Steuerverschwendung in Deutschland
: Warum es ein Dorf im Allgäu mit einem Weihnachtsbaum ins Schwarzbuch schafft

Der Bund der Steuerzahler hat in seinem Schwarzbuch wieder Steuerverschwendung angeprangert. Ein Dorf im Allgäu hat es in die Liste geschafft – mit einem etwas teuren Weihnachtsbaum.
Von
Philipp Staedele
Oberstdorf im Allgäu
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22.12.2022, Bayern, Oberstdorf: Die nahezu 25 000 Euro teure Tanne wurde knapp 600 Kilometer weit vom Sauerland ins Allgäu transportiert.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa

In seinem aktuellen Schwarzbuch der öffentlichen Verschwendung hat der Bund der Steuerzahler (BdSt) wieder Fälle von aus seiner Sicht unnützen oder überzogenen staatlichen Ausgaben angeprangert. Auch Oberstdorf im Allgäu hat es in die Liste geschafft.

Weihnachtsbaum mit langer Anreise

In Oberstdorf, im wunderschönen Allgäu, hat der Bund der Steuerzahler bemängelt, dass ein Weihnachtsbaum für stolze 25.000 Euro aus dem Sauerland angeliefert wurde. Dieser Baum wurde über eine Entfernung von etwa 600 Kilometern transportiert, obwohl es in der Region des Oberallgäus reichlich Wald und Nadelbäume gibt. „Statt in die Ferne zu schweifen, wäre ein rechtzeitiger Blick auf der Suche nach einem geeigneten Christbaum in den heimischen Wäldern sinnvoller und vor allem kostengünstiger gewesen“, argumentierte der Bund der Steuerzahler.

Nächster Weihnachtsbaum in Oberstdorf wird aus der Nähe kommen

Die Gemeinde betonte, man habe vier Wochen vor dem ersten Advent keinen Unternehmer gefunden, der einen Baum aus heimischen Wäldern liefern konnte. Zudem seien die Kosten nicht allein für den Nadelbaum angefallen: Im „Gesamtpaket“ seien zusätzlich Christbäume für die Ortsteile und weitere 30 Nordmanntannen enthalten gewesen. Für die kommende Weihnachtssaison sei bereits für einen Baum gesorgt: Man habe vier Angebote aus der näheren Umgebung.

(mit Material von dpa)