Verdacht des Betrugs
: U-Haft für René Benko beantragt

Nach seiner Festnahme geht es schnell: Wenige Stunden später verlegt die Staatsanwaltschaft den Immobilieninvestor in eine Justizvollzugsanstalt.
Von
dpa
Innsbruck
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Signa-Gründer Benko: ARCHIV - 22.05.2024, Österreich, Wien: Signa-Gründer René Benko trifft im Parlament für die Befragung in einem parlamentarischen Ausschuss ein. (zu dpa: «U-Haft für Immobilieninvestor René Benko beantragt») Foto: Georg Hochmuth/APA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

René Benko ist am Donnerstagmorgen festgenommen worden. Nun wurde Untersuchungshaft beantragt.

Georg Hochmuth/APA/dpa
  • Signa-Gründer René Benko wegen Betrugsverdachts festgenommen.
  • Staatsanwaltschaft bestätigt Festnahme aufgrund Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr.
  • Der 47-jährige Ex-Milliardär steht im Visier der Ermittler.
  • Hintergrund: Verdacht auf Betrug bei Immobiliengeschäften.
  • Weitere Entwicklungen folgen in Kürze.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach der Festnahme des österreichischen Immobilieninvestors René Benko hat die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) Untersuchungshaft für den Gründer der insolventen Signa-Gruppe beantragt. Das teilte die Justizbehörde in Wien mit. Das Wiener Landgericht hat nun 48 Stunden Zeit, um über den Antrag zu entscheiden.

Benko wurde nach seiner Festnahme verhört, hieß es von der WKStA. Die Behörde ordnete auch an, dass er in eine Justizanstalt überstellt wird.

Dem Gründer der insolventen Signa-Gruppe werden Betrug und Korruption sowie Verdunklungsgefahr vorgeworfen, teilte die zentrale Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption in Wien am Donnerstag mit. Auch Benkos Anwalt bestätigte das Eingehen einer Festnahmeanordnung gegen seinen Klienten. Die Signa Holding von Benko hatte Ende 2023 Insolvenz angemeldet; in Deutschland gehörte unter anderem die Warenhauskette Galeria zu Signa.

Vermögenswerte verschleiert

Benko wurde laut österreichischen Medienberichten in seiner Villa in Innsbruck festgenommen. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, es bestehe der „dringende Tatverdacht“ bei mehreren Straftaten. So soll Benko „faktischer Machthaber und wirtschaftlich Berechtigter“ einer Privatstiftung sein und dies im Rahmen seiner persönlichen Insolvenz verheimlicht haben. Damit habe er Vermögenswerte verschleiert. Zudem soll er Investitionen von Gesellschaftern der Signa Holding als eigenen Beitrag zur Kapitalerhöhung ausgegeben haben und eine Beteiligungsgesellschaft und eine Villa am Gardasee in Italien ohne ausreichenden Gegenwert verkauft haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmer außerdem betrügerisches Konkursvergehen vor, weil er Vermögenswerte verschleiert und Vermögenswerte wie Waffen oder Uhren verborgen habe.

Die Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption in Wien hatte ihren Angaben zufolge vor kurzem ein gemeinsames Ermittlungsteam mit den Staatsanwaltschaften Berlin und München gebildet, um in den Verfahren rund um die Signa-Holding „unbürokratischer und effizienter“ grenzüberschreitend ermitteln zu können. Demnach ermitteln die Staatsanwälte auch wegen Verdachts auf Investmentbetrug beim Projekt Franz am Bahnhofsvorplatz München. Ein Großteil des Geldes von Anlegern soll demnach „zweckwidrig verwendet“ worden sein.

Gläubiger wollen 2,4 Milliarden Euro von Benko

Der österreichische Unternehmer hatte mit seiner Signa-Gruppe ein großes Portfolio aufgebaut, zu dem auch die deutschen Kaufhausgruppen KaDeWe und Galeria gehörten. Im Zuge steigender Zinsen, Energiepreise und Baukosten brach das verschachtelte Firmenkonstrukt zusammen. Nach Angaben des Insolvenzverwalters summiert sich die Summe der Forderungen an Benko auf etwa 2,4 Milliarden Euro.