Werbung auf Amazon Prime Video
: Verbraucherschützer klagen gegen Preiserhöhung für werbefreies Abo

Wer Filme und Serien ohne Werbeunterbrechung streamen will, muss bei Amazon Prime Video künftig mehr bezahlen. Dagegen wollen Verbraucherschützer nun klagen.
Von
Laura Mensch
Düsseldorf
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Ab Februar haben Abonnenten von Amazon Prime Video zwei Optionen: Filme und Serien mit Werbeunterbrechung schauen oder mehr bezahlen. Die Verbraucherzentrale will dagegen klagen.

Silas Stein/dpa

Die Nachricht dürfte viele Abonnentinnen und Abonnenten von Amazon Prime Video kalt erwischt haben. Der Streaming–Dienst hat Anfang Januar bekannt gegeben, dass ab dem 5. Februar alle Filme und Serien Werbepausen enthalten werden. Wer das nicht möchte, muss für ein werbefreies Abo bezahlen.

Verbraucherzentrale will gegen Werbung auf Amazon Prime Video klagen

Nun hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) eine Klage gegen Amazon wegen des Schaltens von Werbung im Streaming–Dienst angekündigt. Amazon habe seine Kunden „vor vollendete Tatsachen“ gestellt, sagte vzbv–Chefin Ramona Pop dem Düsseldorfer „Handelsblatt“ (Freitag). Die Änderung sei zu kurzfristig angekündigt worden und werde ohne explizite Zustimmung der Kunden eingeführt.

Amazon hatte zuvor offiziell bekannt gegeben, ab Februar „in begrenztem Umfang“ Werbung in Filmen und Serien zu schalten. Nähere Angaben zu Länge und Häufigkeit der Spots machte der Konzern zunächst nicht. Wer keine Werbung will, kann dafür einen Aufschlag von monatlich 2,99 Euro zahlen.

Experten sehen Werbung als „wesentliche Vertragsänderung“

Der vzbv sieht darin laut „Handelsblatt“ „eine wesentliche Vertragsänderung“ und dafür muss nach gesetzlichen Vorgaben die Zustimmung der Nutzerinnen und Nutzer eingeholt werden. Diese seien aber lediglich kurzfristig über die Änderung informiert worden. Auch handle es sich um eine „versteckte Preiserhöhung“, denn der Kunde müsse künftig knapp drei Euro mehr für das Angebot zahlen, das er zuvor bezogen hatte.

Der vzbv habe die deutsche Amazon–Tochter wegen „Missachtung von Verbraucherrechten“ zunächst abgemahnt, sagte Pop. Die Klage soll in den kommenden Wochen folgen. Die vzbv–Chefin geht davon aus, dass Prime–Video–Nutzer „weiterhin Anspruch auf die werbefreie Option für den bisher vertraglich vereinbarten Betrag“ haben.