Strompreise in BW
: ENBW senkt Preise – manche Kunden zahlen aber mehr

Der Energieversorger reduziert zum 1. April die Verbrauchspreise. Warum nicht alle Kundinnen und Kunden davon etwas merken. Und wer sogar mehr zahlen muss.
Von
Julia Kling,
dpa STATISTISCH
Karlsruhe
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Energiekonzern EnBW

Der Energiekonzern ENBW betont: Der Staat bestimmt einen Großteil des Strompreises durch Netzentgelte und Abgaben fest.

Uli Deck/dpa
  • ENBW senkt ab 1. April den Verbrauchspreis um 1,14 Cent pro kWh auf 40,57 Cent.
  • Haushalte mit 2-3 Personen sparen ca. 1,6% oder 23 Euro jährlich.
  • Kunden mit geringem Verbrauch zahlen eventuell mehr.
  • Großmarktpreise sinken, aber Grundpreis steigt von 209 auf 220 Euro.
  • Verbraucherzentrale empfiehlt Anbieterwechsel; Ersparnis bis zu 330 Euro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer in letzter Zeit einen Blick auf seine Stromrechnung geworfen hat, war in den meisten Fällen nicht erfreut. Denn meist stiegen die Preise, die Energieversorger für ihre Leistung verlangten. Der Energieversorger ENBW mit Sitz in Karlsruhe senkt nun zum 1. April seine Strompreise – zumindest leicht. Dennoch dürfen nicht alle Stromkunden mit einer finanziellen Entlastung rechnen.

Aufgrund einer vorausschauenden Einkaufsstrategie sei es dem Anbieter möglich, den Verbrauchspreis um 1,14 Cent pro Kilowattstunde auf 40,57 Cent pro Kilowattstunde. Ein Musterhaushalt mit zwei bis drei Personen und einem Jahresverbrauch von 2.900 Kilowattstunden (kWh) spart dem börsennotierten Konzern zufolge somit unterm Strich rund 1,6 Prozent oder 23 Euro im Jahr, heißt es in einer Mitteilung. Nicht in den Genuss der Preissenkung kommen jedoch Kundinnen und Kunden mit einem geringen Stromverbrauch: Bei weniger als 922 kWh pro Jahr müsse je nach konkretem Verbrauch etwas mehr bezahlt werden. Das könnte etwa Single-Haushalte betreffen – oder das Treppenlicht in Mehrfamilienhäusern. Hier neutralisiere „der steigende Grundpreis die Einsparungen bei dem Verbrauchspreis“.

Gesunkene Großmarktpreise zeigen Wirkung

Der Grundpreis steigt den Angaben nach für einen Musterhaushalt von 209 auf 220 Euro im Jahr. Manche Bestandteile des Strompreises wie Netzentgelte, Abgaben, Umlagen und Steuern könne ENBW nicht beeinflussen, machte Vertriebsvorstand Dirk Güsewell in der Mitteilung deutlich. „Diese machen inzwischen fast 60 Prozent des Preises aus.“ Hier lege der Staat die Höhe fest.

Bei den Beschaffungskosten machten sich nun aber die gesunkenen Großmarktpreise bemerkbar.  Laut einer Sprecherin liegt die Zahl der betroffenen Kundinnen und Kunden im unteren Millionen-Bereich. Konzernweit versorgt ENBW rund 5,5 Millionen Kunden mit Strom und/oder Gas.

Vergleich kann Geld sparen

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hatte am Mittwoch mitgeteilt, bei manchen Anbietern gebe es Strompreise ab etwa 31 Cent pro kWh. Ein Haushalt mit einem Verbrauch von jährlich 3000 Kilowattstunden könne mit einem Anbieterwechsel durchschnittlich 330 Euro im Jahr sparen.

Für einen Vergleich seien Online-Vergleichsportale praktische Instrumente. Allerdings sollten bestimmte Filter, die die Vorauswahl einschränken, ausgeschaltet werden. Vor einem Wechsel sollten Haushalte laut der Verbraucherzentrale mit einer kurzen Internetrecherche überprüfen, ob der Anbieter in der Vergangenheit negativ aufgefallen ist.