Unfälle in Baden-Württemberg
: Immer mehr Verkehrstote – wo sind die Straßen in BW besonders gefährlich?

Im Vergleich zum Vorjahr kam es 2022 auf den Straßen in Deutschland wieder zu mehr Unfällen. Hochburg im Südwesten: Stuttgart. Wie schneidet Ulm ab?
Von
Amelie Schröer
Ulm
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Die Zahl der Verkehrsunfälle und Toten ist im Jahr 2022 wieder gestiegen. Dennoch befindet sie sich auf niedrigem Niveau. Wie ist die Lage in Ulm und Neu-Ulm?

Symbolbilder, Volkmar Könneke; Collage: Befunky

Durchschnittlich acht Tote und 989 Verletzte pro Tag – laut einer aktuellen Statistik des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Unglücke auf Straßen in Deutschland 2022 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Demnach sind im gesamten vergangenen Jahr bundesweit 2788 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das waren, laut der Statistik, neun Prozent oder 226 Getötete mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten stieg noch deutlicher um 12 Prozent auf 361.134.

Trotz steigender Zahlen: Weniger Unfälle als vor Corona

Deutlich gestiegen ist auch die Zahl der von der Polizei registrierten Unfälle um vier Prozent auf 2,4 Millionen. Dennoch befinden sich die registrierten Zahlen noch immer auf einem der tiefsten Stände seit fast 70 Jahren, heißt es in der Auswertung des Statistischen Bundesamtes. Insgesamt kommt es auf Deutschlands Straßen zu weniger Unglücken als noch vor Corona.

Unfallstatistik in BW: Stuttgart als Hochburg

Auch in Stuttgart sind die Zahlen im Jahr 2022 gestiegen. Laut der Verkehrsunfallbilanz des Landes stiegen die polizeilich registrierten Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent auf 293.721. Die Zahl der Verkehrstoten blieb dagegen mit 350 nahezu gleich (2021: 348).

Auf welchen Straßen es genau gekracht hat, zeigt der interaktive Unfallatlas des Statistischen Bundesamtes. Hochburg im Südwesten ist demnach Stuttgart. Vor allem im Bereich der B27 kam es zu vielen Unfällen. Auch auf der A8 bei Pforzheim und der B36 bei Karlsruhe verunglückten gehäuft Autofahrer.

Unfälle in Ulm und Neu-Ulm: Wo hat es am meisten gekracht?

Auch in Ulm sind im vergangenen Jahr mehr Menschen im Straßenverkehr verstorben. 41 Personen kamen laut einer Statistik des Polizeipräsidiums Ulm 2022 bei Verkehrsunfällen ums Leben – sieben mehr als im Vorjahr. In Neu-Ulm kann dieser Trend bestätigt werden: Dort starben acht Menschen im Straßenverkehr und damit genauso viele wie 2021.

Unfallschwerpunkt in der Münsterstadt war der Blaubeurer Ring. Dort kam es im Jahr 2022 zu sieben Unfällen mit PKW-Beteiligung. Hinzu kommen Zusammenstöße auf den Zubringerstraßen wie der Blaubeurer Straße und der B10.

In Neu-Ulm krachte es besonders häufig auf der Reuttier Straße und auf der Memminger-Straße im Gewerbegebiet.

Göppingen und Geislingen: Auch hier häufen sich Unfälle

Immer wieder ist die Geislinger Steige Teil der Verkehrsnachrichten, oft wegen Unfällen. Darüber hinaus kam es im Jahr 2022 auch auf der B10 bei Geislingen zu einer Anhäufung von Unglücken. Vor allem das Stück durch die Geislinger Innenstadt ist ein Unfallschwerpunkt.

In Göppingen besonders gefährlich ist es auf der B297. Von der Lorcher Straße über die Stuttgarter Straße bis auf die Ulmer Straße krachte es besonders häufig.

Verkehrsunfallstatistik BW: Mehr Radfahrer als Motorradfahrer verunglückt

Insgesamt 4744 Motorradfahrer verunfallten 2022 auf den Straßen in Baden-Württemberg (plus 15,1 Prozent) und damit deutlich weniger als Fahrradfahrer (12.760). Erstmals verstarben im vergangenen Jahr auch mehr Radfahrende als Verkehrsteilnehmer auf dem Motorrad. Zwei Drittel waren laut der Statistik mit dem Fahrrad unterwegs, die Mehrheit davon trug keinen Helm.

Hauptunfallursache für tödliche Verkehrsunfälle ist, wie das Ministerium mitteilte, erhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit. Weitere Gründe sind Alkoholkonsum, Müdigkeit und ein fehlender Sicherheitsgurt.