Tesla-Gewinn stürzt ab
: Auf Musks Crash-Kurs soll die Kehrtwende folgen

Trotz prominenter Verkaufshilfe durch US-Präsident Donald Trump stürzen Gewinn und Absatz des US-Autobauers ab. Firmenchef Elon Musk will das ändern und verspricht Millionen selbstfahrende Teslas.
Von
dpa
Austin
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Elon Musk

Elon Musk hat mit seinen politischen Umtrieben der Marke Tesla extrem geschadet.

Jose Luis Magana/AP/dpa
  • Teslas Gewinn fällt um 71% auf 409 Mio. Dollar im ersten Quartal.
  • Umsatz sinkt um 9% auf rund 19 Mrd. Dollar.
  • Elon Musk zieht sich aus Washington zurück, will sich mehr um Tesla kümmern.
  • Musk verspricht Millionen selbstfahrende Teslas und Robotaxi-Dienst in Austin.
  • Kritiker zweifeln an Musks Ansatz ohne Laser-Radare.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Quartalszahlen des US-Autobauers Tesla sind noch schlechter ausgefallen als befürchtet. Der Gewinn brach in den ersten drei Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 71 Prozent auf 409 Millionen Dollar ein. Der US-Autobauer verfehlte auch bei anderen wichtigen Kennziffern die bereits gesenkten Erwartungen deutlich. Der Umsatz schrumpfte um neun Prozent auf rund 19 Milliarden Dollar.

Vor diesem Hintergrund leitet Tech-Milliardär Elon Musk nun den Rückzug aus Washington ein. Ab Mai werde er „erheblich“ weniger Zeit als Kostensenker von Präsident Donald Trump im Regierungsapparat verbringen, sagte der Tesla-Chef. Stattdessen werde er sich wieder mehr um die Belange des Elektroauto-Herstellers kümmern.

Ganz aus der Umlaufbahn des US-Präsidenten will Musk aber nicht verschwinden. Er wolle sich weiterhin an einem bis zwei Tagen pro Woche mit Regierungsaufgaben beschäftigen - jedenfalls so lange Trump das möchte. Ansonsten würden Verschwendung und Betrug, die unter seiner Mitwirkung eingedämmt worden seien, wieder zurückkommen, behauptete Musk.

Riesiger Schaden für die Marke Tesla

Musk wurde im vergangenen Jahr zu einem engen Verbündeten von Trump, dem er mehr als 250 Millionen Dollar für den Wahlkampf ums Weiße Haus spendete. Als Präsident beauftragte Trump ihn mit der Senkung der Regierungsausgaben. Die politischen Aktivitäten und rechten Positionen beschädigten das Image des Elektropioniers und machten ihn unpopulärer. Das schlug sich auch auf die Absatzzahlen von Tesla durch.

Analyst Dan Ives von Wedbush Securities, der sich lange sehr optimistisch über die Zukunft von Tesla äußerte, schätzt, dass der Schaden für die Marke durch Musks Aktionen die Tesla-Nachfrage dauerhaft um 15 bis 20 Prozent drücken könnte. In einer Umfrage des US-Wirtschaftssenders CNBC äußerten sich rund 50 Prozent negativ über Musk - und mehr als 47 Prozent hatten auch eine negative Einstellung zu Tesla. Im ersten Quartal sanken Teslas Auslieferungen um 13 Prozent.

Musk wiederholt Versprechungen zu autonomem Fahren

Musk verkündet aber, selbstfahrende Autos würden die Zukunft von Tesla sichern. Ende Juni soll ein Robotaxi-Dienst im texanischen Austin starten. Zunächst sollen dafür 10 bis 20 Fahrzeuge des Kompakt-SUV Model Y eingesetzt werden – die Produktion eines Tesla-Robotaxis ohne Lenkrad und Pedale ist erst für 2026 angekündigt. Im Fall von Problemen will Tesla zu Fernsteuerung greifen.

Musk Position ist, dass sehr viele Tesla-Fahrzeuge bereits alles Nötige an Bord haben, um ein selbstfahrendes Auto zu sein. Man wolle die Funktion zum autonomen Fahren in mehreren US-Städten noch in diesem Jahr auch für Privatleute freischalten. Dann werde man sich dort schlafend zum Zielort fahren lassen können, sagte er. Das hatte Musk bereits 2017 binnen zwei Jahren in Aussicht gestellt.

Branchenexperten zweifeln

Branchenexperten und Konkurrenten äußern seit Jahren große Zweifel an Musks Versprechen selbstfahrender Autos. Einer der Gründe: Musk beharrt darauf, das nur mit Kameras und KI-Software erreichen zu können, ohne die teureren Laser-Radare, auf die Rivalen wie die Google-Schwesterfirma Waymo setzen. Musks Ansatz ist deutlich günstiger, Kritiker warnen jedoch, dass Kameras allein nicht ausreichend Sicherheit böten.

Andere Hersteller lehnen es kategorisch ab, autonome Autos nur mit Kameras auf die Straße zu schicken. So hakte BMW-Entwicklungsvorstand Frank Weber dies jüngst ab: „Für uns ist das völlig klar, dass das nicht geht.“ Eine Kamera würde etwa eine Palette nicht erkennen, die vor dem Auto auf der Fahrbahn liege, argumentierte er am Rande der Technik-Messe CES im Januar.

Das Dilemma für Waymo: Die fahrerlosen Robotaxis der Firma sind zwar erfolgreich in mehreren Städten unterwegs, die hohen Kosten der Fahrzeuge bedeuten aber, dass es schwieriger ist, damit Geld zu verdienen. Musk behauptete deshalb, der Preisvorteil werde Tesla in kurzer Zeit einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent im Robotaxi-Markt sichern. Er bestritt auch ausdrücklich, dass grelles Sonnenlicht die Kameras blenden könne.

Zugleich schränkte der Tesla-Chef aber ein, dass die großen Autonomie-Pläne noch von der „regulatorischen Situation“ blockiert werden könnten. US-Verkehrsbehörden zögerten in der Vergangenheit nicht, bei Problemen Erlaubnisse für selbstfahrende Autos auszusetzen.

Musk ging nach Washington, formell als „besonderer Regierungsangestellter“. Diesen Status kann man höchstens für 130 Tage haben, insofern müsste seine Zeit in der US-Hauptstadt eigentlich ohnehin Ende Mai ablaufen. Andererseits kann sich die Dauer verlängern, wenn man in Teilzeit aktiv ist.

Wirre Thesen zu den Tesla-Protesten

Musks Position im Trump-Umfeld wirkte schon in den vergangenen Wochen geschwächt, insbesondere nachdem er sein Gewicht in den Wahlkampf um einen wichtigen Richterposten im Bundesstaat Wisconsin warf - und der von ihm unterstützte Kandidat der Republikaner verlor.

Der Tech-Milliardär sagte auch, dass er bereits große Erfolge bei der Kostensenkung erzielt habe. Er behauptete zudem, dass die Proteste gegen ihn und Tesla von denen organisiert würden, die sich bisher durch Betrug auf Staatskosten bereicherten.

Tesla kündigte bei der Vorlage der Quartalszahlen an, dass noch im ersten Halbjahr 2025 die Produktion günstigerer Modellvarianten beginnen solle. Allerdings wurde klar, dass sie den aktuellen Fahrzeugen wie Model Y und Model 3 ähnlich sehen werden. Die veraltete Modellpalette von Tesla ist neben den politischen Aktivitäten ein weiterer Grund für den schrumpfenden Absatz. Teslas Auslieferungen waren im ersten Quartal um 13 Prozent auf 336.681 Fahrzeuge gefallen.