Streiks bei Post und DHL
: Briefe oder Päckchen könnten später kommen

Bei der Post und der DHL wird heute bundesweit gestreikt, vor allem in größeren Städten. Die Gewerkschaft verdi will damit ihren Forderungen nach mehr Geld Nachdruck verleihen.
Von
Kerstin Auernhammer,
dpa
Berlin
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Briefträger

Am 28.01.2025 sind Post und DHL von einem bundesweiten Warnstreik betroffen.

Thomas Banneyer/dpa
  • Bundesweite Warnstreiks bei Post und DHL am 28.01.2025 führen zu Verzögerungen.
  • Verdi fordert 7% mehr Gehalt und zusätzliche Urlaubstage.
  • Arbeitgeber lehnen Forderungen wegen hoher Investitionskosten ab.
  • Nächste Verhandlungsrunde am 12. und 13. Februar.
  • Briefporto seit Jahresbeginn auf 95 Cent erhöht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Neben dem Nahverkehr in Baden-Württemberg wird am Dienstag (28.01.2025) auch die Post bestreikt. Deshalb könnte es sein, dass Briefe oder Päckchen später als erwartet ankommen. Es werde zu Ausfällen und Verzögerungen bei der Zustellung von Paketen und Briefen kommen, so die Gewerkschaft verdi.

Auch mehrere Städte in Baden-Württemberg sind vom Streik betroffen. Unter anderem wird in den Regionen Stuttgart, Reutlingen, Konstanz, Karlsruhe, Mannheim, Ravensburg und Freiburg gestreikt, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. In Bayern werde in 33 Städten gestreikt, teilte verdi mit.

Laut Verdi sind alle Bundesländer betroffen

Die Gewerkschaft Verdi will mit den Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Verdi-Vize Andrea Kocsis begründete den Schritt damit, dass die zweite Verhandlungsrunde in der vergangenen Woche keine greifbaren Ergebnisse gebracht hätten.

Verdi pocht auf ein Entgeltplus von sieben Prozent und zusätzliche Urlaubstage. Dass die Arbeitgeber diese Forderungen als nicht finanzierbar abgelehnt hätten, sei „nicht akzeptabel“, so Kocsis. „Nur mit deutlichen Lohnsteigerungen für die Beschäftigten lassen sich die noch immer hohen Lebenshaltungskosten bewältigen.“ Die Botschaft der Warnstreiks sei klar, sagte Kocsis. „Wir meinen es ernst, und wir sind bereit, für unsere Forderungen zu kämpfen.“

Post sieht wenig Spielraum für Lohnerhöhungen

In den Tarifverhandlungen stellt die Post den Spielraum für Lohnerhöhungen als „sehr gering“ dar, weil die Briefmengen im Digitalzeitalter schrumpfen und der Investitionsbedarf groß sei. Zum Jahresbeginn hatte sich der Briefversand im Schnitt um 10,5 Prozent verteuert, das Porto für einen Standardbrief beträgt seither 95 Cent und nicht mehr 85 Cent. Die Portoerhöhung hatte die Bundesnetzagentur dem Unternehmen erlaubt. Aus Sicht der Firma war das zu wenig, sie hatte auf einen größeren Preisaufschlag gehofft.

Die Deutsche Post hat in ihrem Brief- und Paketgeschäft rund 170.000 Tarifbeschäftigte im Inland, sie gehört zum Logistikkonzern DHL. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 12. und 13. Februar angesetzt.