Preise, Trends, Nachhaltigkeit: Was es zum Weihnachtsbaumkauf in diesem Jahr zu wissen gibt

In der Mittelmühle in Adelberg gehört die Colorado-Tanne zu den Trendbäumen. Harald Müller baut sie seit mehreren Jahren an.
Giacinto Carlucci- Weihnachtsbaum-Trends und Preise 2024: Nordmanntanne bleibt Favorit.
- Preise steigen moderat um 2-3 Euro; Bundesverband empfiehlt 22-30 Euro pro Meter.
- Nachhaltigkeit: Regionale Bäume, kurze Transportwege, Biotope durch Baumstümpfe.
- Colorado-Tanne umstritten: Trend bei einigen Verkäufern, andere sehen Rückgang.
- Verkauf ab Dezember: 1. bei Stauferland Tanne, 5. auf Moserhof, 6. bei Mittelmühle.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Haben Sie bereits darüber nachgedacht, wann und wo Sie Ihren Weihnachtsbaum kaufen möchten? Falls nein, machen wir hier einen Rundumschlag zum Thema Tanne. Harald Müller (Mittelmühle, Adelberg), Maren Schurr (Stauferland Tanne, Wangen) und Rainer Färber (Moserhof, Süßen) sind im Weihnachtsbaumgeschäft tätig. Wir haben mit ihnen über Trendprodukte und Schnee von gestern, den Baumkauf und -anbau während Inflation und Klimakrise und die perfekte Tanne gesprochen.
Die Bäume aus der Region – für die meisten Kundinnen und Kunden alle Jahre wieder die Nordmanntanne – laufen im Jahr 2024 in Topform zum Fest auf. Dank des vielen Regen im Sommer ist bei den Nadeln alles im grünen Bereich und die Zweige sind dicht. Spätfrost ist laut Maren Schurr problematisch für die frischen Triebe. Hat eine Tanne einmal einen Frostschaden, werde sie nie so schön sein. Dieses Jahr sind Schurr und ihre Bäume gerade noch einmal mit dem Schrecken davon gekommen.

Maren Schurr und ihr Mann Steffen bauen für den Verkauf bei der Stauferland Tanne Weihnachtsbäume an. Maren Schurrs Großvater begann mit dem Geschäft vor 40 Jahren.
PrivatAlles für den perfekten Baum
Denn um das perfekte Aussehen geht es nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Weihnachtsbäumen. Folglich rücken die Verkäuferinnen und Verkäufer mit Top-Stopp-Zangen an, snippen – brechen also frische Triebe ab – und besprühen die Heranwachsenden zum Schutz vor Frost mit Wasser. Alles für einen Baum, der in der Regel dicht, aber nicht zu ausladend und zimmerhoch sein soll.
Weihnachtsbaum Gewinnspiel
Vom 26. November bis zum 13. Dezember können Sie einen Weihnachtsbaum bei einem der teilnehmenden Händler in Ihrer Region gewinnen. Wer einen der 70 Weihnachtsbäume gewinnt, erhält einen Gutschein für einen frisch geschlagenen Baum aus regionalem Anbau im Wert von bis zu 50 Euro.
Nehmen Sie jetzt unter www.swp.de/baum mit nur wenigen Klicks teil und wählen Sie die Region aus, in der Sie Ihren Weihnachtsbaum abholen möchten.
Teilnahmeschluss ist der 13.12.2024 um 23:59 Uhr.
So viel kostet der Meter Nordmanntanne
Im Allgemeinen gilt die Nordmanntanne als recht „krisensicher“, sagt Schurr. Die Baumart stammt aus Georgien und ist somit resistent gegen Hitze und Trockenheit. Die Klimakrise sollte dem „Brot-Baum der Verkäuferinnen und Verkäufer“ (Müller) nichts anhaben können. Von der Inflation lässt sich das kaukasische Grün ebenfalls nicht beeindrucken: Die Preise steigen nach Aussage der drei Fachleute nur moderat. Mit zwei bis drei Euro mehr müssen Verbraucherinnen und Verbraucher bei ihm dieses Jahr rechnen, sagt Rainer Färber.
Der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger empfiehlt eine Preisspanne von 22 bis 30 Euro pro Meter Nordmanntanne. Dass die angespannte Wirtschaft dem Baumkauf im Weg stehen könnte, glaubt von den drei Händlern niemand. Im Zweifel tut es vielleicht ein kleinerer oder nicht ganz so schöner Baum.

