Streik im ÖPNV in BW: Wann und wo drohen Streiks im Nahverkehr?

Die Gewerkschaft Verdi hat zu Streiks im Nahverkehr aufgerufen – auch Baden-Württemberg ist betroffen.
Bernd Weißbrod/dpaDer Streik der Lokführer ist kaum vorbei, da droht schon das nächste Unheil: Die Gewerkschaft Verdi ruft zu Warnstreiks im ÖPNV auf. Auch der Südwesten ist betroffen. Wann finden Streiks im Nahverkehr statt und welche Städte in Baden-Württemberg sind betroffen?
ÖPNV: Wann finden Streiks im Nahverkehr statt?
Pendler im Südwesten müssen sich am Freitag, den 02.02.2024 auf erhebliche Einschränkungen gefasst machen. Die Gewerkschaft Verdi hat für diesen Tag zu einem Warnstreik im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aufgerufen.
Baden-Württemberg: Welche Städte sind betroffen?
Betroffen von dem ganztägigen Arbeitskampf sind Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn, Freiburg, Baden-Baden, Esslingen und Konstanz, wie Verdi am Montag in Stuttgart mitteilte. Vor Ort finden demnach in der Regel Streikversammlungen statt.
In den sieben Städten bleiben die Fahrzeuge also weitgehend im Depot: Verdi rechnete damit, dass keine Busse und Bahnen fahren werden. Betroffene können sich auf den Internetseiten und in den Apps der kommunalen Verkehrsbetriebe über den Warnstreik und dessen Auswirkungen informieren. Mancherorts könnten zum Teil Busse und Bahnen fahren, wenn diese nicht zu den bestreikten Betrieben zählen.
Sicher ist aber: Von dem Warnstreik dürften im Land erneut Hunderttausende Menschen betroffen sein.
Warum wird überhaupt gestreikt?
Aktuell verhandelt Verdi in allen Bundesländern außer Bayern parallel über bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten der kommunalen Nahverkehrsbetriebe. Auch in den anderen Ländern soll es am Freitag Warnstreiks geben. Die Gespräche betreffen der Gewerkschaft zufolge mehr als 130 kommunale Unternehmen in Städten und Landkreisen sowie insgesamt 90 000 Beschäftigte – rund 6500 davon in Baden-Württemberg.
Verhandelt wird zwar in allen Bundesländern gleichzeitig. Inhaltlich geht es aber um unterschiedliche Forderungen. Im Südwesten will Verdi unter anderem erreichen, dass sich Bus- und Bahnfahrer Arbeitszeiten bei Verspätungen vollständig anrechnen lassen können. Zudem fordert Verdi eine Schichtzulage für den Fahrdienst. Das gebe es bislang nicht - obwohl Beschäftigte in diesem Bereich zu unterschiedlichen und belastenden Zeiten ihren Dienst beginnen oder beenden würden.
Verdi-Verhandlungsführer Jan Bleckert teilte dazu am Montag mit: „Der dramatische Personalmangel führt schon jetzt zu ständigen Ausfällen und Verspätungen und belastet die Fahrerinnen und Fahrer massiv“. Die gewünschte Stärkung des Nahverkehrs werde aber nur gelingen, wenn die Arbeitsbedingungen erheblich verbessert würden.
(mit Material von dpa)
