Zollpaket der USA
: Dax sackt ab, Goldpreis steigt – Trumps Zölle lassen Anleger bangen

Aktien brechen ein, der Dax gibt nach, Gold wird immer teurer: Die Ankündigung massiver US-Zölle hält die Weltwirtschaft in Atem, Anleger reagieren nervös.
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dpa/afp/swp
Tokio/London
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Finanzmärkte Wall Street: 31.03.2025, USA, New York: Börsenhändler arbeiten auf dem Parkett der New Yorker Börse. Foto: Seth Wenig/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Nervöse Finanzmärkte: Die Zoll-Ankündigungen Donald Trumps haben die Börsen nachgeben lassen.

Seth Wenig/AP/dpa
  • USA verkünden massive Zölle, globaler Börsenrückgang, Goldpreis auf Rekordhöhe.
  • Trumps Zölle: Einbruch bei Technologieaktien, Nikkei-Index in Tokio fällt.
  • EU kritisiert US-Zölle, bereitet Gegenmaßnahmen vor.
  • Gold als sicherer Hafen: Preis steigt aufgrund hoher Nachfrage und Unsicherheit.
  • Apple, Microsoft, Meta und Tesla verzeichnen hohe Verluste.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach der Ankündigung der massiven US-Einfuhrzölle durch Präsident Donald Trump reagieren die Finanzmärkte empfindlich: An den Börsen kam es weltweit zu deutlichen Kursverlusten. Der nachbörsliche Handel in den USA weist auf schwere Verluste vor allem bei Technologiewerten hin, der Goldpreis stieg auf neue Höhen.

Die Aktienkurse wurden kräftig ins Minus gedrückt. Der Dax rutschte zum Auftakt auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Zuletzt verlor der deutsche Leitindex 2,3 Prozent auf 21.873 Punkte.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank um 2,44 Prozent auf 26.824 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor ebenfalls über 2 Prozent. Stephen Dover, Marktstratege bei Franklin Templeton, sprach vom Ende der Freihandelsära. Die Zölle von Trump seien insgesamt viel höher als erwartet. Gefragt waren in diesem Umfeld als sichere Häfen geltender Anlagen wir Gold und Staatsanleihen.

Mit dem Zollpaket gehen Konjunktursorgen einher. Die Notenbanken könnten durch lockere zins- und geldpolitische Maßnahmen einen Teil der konjunkturellen Folgen abpuffern, sagte Börsenexperte Andreas Lipkow. Sie seien jedoch in dem engen Korsett der Inflationsentwicklung gefangen, welches durch die Strafzölle ebenfalls beeinflusst werde.

Zölle in beispiellosem Umfang verhängt

Wochenlang hatte US-Präsident Donald Trump mit einem umfassenden XXL-Zollpaket gedroht. Seine am Vorabend präsentierten Pläne sind nicht nur komplex, sondern auch beispiellos in ihrem Umfang. Weltweit reagierten die Börsen darauf mit hohen Verlusten.

Die USA belegen ab Samstag Einfuhren aus allen Ländern pauschal mit Zöllen von zehn Prozent. Zudem kündigte die US-Regierung einen komplexen Mechanismus wechselseitiger Zölle an, der für viele Länder höhere Abgaben vorsieht. Für die Europäische Union heißt das, dass Exporte ihrer Mitgliedsländer in die Vereinigten Staaten ab kommender Woche mit einem Zoll von 20 Prozent belegt werden.

Die Börse in Tokio hat nach der Ankündigung Trumps stark nachgegeben. In den ersten 15 Handelsminuten fiel der 225 Werte umfassende Nikkei-Index im Vergleich zum Schlusskurs des Vortages um rund vier Prozent. Im weiteren Handelsverlauf machte er etwas Boden gut und notierte um 11 Uhr Ortszeit ein Minus von noch 926,06 Punkten oder 2,59 Prozent beim Zwischenstand von 34.799,81 Zählern. In anderen Ländern wie Deutschland öffnet die Börse erst Stunden später, mit ähnlichen Effekten ist zu rechnen.

Trumps Regierung will neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe aus allen Ländern einführen. Hinzu kommen individuelle Strafabgaben – im Falle der Hightech-Nation Japan sind es 24 Prozent.

Goldpreis steigt auf Rekordhöhen

Die aggressive US-Zollpolitik trieb den Goldpreis in der Nacht hingegen erneut auf einen Rekord. Gold ist einer der wenigen Rohstoffe, der aktuell nicht von Zöllen betroffen ist.

In der Nacht auf Donnerstag ist die Notierung für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) an der Börse in London auf die neue Bestmarke von 3.167,84 US-Dollar gestiegen, zuletzt notierte der Kurs etwas darunter. Gold hat sich damit in diesem Jahr bereits um ein Fünftel verteuert, nachdem der Preis für das Edelmetall in den drei Jahren davor bereits um fast die Hälfte gestiegen war. Neben der Unsicherheit infolge von Kriegen und Konflikten ist einer der Kurstreiber auch die US-Zollpolitik.

Investoren setzen in unruhigen Zeiten unter anderem auf Gold als sogenannter sicherer Hafen. Die außerordentliche hohe Nachfrage, die zu einer Wertschätzung von Gold bei Investoren weit über einem sonst normalen Niveau geführt hat, werde weiter Bestand haben, meint Deutsche Bank-Experte Michael Hsueh. Zusätzliche Nachfrage sei unter anderem weiterhin von Zentralbanken und auch von chinesischen Versicherungen zu erwarten.

Im nachbörslichen Handel brachen große US-Technologieaktien drastisch ein. Apple verzeichnete etwa Verluste von 6,8 Prozent, auch Microsoft, Meta und Tesla verloren deutlich.

Europa bereitet Gegenmaßnahmen vor

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle scharf kritisiert und entsprechende Reaktionen angekündigt. Die neuen Zölle seien ein „schwerer Schlag für die Weltwirtschaft“, sagte von der Leyen am Donnerstag bei einem Besuch in der usbekischen Stadt Samarkand. Sie bedauerte die Entscheidung „zutiefst“ und fügte hinzu, es sei „noch nicht zu spät“ für Verhandlungen. Die Europäer seien aber „bereit, zu reagieren“.

Die EU-Mitgliedsstaaten arbeiteten bereits an einem „neuen Paket“ von Gegenmaßnahmen. „Wir bereiten uns jetzt auf weitere Gegenmaßnahmen vor, um unsere Interessen und unsere Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern“, sagte die Kommissionschefin.

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch neue Zölle für Handelspartner weltweit angekündigt. Importe aus der Europäischen Union werden demnach mit Aufschlägen von 20 Prozent belegt, solche aus China sogar mit einem Zoll von 34 Prozent. Als „Mindestsatz“ für andere Länder nannte der US-Präsident zehn Prozent.