Streiks im Nahverkehr: Verdi ruft noch diese Woche zu Streiks im ÖPNV auf

Die Gewerkschaft Verdi hat zum Streik im Nahverkehr aufgerufen.
Sebastian Gollnow/dpaDie Gewerkschaft Verdi hat zu ganztägigen Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aufgerufen. „Da jetzt in allen Bundesländern Tarifverhandlungen stattgefunden haben und ohne Ergebnis geblieben sind, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um mehr Druck auf die Arbeitgeber zu machen“, teilte die stellvertretende Verdi-Bundesvorsitzende, Christine Behle, am Montag in Berlin mit. Wann und wo sollen jetzt Streiks stattfinden?
ÖPNV: Wann sollen jetzt Streiks stattfinden?
Die Streiks sind für Freitag, den 02.02.2024 angekündigt. Der Streikaufruf gilt für den ganzen Tag. Auf Fahrgäste kommen damit am Freitag Einschränkungen vor allem im Berufsverkehr zu. Von der Tarifrunde sind laut Verdi mehr als 130 kommunale Unternehmen in rund 80 Städten und rund 40 Landkreisen sowie insgesamt 90 000 Beschäftigte betroffen.
Wo finden jetzt überall Streiks im Nahverkehr statt?
Aufgerufen zu Streik sind Mitarbeiter im Nahverkehr in allen Bundesländern. Nur Bayern ist nicht betroffen.
Warum wird überhaupt gestreikt?
Außer in Bayern verhandelt die Gewerkschaft in allen Bundesländern parallel mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden über neue Tarifverträge für die Beschäftigten im ÖPNV. Bei der ersten Verhandlungsrunde vergangene Woche kam in keiner Region eine Lösung zustande.
Verhandelt wird zwar in allen betroffenen Bundesländern gleichzeitig. Inhaltlich geht es aber um sehr unterschiedliche Forderungen. In den meisten Ländern geht es um die sogenannten Manteltarifverträge. Sie regeln vor allem die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) etwa fordert Verdi unter anderem längere Wendezeiten, Urlaubsgeld und mehr Urlaub. „Die Belastung der Beschäftigten und die Personalnot im ÖPNV haben immer mehr zugenommen, der Arbeitsdruck wird immer größer“, teilte die Gewerkschaft vor einigen Tagen mit. „Es müssen also schnell Lösungen gefunden werden, um eine Entlastung herbeizuführen.“
Komplizierter läuft es in Brandenburg, Saarland Sachsen-Anhalt und Thüringen. Hier geht es auch um die Entgelte, also höhere Löhne und Gehälter. In Brandenburg will Verdi 20 Prozent, mindestens aber 650 Euro mehr für die Beschäftigten im Nahverkehr rausholen. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen.
(mit Material von dpa)