu bleiben. So ist die aktuelle Lage.
Von
Elias Hoffmann,
Joachim Striebel,
Amelie Schröer
Ulm, Göppingen
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  • Am Mittwochmorgen (17.01.) hielt das Wetter die Bürgerinnen und Bürger in und um Ulm in Atem.

    Am Mittwochmorgen (17.01.) hielt das Wetter die Bürgerinnen und Bürger in und um Ulm in Atem.

    Volkmar Könneke
  • Es ist glatt auf den Ulmer Straßen, Geh- und Fahrradwegen. An einigen Stellen schiebt man das Rad lieber.

    Es ist glatt auf den Ulmer Straßen, Geh- und Fahrradwegen. An einigen Stellen schiebt man das Rad lieber.

    Volkmar Könneke
  • Die Glätte auf den Straßen Baden-Württembergs sorgt für Unfälle, kleiner und größerer Art.

    Die Glätte auf den Straßen Baden-Württembergs sorgt für Unfälle, kleiner und größerer Art.

    Volkmar Könneke
  • Am Mittwoch, 17.1., hatten die Streu- und Räumdienste viel zu tun.

    Am Mittwoch, 17.1., hatten die Streu- und Räumdienste viel zu tun.

    Volkmar Könneke
  • Am Mittwoch, 17.1., hatten die Streu- und Räumdienste viel zu tun.

    Am Mittwoch, 17.1., hatten die Streu- und Räumdienste viel zu tun.

    Volkmar Könneke
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Auf den Straßen und Fußgängerwegen Baden-Württembergs gilt am Mittwoch (17.01.2024) Vorsicht. Schlagartig gefrierender Regen und Eisansatz sorgen für eine hohe Glättegefahr. Ein Eis-Chaos blieb bisher weitgehend aus. Dennoch kam es zu einigen Unfällen. So ist die Lage in Ulm und in den Regionen.

Warnung vor gefährlichem Glatteisregen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat bereits zu Beginn der Woche eine amtliche Unwetterwarnung für Baden-Württemberg herausgegeben. Er empfiehlt, möglichst zu Hause zu bleiben. So einfach ist das aber nicht. Auch bei Glatteis oder starken Schneefällen müssen Beschäftigte rechtzeitig bei der Arbeit erscheinen.

Die Warnung gilt in Ulm und den Regionen bis 15 Uhr. Folgende Hinweise gibt der DWD:

  • Gefahr für Leib und Leben durch schlagartig gefrierenden Regen
  • Handlungsempfehlungen: Aufenthalt im Freien und Fahrten vermeiden bzw. Verhalten im Straßenverkehr anpassen
  • Auf Beeinträchtigungen auf allen Verkehrswegen bis hin zu Sperrungen/Schließungen einstellen
  • Notfalls Fahrweise anpassen, möglichst volltanken, Decken und warme Getränke mitführen

Schwerer Unfall auf der A8 bei Aichelberg

Im Kreis Göppingen bei Aichelberg ereignete sich gegen 5.45 Uhr ein schwerer Unfall. Zeitweise mussten alle Fahrstreifen der Autobahn für den Verkehr gesperrt werden. Ob Glatteis zu dem Unfall geführt hat, ist aktuell noch unklar.

Glätte-Unfall in Blaubeuren sorgt für Blechschaden

Nach einem Glätte-Unfall musste die Sonderbucher Steige zwischen Blaubeuren und Sonderbuch am Mittwoch (17. Januar) kurzzeitig gesperrt werden. Eine Autofahrerin war gegen 10 Uhr mit ihrem Kleinwagen bergab in Richtung Blaubeuren gefahren und war auf der kurvigen Strecke ins Schleudern geraten. Das Auto kippte auf die Seite.

Zwischen Blaubeuren und Sonderbuch gab es gegen 10 Uhr einen Glätte-Unfall. Personen kamen keine zu Schaden.

Joachim Striebel

Laut Polizei blieb die Frau unverletzt. Notarzt, Rettungsdienst und Feuerwehr waren ausgerückt. Die Feuerwehr stellte das Auto wieder auf die Räder, es wurde abgeschleppt. Am frühen Morgen hatte die Polizei einen Unfall auf dem Parkplatz des Rewe-Markts in Blaubeuren aufgenommen. Das Räumfahrzeug eines privaten Unternehmens war gegen ein Auto gefahren. Die Polizei schätzt den Blechschaden auf 5000 Euro.

