Vor der Fußball-WM
: Vorsicht vor Plagiaten – worauf Fans beim Trikotkauf achten sollten

Ob Adidas, Nike oder Puma: Plagiate der neuen Trikots zur Fußball-WM gibt es im Internet wie Sand am Meer. So erkennen Fans, welchen Onlineshops sie vertrauen können – und ob die Trikots echt sind.
Von
Paul Fideler,
dpa
Ulm
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Auswärts-WM-Trikot der Herren Deutschland 2026 im Onlineshop

Die deutschen Trikots für die kommende WM sind teuer. Günstige Alternativen im Netz gibt es viele. Oft handelt es sich jedoch um Fälschungen.

Franziska Gabbert/dpa
  • Vor der Fußball-WM kursieren viele gefälschte Trikots in Onlineshops und auf Märkten.
  • Verbraucherzentrale warnt: Fakeshops locken mit Schnäppchen, oft ohne Lieferung.
  • Hinweise auf Fälschung: dubiose URL, fehlendes Impressum, extrem niedriger Preis.
  • Risiken für Käufer: schlechte Qualität, mögliche Schadstoffe, Zoll kann Ware einziehen.
  • Verkauf ist strafbar mit Geld- oder Freiheitsstrafen – Originale nur bei autorisierten Anbietern.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die deutschen Trikots für die kommende Weltmeisterschaft sind ein Hingucker. Das weiße Heimshirt erinnert an das erfolgreiche Turnier im Jahr 1990, mit der blauen Auswärtsversion geht Hersteller Adidas neue Wege – ein Deutschlandtrikot in dieser Farbe gab es noch nie. Die neue Kollektion hat einen stolzen Preis: 100 Euro kostet die Standardversion im Adidas-Store, ohne Spielernamen auf dem Rücken. Da ist es kein Wunder, dass viele Fans das Internet durchforsten, um ein paar Euro zu sparen.

Bei der Wahl des Onlineshops sei jedoch Vorsicht geboten, sagen die Experten der Verbraucherzentrale. Denn Fakeshops, also Internetseiten, die echten Websites nachempfunden sind, um Kunden abzuzocken, locken mit Schnäppchen. Dabei sähe die Fake-Version echten Webshops täuschend ähnlich – die angebotenen Produkte seien jedoch häufig minderwertig. Wenn überhaupt ein Trikot ankomme, denn oft täuschten die Fakeshops Lieferschwierigkeiten vor. Die Ware komme dann nie in Deutschland an.

Häufig Schadstoffe in Fake-Trikots

Viele Shops aus dem EU-Ausland, meistens aus China, verkaufen laut Verbraucherzentrale ebenfalls keine Originale, sondern Nachbildungen der Trikots – auch wenn sie mit Labeln wie „authentic“ oder „Match Version“ beworben werden. Käuferinnen und Käufer riskieren, Shirts in schlechter Qualität zu kaufen. In dem minderwertigen Textil können auch Schadstoffe enthalten sein, da die Trikots häufig nicht den EU-Vorgaben entsprächen, warnen die Verbraucherschützer.

Um den Fake-Anbietern nicht auf den Leim zu gehen, rät die Verbraucherzentrale zu einem umfassenden Check des Webshops. Weise die Internetadresse Ungereimtheiten auf, etwa eine zusätzliche Domainendung (beispielsweise: .de.com), könne von einem Fakeshop ausgegangen werden. Ein fehlendes Impressum und ein auffallend günstiger Preis im Vergleich zum Original seien weitere Hinweise.

Wie unterscheiden sich Originale von Fälschungen?

Originalhersteller vertreiben ihre Produkte über autorisierte Anbieter, sagt Julia Hentsch, Leiterin Rechts- und Verbraucherpolitik im Markenverband. Auf dubiosen Internetseiten oder touristischen Wochenmärkten seien echte Trikots selten zu finden. Verbraucher sollten bei vermeintlichen Schnäppchen vorsichtig sein, rät sie. „Wer sicher sein möchte, ein Original zu kaufen, sollte auf vertrauenswürdige Verkaufsstellen achten.“

Gefälschte Trikots erkenne man meist nicht an einzelnen Merkmalen, erklärt Hentsch. „Häufig lassen sich Fälschungen an einer sichtbar schlechten Verarbeitung erkennen. Etwa, wenn sich Nähte lösen oder Drucke unsauber sind. Verbraucher sollten daher sowohl auf die Produktqualität als auch auf die Verkaufsumgebung achten.“ Einige Hersteller wie Adidas setzen inzwischen auf Sicherheitsmerkmale wie QR-Codes oder spezielle Etiketten.

Welche Strafen drohen Verkäufern und Käufern?

„Der Verkauf gefälschter Markenware verstößt gegen das Markengesetz und kann als Markenrechtsverletzung oder Betrug gewertet werden“, sagt Hentsch. Es drohen demnach Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu 3 Jahren, in schweren Fällen sogar bis zu 5 Jahren.

Käufer sind Hentsch zufolge weniger stark von strafrechtlichen Konsequenzen betroffen, da der private Kauf in Deutschland nicht strafbar sei. Dennoch bestehen Risiken. „Wird etwa ein Fake-Trikot aus dem Nicht-EU-Ausland bestellt, kann der Zoll die Ware beschlagnahmen. Der Käufer erhält die Ware nicht, und das Geld ist verloren.“ Vergangenes Jahr stellte der Zoll etwa 4,6 Millionen Produktfälschungen mit einem geschätzten Wert von knapp 450 Millionen Euro sicher.

Je nach Reiseland kann laut Hentsch aber auch der private Erwerb gefälschter Markenware Geld- oder Freiheitsstrafen nach sich ziehen – etwa in Italien. „Wer sicher sein will, dass am Ende nicht die Handschellen klicken, der verzichtet besser auf vermeintliche Trikot-Schnäppchen auf Märkten oder bei Straßenhändlern.“

Adidas geht nach eigenen Angaben schwerpunktmäßig gegen Händler und Importeure gefälschter Produkte sowie gegen Fakeshops vor. Man arbeite eng mit Behörden zusammen, um Markenrechtsverletzungen konsequent zu verfolgen, sagte ein Sprecher.

Hoher wirtschaftlicher Schaden

Der Verkauf oder die Beschlagnahmung gefälschter Trikots werden nirgends erfasst. Die Entwicklung ist deshalb schwer zu beziffern. Der Markt spiele sich im Verborgenen ab, sagt Hentsch. Laut einer 2024 veröffentlichten Schätzung des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) verursachen gefälschte Sportartikel in der Europäischen Union jährlich rund 850 Millionen Euro Schaden. Das entspricht etwa elf Prozent des Branchenumsatzes. Nach Angabe des EUIPO fallen durch Produktfälschungen in den Bereichen Bekleidung, Kosmetik und Spielwaren in der EU demnach jedes Jahr etwa 200.000 Arbeitsplätze weg, 40.000 davon in Deutschland.