Anschlag in Altbach
: Täter muss nach Handgranatenwurf zwölf Jahre ins Gefängnis

15 Menschen waren bei dem Wurf einer Handgranate in Altbach im Juni 2023 verletzt worden. Einige davon schwer. Nun sprach das Landgericht Stuttgart das Urteil gegen den Täter.
Von
Amelie Schröer
Stuttgart
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Der Angeklagte im Prozess am Landgericht Stuttgart um einen Handgranaten-Anschlag in Altbach steht in einem Gerichtssaal des Oberlandesgerichts in Stammheim. Er muss zwölf Jahre ins Gefängnis.

dpa

Zwölf Jahre Haft — so lautet das Urteil des Landgerichts Stuttgart gegen einen Mann, der im Juni vergangenen Jahres in Altbach (Kreis Esslingen) eine Handgranate auf eine Trauerfeier geworfen hatte. Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten Haftstrafen von 13 und 11 Jahren unter anderem wegen versuchten Mordes gefordert.

Anschlag auf Trauergemeinde: Höhepunkt eines Bandenkriegs

Der Anschlag reihte sich ein in einen seit Monaten andauernden Bandenkrieg im Raum Stuttgart, bei dem bereits zuvor Menschen angeschossen wurden. Der damals 23–Jährige soll den Schlag verübt haben, weil der Trauergemeinde zahlreiche Anhänger der verfeindeten Gruppe angehört haben sollen. 15 Personen wurden durch den Anschlag verletzt, einige schwer. Dabei hätte es für die Trauernden auch durchaus schlimmer enden können, denn nur durch Zufall prallte die Handgranate an einem Ast ab und landete neben der Menschenmenge.

„Die Geschichte in Altbach hätte ein Horrorszenario werden können“, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. „Das war von Ihnen auch so gewollt.“ Der angeklagte Iraner hatte mitteilen lassen, die Anklage sei zutreffend.

Weitere Prozesse und Verhandlungen im Raum Stuttgart

Beendet ist der Prozess um den Handgranatenwurf mit dem Urteil übrigens nicht, denn in einem weiteren Prozess wird gegen fünf Männer verhandelt, die gemeinsam mit anderen versucht haben sollen, sich an dem Werfer der Granate in Altbach zu rächen. Ihnen wird unter anderem versuchter Totschlag vorgeworfen. Erhoben wurden zuletzt in diesem Fall auch weitere Anklagen. Hintergrund ist nach Ansicht der Ermittler stets die seit vielen Monaten tobende Fehde. Bislang gab es nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) 57 Verhaftungen.