Schießereien im Raum Stuttgart: Blutige Fehde zweier Gruppen - Neue Anklage

Ein Polizist geht über den abgesperrten Teil an einem Tatort auf einem Friedhof. Durch den Wurf eines explodierenden Gegenstands auf eine Trauergemeinde gab es mehrere Verletzte. Wegen des Handgranatenwurfs auf eine Trauergemeinde in Altbach nahe Stuttgart müssen sich in mehreren Prozessen der mutmaßliche Werfer und fünf Männer vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Sie sollen den mutmaßlichen Haupttäter auf seiner Flucht gefasst und verprügelt haben.
Christoph Schmidt/dpaSeit eineinhalb Jahren hält eine blutige Fehde zweier rivalisierender Gruppen die Polizei im Großraum Stuttgart in Atem - jetzt wurde wieder eine Anklage erhoben. Diesmal gegen einen Tatverdächtigen wegen Schüssen in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) im vergangenen Jahr. Der zur Tatzeit 20 Jahre alte Mann sitzt nach Auskunft der Staatsanwaltschaft vom Mittwoch in Untersuchungshaft. Die Vorwürfe gegen ihn lauten: Verdacht des versuchten Totschlags sowie Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.
Schüsse auf Fahrzeug
Der deutsche und türkische Staatsangehörige soll am 23. Oktober eine geladene Maschinenpistole bei sich im Fahrzeug gehabt haben. Bei einem Aufeinandertreffen zwischen dem Angeschuldigten und mindestens einer bislang unbekannten Person aus der gegnerischen Gruppe fielen Schüsse. Dabei soll zunächst das Fahrzeug des 20-Jährigen beschossen worden sein. Dieser sei dann zum Gegenangriff übergegangen sein und habe mit der Maschinenpistole aus seinem Fahrzeug heraus mehrere Schüsse auf das gegnerische Fahrzeug abgegeben. Durch die Schüsse wurden Teile eines Wohnhauses, abgestellte Fahrzeuge, Bäume und ein Verkehrsschild beschädigt. Nach den Schüssen durchsuchten Ermittler die Wohnung des Mannes und entdeckten unter anderem eine Schreckschusswaffe, eine Druckluftpistole, Munition und mehrere Messer.
Seit Mitte 2022 kommt es im Großraum Stuttgart immer wieder zu Schüssen auf Menschen. Der Anschlag mit einer Handgranate auf eine Trauergemeinde in Altbach hat aber das bislang größte Aufsehen erregt. Ein Iraner steht deswegen wegen versuchten Mordes vor Gericht. Der zur Tatzeit 23-Jährige soll die Handgranate am 9. Juni auf die Trauergemeinde geworfen haben, zu der zahlreiche Anhänger der verfeindeten Gruppe gehört haben sollen. Mindestens 15 Menschen wurden verletzt, einige schwer. Nur durch einen glücklichen Zufall war die Granate nach Aussage der Ermittler an einem Ast abgeprallt, 30 Meter von der Trauergemeinde entfernt gelandet und explodiert.

