Tarifverhandlungen
: Bei McDonalds, Starbucks und Nordsee drohen Streiks

Die Gewerkschaft NGG ruft Mitarbeiter der Systemgastronomie zu Warnstreiks auf, der Ton in den Verhandlungen wird rauer. Wann es losgehen könnte.
Von
dpa
Ulm
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Einen kuriosen Diebstahl gab es in Bernau (Symbolfoto).

ARCHIV - Ein Schild weist auf eine Filiale von McDonalds an der Autobahn A38 bei Sangerhausen (Sachsen-Anhalt) hin, aufgenommen am 16.02.2017. McDonald's veröffentlicht am 25.04.2017 Zahlen zum 1- Quartal. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bleiben Filialen zu? Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Systemgastronomie wie McDonalds sind zum Streik aufgerufen.

Jan Woitas/dpa

Die Gewerkschaft NGG ruft zu Warnstreiks „bei McDonalds, Burger King, Nordsee und Co.“ auf. In der sogenannten Systemgastronomie, zu der auch Ketten wie Starbucks, Pizza Hut oder L´Osteria gehören, war zuvor die zweite Runde der Tarifverhandlungen ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Weitere Gespräche für die Branche mit 120.000 Beschäftigten soll es nun erst im November geben – später als ursprünglich geplant.

Die NGG kritisierte, dass sich die Arbeitgeber in der zweiten Runde „keinen Zentimeter auf die Forderung der Beschäftigten zubewegt“ hätten. Deswegen werde es nun laut, sagte Verhandlungsführer Mark Baumeister. Ab kommender Woche müsse in ganz Deutschland mit Aktionen und Warnstreiks gerechnet werden.

NGG fordert 15 Euro Einstiegslohn

Nach den Preissteigerungen der letzten Jahre hätten die Beschäftigten „massiven Nachholbedarf bei den Löhnen“, sagte Baumeister. „Wochenendarbeit, Schichtarbeit, Arbeit in der Nacht und an Feiertagen und das alles zu Niedriglöhnen knapp über dem Mindestlohn: Das ist die Realität vieler Beschäftigter in der Systemgastronomie“, erklärte er. Und: „Sie erwarten eine echte Entlastung und deutlich mehr Geld – stattdessen haben die Arbeitgeber nicht mal ein neues Angebot zur zweiten Verhandlung mitgebracht. Das ist absolut respektlos gegenüber den Beschäftigten“ Die NGG fordert unter anderem einen Einstiegslohn von 15 Euro in der untersten Tarifgruppe, darüber 500 Euro mehr pro Monat.

Der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) sprach dagegen von einem verbesserten Angebot der Arbeitgeberseite, das zu einem „fairen Tarifgefüge“ führe und verwies auf Gästerückgang, wirtschaftliche Unsicherheiten und ein verschlechtertes Geschäftsklima. „Die NGG muss sich weiter bewegen und mit konstruktiven Vorschlägen zu einem sowohl für die Beschäftigten als auch für die Unternehmen der Branche ausgewogenen Tarifabschluss beitragen“, forderte BdS-Hauptgeschäftsführer Markus Suchert.