Die Nadeln der Colorado-Tanne sind lang und blau, der Wuchs des Baums eher wild.
Giacinto CarlucciColorado-Tanne: Trendgewächs oder schon wieder out?
Apropos mal was anderes: Bei der Colorado-Tanne trifft das auf Baum und Käufer zu. Die Tanne hat lange, blaue Nadeln und die Kundinnen und Kunden sind zumindest Müllers Erfahrung nach nicht so wählerisch. „Für den Colorado-Kunden darf der Baum wild sein. Die Tanne ist schließlich keine Couch, also keine Entscheidung fürs Leben.“ Bei ihm auf dem Hof liegt die Colorado-Tanne im Trend. Nach Schurrs Sicht befindet sich diese Baumart schon wieder auf dem absteigenden Ast.

Rainer Färber baut seit 20 Jahren Weihnachtsbäume an und verkauft sie auf dem Moserhof in Süßen.
PrivatWie ist es um die Nachhaltigkeit bestellt?
Gegen den Vorwurf, man töte den Weihnachtsbaum nur für drei Wochen, wehrt sich Müller heftig. Die Tanne steht in seinem und in Schurrs Fall acht Jahre lang in einem „tollen Lebensraum“ (Müller) inmitten von Schafen. Wird ein Baum geschlagen, bleibt der Baumstumpf stehen. Direkt daneben pflanzt Müller den nächsten an. So entstehe ein Biotop im Baumstumpf, das für weitere acht Jahre bestehen bleibt, bis der Nachfolger geerntet wird. Erst in diesem Zuge wird der Baumstumpf gekickt.
Woher kommen die Bäume und wann beginnt der Verkauf?
In der Mittelmühle Adelberg beginnt der Verkauf für Privatpersonen am 6. Dezember, bei der Stauferland Tanne am 1. Dezember und auf dem Moserhof in Süßen am 5. Dezember.
Die Weihnachtsbäume von der Mittelmühle Adelberg, der Stauferland Tanne in Wangen und des Moserhofs in Süßen stammen alle aus der Region. Der Moserhof kauft Bäume aus dem Schwäbischen Wald zu, die Stauferland Tanne verkauft zusätzlich an andere Händler.
Als nachhaltige Produzenten bezeichnen sich alle drei Verkäufer allein deshalb, weil ihre Tannen aus der Region stammen und so kurze Transportwege hinter sich haben. In Konkurrenz mit Baumärkten sehen sie sich nur bedingt, denn die Klientel sei eine andere. Für Müller tut sich an dieser Stelle die „gesellschaftliche Schere“ zwischen Schnäppchenjägern und bewussten Einkäufern auf. Laut Schurr ist der Preisunterschied jedoch gar nicht mehr so groß. Und Färber erlebt eher Leute, die einmal einen „Baumarktbaum“ kaufen und diesem danach abschwören.
Den Weihnachtsbaum frühzeitig anzuschaffen, liegt übrigens im Trend. Das erklärt sich Müller mit dem „Lebkuchen-Effekt“. Diese finden sich immerhin ab Ende August im Supermarktregal, da entsteht der Wunsch nach einer erleuchteten Tanne vielleicht früher. „Weihnachten endet mittlerweile doch relativ schnell nach Weihnachten“, bestätigt Färber und erklärt, dass die Vorweihnachtszeit wichtiger geworden sei. Somit dürfte dem Baumkauf nichts mehr im Wege stehen.
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