Glatteis im Raum Ehingen: Mehr Patienten im Krankenhaus

Rund um Ehingen blieben die Auswirkungen auf den Verkehr recht überschaubar. Dennoch vermeldete die Notaufnahme des Alb-Donau-Klinikums mehr Patienten als an einem normalen Werktag. Viele mussten nach Stürzen auf dem Glatteis ambulant zumindest ambulant behandelt werden.

Ebenso verlief der Tag im Landkreis Neu-Ulm weniger dramatisch als befürchtet: Vier Verkehrsunfälle mit Wetterbezug meldet das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West.

Transporter kommt im Zollernalbkreis von der Straße ab

In Dormettingen, im Zollernalbkreis, ist ein Lastwagen aufgrund der Glätte von der Straße abgekommen und gegen einen Telefonverteilerkasten gefahren. Daraufhin krachte der Sprinter gegen eine Gartenmauer.

Im Raum Hechingen waren die Streu- und Räumdienste einigermaßen erfolgreich. Größere Unfälle und Blessuren blieben aus, aber ganz ohne die ein oder andere Rutschpartie blieb der Vormittag dann doch nicht.

Verkehrschaos bleibt in der Region Neckar-Alb aus

16 witterungsbedingte Unfälle zählte die Polizeidirektion Reutlingen, die für eine Fläche so groß wie das Saarland zuständig ist. Das unterstreicht, wie wenig betroffen die Region Neckar-Alb war. Auf Gehwegen war es spiegelglatt, Autos waren schnell überzogen von einer feinen Eisschicht – doch das Chaos blieb aus.

Dies machte sich auch in der die Ambulanz der BG Klinik Tübingen bemerkbar. Dort wurden keine Pkw-Unfälle behandelt. Einen anstrengenden Vormittag hatte die Ambulanz trotzdem. Wie eine Sprecherin mitteilte, verzeichnete die Ambulanz „aufgrund der aktuellen Wetterlage ab 10 Uhr ein deutlich erhöhtes Patientenaufkommen„. Es seien etwa 50 Prozent mehr Patientinnen und Patienten als üblich behandelt worden. Die häufigsten Verletzungen: Radiusfrakturen und Sprunggelenksverstauchungen.

Wegen Glatteis: Leere auf dem Ulmer Wochenmarkt

Die glatten Straßen und das nasskalte Wetter ließen auch das gewöhnliche Treiben auf dem Ulmer Münsterplatz am Mittwoch ausbleiben. Eigentlich ist zur Wochenmitte dort Markt, nur wenige Händler und vor allem Kunden fanden aber den Weg dorthin. „Heute ist es komplett ruhig“, berichtet der Händler von Spezialitäten aus Südtirol. Er hätte schon überlegt, ob er überhaupt kommt, „aber ich bin ja Rentner und habe Zeit“. Außerdem hatte er seine Stammkunden im Sinn, die er nicht enttäuschen wollte.

Räum- und Streufahrzeuge in Geislingen im Dauereinsatz

Der Geislinger Bauhof hat alle Hände voll zu tun, um das gefährliche Blitzeis unter Kontrolle zu bekommen. In manchen Gebieten mussten die Streufahrzeuge sogar dreimal ausrücken.

Entspannte Reaktionen im Netz

Auf die Aufforderung der SÜDWEST PRESSE, von eigenen Erfahrungen zu berichten, meldeten sich auf den Social-Media-Kanälen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger. In Laupheim sei es halb so wild, wenngleich Gehwege spiegelglatt seien, wie eine Userin berichtet. Eine andere Person scheint mit der Situation locker umzugehen: „Alles easy, danke an die Leute vom Winterdienst“. Eine andere Leserin kann das nicht ganz bestätigen: „Bei uns absolut gefährlich, aber die Firma bei uns streut nicht. Wollen die nicht, es ist ihnen egal, wenn was passiert.“ Grundsätzlich ist die Tonlage allerdings positiv. So bedankt sich eine Instagram-Nutzerin beispielsweise bei der Stadt Ulm: „Weststadt Richtung Innenstadt war um 7.30 Uhr gut gestreut.“

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