Blitzermarathon in BW
: Polizei erwischt fast 70.000 Autofahrer

Die Bilanz der europaweiten Kontrollwoche liegt für Baden-Württemberg vor. Mehr als 800 Menschen müssen mit einem Fahrverbot rechnen.
Von
Daniel Wydra
Stuttgart
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Radarkontrolle: ARCHIV - 08.03.2024, Baden-Württemberg, Stuttgart: Autos fahren auf einer Zufahrtsstraße zur Innenstadt von Stuttgart an einem Blitzer zur Geschwindigkeitskontrolle vorbei. (Wischeffekt durch Langzeitbelichtung) (zu dpa: «Kontrollaktion: Im Südwesten blitzt es knapp 70.000 Mal») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Eine mobile Geschwindigkeitskontrolle in Stuttgart.

Bernd Weißbrod/dpa

Bei der europaweit abgestimmten Geschwindigkeitskontrollwoche sind im Südwesten 69.244 Fahrzeuge geblitzt worden. Mehr als 11.200 Fahrerinnen und Fahrer überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mehr als 21 Kilometer pro Stunde und fuhren damit deutlich zu schnell, wie Innenminister Thomas Strobl (CDU) in Stuttgart mitteilte. 814 Menschen müssten nun mit einem Fahrverbot rechnen. 57.290 Personen waren mit bis zu 20 Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs.

Strobl sagte, mit vereinten Kräften bremse man Raser aus, um den Verkehr auf den Straßen sicherer zu machen. „Überhöhte Geschwindigkeit ist die Hauptursache für tödliche Unfälle.“ Im Jahr 2023 haben demnach 152 Menschen alleine aus diesem Grund ihr Leben gelassen, das sind 41 Prozent aller Verkehrstoten im Land.

900 Autofahrer erwartet Anzeige

Das Polizeipräsidium Reutlingen hat am Mittwoch (14.8.) eine Bilanz für die Landkreise Reutlingen, Esslingen, Tübingen und den Zollernalbkreis veröffentlicht. Demnach wurden etwa „5.100 Verkehrsteilnehmer beanstandet.“ Ein Großteil der Autofahrer war lediglich ein bisschen zu schnell unterwegs, sodass eine Verwarnung genügte. Doch etwa 900 von ihnen müssen mit einer Bußgeldanzeige und Punkten in Flensburg rechnen. 87 dieser Fahrer waren sogar so schnell, dass ein Fahrverbot auf sie zukommt. Insbesondere gefahren- und unfallträchtige Strecken seien vom 5. bis zum 11. August intensiv überwacht worden, schreibt die Polizei. Etwa 4700 der erwischten Autofahrer seien mit Lichtschrankmessgeräten und Messanhängern erfasst worden, die übrigen 340 mit Laserhandmessgeräten.

Im Verbreitungsgebiet von swp.de liegen auch die Polizeipräsidien Ulm und Aalen. Die Ulmer Polizei hat bislang keine Bilanz der Kontrollwoche veröffentlicht. In Aalen war bislang (Stand: 17.30 Uhr) niemand erreichbar. Für Bayern – und damit auch für den Landkreis Neu-Ulm – liegen keine Zahlen vor. Denn Bayern hat sich nicht an der Kontrollwoche beteiligt.