Umfangreiche Maßnahmen vorgestellt
: 50 Prozent weniger Modelle bei VW

Chef Oliver Blume kündigt 12 Initiativen an, der Vorstand muss noch zustimmen. Der Absatz im zweiten Quartal bricht um 8,6 Prozent ein. Was zu Stellenabbau und Werksschließungen bekannt ist.
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dpa ,
AFP - Fremdkollektion
Wolfsburg
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Julian Stratenschulte/dpa
  • VW stellt ein Paket mit 12 Initiativen vor – Zielbild 2030 liegt dem Aufsichtsrat vor.
  • Modellpalette soll um bis zu 50 % schrumpfen, Ausstattungsoptionen um bis zu 75 % sinken.
  • Zu Stellenabbau und Werksschließungen gibt es keine Angaben; Gerüchte sorgen für Unruhe.
  • Betriebsratschefin fordert Blume zu klarer Stellungnahme am heutigen Freitag auf.
  • Heute veröffentlicht VW Auslieferungszahlen fürs Quartal, Umsatz und Gewinn folgen in 14 Tagen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem Ringen um neue Sparpläne gestern im Aufsichtsrat gibt es bei VW weiter keine Klarheit um künftige Einschnitte. Der Konzernvorstand habe dem Aufsichtsrat ein umfangreiches Maßnahmenpaket mit 12 Initiativen und das Zielbild 2030 vorgestellt, teilte der Konzern am späten Abend mit. So solle die Modellpalette schrittweise um bis zu 50 Prozent gestrafft werden und die Anzahl möglicher Ausstattungsoptionen um bis zu 75 Prozent sinken.

Der Absatz von Volkswagen ist im zweiten Quartal weiter deutlich zurückgegangen: Weltweit verkaufte der Konzern mit knapp 2,1 Millionen Fahrzeugen 8,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie er am Freitag mitteilte. Demnach brachen die Verkäufe in China - dem wichtigsten Absatzmarkt - um 36,6 Prozent ein, während es insbesondere in Nord- und Südamerika und auch in Europa Zuwächse gab.

Angaben zu einem möglichen Stellenabbau und Werksschließungen, über die Medien zuvor berichtet hatten, machte er nicht. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), der dem VW-Aufsichtsrat angehört, sagte: „Tatsächlich ist die Frage, wann Entscheidungen getroffen werden, noch unklar.“

Betriebsratschefin Daniela Cavallo zeigte sich nach der Sitzung erbost. Sie forderte Blume auf, im Laufe des heutigen Freitags der Belegschaft gegenüber Stellung zu beziehen und sich unmissverständlich zu den Gerüchten über die angeblichen Vorstandspläne zu äußern.

Konzern nennt Verkaufszahlen fürs Quartal

Heute, 10. Juli, veröffentlicht der Konzern nun die Auslieferungszahlen für das vergangene Quartal. Auch BMW berichtet heute über seine Auslieferungen. Die VW-Tochter Porsche meldete bereits gestern einen Rückgang um 16 Prozent bei den Auslieferungen im ersten Halbjahr – auf 122.306 Sport- und Geländewagen. Angaben zu Umsatz und Gewinn bis Juni gibt es bei VW dann in 14 Tagen bei der Halbjahresbilanz.

Konzernchef Oliver Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, an einem neuen „Zielbild 2030“ für den Konzern zu arbeiten und dabei auch den Sparkurs deutlich verschärfen zu wollen. Laut „Manager Magazin“ könnten bis zu 100.000 Stellen weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht demnach sogar die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm.

Schwache Geschäfte in China und USA belasten

In den ersten drei Monaten war die Zahl der Auslieferungen im Konzern auf nur noch 2,05 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken gesunken, 4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Schwache Verkaufszahlen vor allem in China und den USA drückten auf den Absatz.

Seinen weltweiten Marktanteil habe der Konzern dennoch weitgehend stabil gehalten, hieß es. Allerdings bei einem deutlich geschrumpften Gesamtmarkt. In Deutschland und auch in ganz Europa legte Europas größter Autobauer dagegen zu.

Bereits in den vergangenen beiden Jahren waren die Verkaufszahlen des VW-Konzerns gesunken. 2025 rutschte der Absatz mit 8,98 Millionen Auslieferungen unter die Marke von neun Millionen Fahrzeugen.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne hat im Ringen um neue Sparpläne bei Volkswagen Klarheit, Verlässlichkeit und ein tragfähiges Konzept gefordert. Es sei die Aufgabe des Vorstandes, zügig ein schlüssiges Gesamtkonzept auf den Tisch zu legen, sagte der SPD-Politiker zu NDR Info. „Das ist es bisher nicht, und deswegen ist die Verunsicherung mit den Händen greifbar.“ Er betonte: „Das ist unanständig, so mit den Kolleginnen und Kollegen umzugehen.“